Deutschland neu entdecken

Die Fränkische Schweiz liegt genau vor unserer Verlagshaustür: Zwischen Erlangen, Bamberg und Bayreuth befindet sich dieser malerische Landstrich.

Grund genug für uns, sich gleich in zwei Beiträgen mit diesem Landstrich zu beschäftigen. Heute geben wir Euch ein paar Tipps für einen entspannten Sonntag auf dem Land.

Sommer in der Fränkischen Schweiz @Michael Müller Verlag

Der Druidenhain bei Wohlmannsgesees ist der perfekte Waldspielplatz. Auch oder gerade im Sommer. Die durch Erosion entstandenen Felsblöcke bilden ein natürliches Labyrinth und sind auch bei heißen Temperaturen ein herrlich kühler Picknickplatz.

An einem warmen Sommertag ist eine Fahrt mit der nostalgischen Museumsbahn Pflicht und Kür gleichermaßen. Jetzt in den bayrischen Sommerferien verkehrt die Bahn mehrmals in der Woche. Von der Endstation Behringersmühle lohnt der Aufstieg hinauf nach Gößweinstein. Die fast 1000-jährige Burg grüßt schon von Weitem. Und auch die Wallfahrtsbasilika und das angrenzende Museum lohnen einen Besuch. Im Anschluss könnt Ihr Euch kostenlos im Höhenschwimmbad erfrischen.

Die Burg thront über Gößweinstein @Michael Müller Verlag

Jeden 1. und 3. Sonntag im Monat gibt es auf dem Pony- und Pferdeparadies Sanspareil Ponyführtage. Das bedeutet, Ihr könnt Euch hier ein Pony ausleihen und eine festgelegte Runde spazieren gehen. Nicht nur für Kinder ein Highlight … manchmal entdecken dabei auch die Großeltern ihr verborgendes Ponyführtalent.

Und wenn Ihr schon mal hier in der Ecke seid, dann hier noch eine Empfehlung für einen wunderbaren Wandertag von Hollfeld nach Sanspareil:

Wanderung von Hollfeld durch das Kainach- und Wacholdertal zum Rokokogarten Sanspareil

Die ganztägige Wanderung von malerischen Hollfeld durch das unverbaute Kainach- und Wacholdertal zum Barock- und Rokokogarten Sanspareil ist ein Kultur- und Naturvergnügen. Die Strecke ist mit einer Länge von 24 km selbst für Nicht-Sportliche zu schaffen. Denn große Höhenunterschiede gibt es auf der landschaftlich abwechslungsreichen Strecke durch Täler und Wälder, über Lichtungen und Äcker, nämlich nicht. Belohnt wird die Anstrengung mit dem Felsengarten von Markgräfin Wilhelmine aus der Mitte des 18. Jahrhundert. Der 13 Hektar große Buchenhain zählt zu den außergewöhnlichsten Gärten Süddeutschlands! Er ist selbst in der Sommerhitze für eine Mittagsrast stets angenehm. Die gesamte Gehzeit beträgt rund 6 Stunden. Wanderschuhe sind empfehlenswert, aber keine Voraussetzung, um die Wege und Pfade zu bewältigen.

Impressionen vom Kussweg in Hollfeld @Michael Müller Verlag

Wegbeschreibung: Der Start ist auf dem historischen Marienplatz in der Hollfelder Oberstadt mit der Tourist-Info. Wer will, kann sich hier für zwei Euro auch eine gute Wanderkarte für die nördliche Fränkische Schweiz besorgen. Auf steilen Treppen geht es hinunter zum „Kussweg“ entlang der Kainach. Wir lassen das selten überlaufene Freibad von Hollfeld links liegen und wandern Richtung Kainach durch das „Tal der Verliebten“. Der Weg ist Teil des Fränkischen Gebirgsweges und entsprechend leicht erkennbar ausgeschildert. Durch die unverbauten Flussaue, die im Sommer auch zu einem erfrischenden Fußbad einlädt, gelangen wir nach rund 2 km in den stillen Weiler Kainaich. Wir durchqueren das Dörfchen in Richtung des Felsendorfes Krögelstein. Nun wird das Tal flacher, der Bach schmäler. Am Ortsbeginn von Krögelstein biegen wir rechts in östlicher Richtung ab. Der Weg ist nun mit einem roten Kreuz auf weißem Grund gekennzeichnet. Es geht bergauf auf die Höhe in Richtung Wonsees, vorbei an Wiesen und Äckern. Sanspareil mit dem markanten Rundturm der Burg Zwernitz ist schon von weitem erkennbar. In der Ortsmitte von Wonsees überqueren die Durchgangsstraße in Richtung des gut ausgeschilderten Wacholdertales. Diese Pflanze ist für die Hänge der Fränkischen Schweiz typisch. Nach rund 1,5 km leicht bergauf, stoßen wir wieder auf den Fränkischen Gebirgsweg und biegen links Richtung Sanspareil ab. Nun sind es nur noch 1,5 km zu unserem Ziel, wo Architektur und Natur eine wundersame Verbindungen eingegangenen sind.

Für den Rückweg nahmen wir wieder den Fränkischen Gebirgsweg in Richtung zum Weiler Kleinhüll. Kurz von Kleinhüll biegen wir auf einen nicht markierten Weg und laufen geradeaus über den 537 m hohen Reutersbühl nach Gelbsreuth. Am westlichen Ortsrand von Gelbsreuth führt eine schmale, wenig befahrene Asphaltstraße in westlicher Richtung zur Schlötzmühle, die wir nach 2 km erreichen.  Es geht wieder vorbei an mit Wacholder bewachsenen Hängen. Unmittelbar vor der Mühle biegen wir links auf einen kleinen Pfad am Haus entlang in das Schwalbachtal. Nach rund 1 km erreichen wir das stille Kainach und laufen wieder durch das Kainachtal zurück nach Hollfeld. In einem letzten, zwangläufig anstrengenden Aufstieg geht es wieder zur Oberstadt – unserem Startpunkt.

Verpflegung: Am besten ist es, seine eigene Verpflegung mitzubringen. Denn in Sanspareil gibt es nur ein Café gegenüber dem Morgenländischen Bau des Felsengartens. Die Aussicht ist abgesehen von der Konditorei mit guten Kuchen und Windbeuteln (die Spezialität) besser als die Küche. Zudem nur Selbstbedienung und erst in der Regel ab 13 Uhr offen.

Was uns gefällt: Wir wandern durch drei malerische Täler der Fränkischen Schweiz, die abseits der bekannten Routen liegen. Statt Verkehrslärm gibt es über weite Strecken nur Bachrauschen und Vogelgesänge. Die Höhenschiede sind in der nördlichen Fränkischen Schweiz gering. Das ist an warmen Tagen von Vorteil. Wer mag kann sich am Ende der Wanderung in der glasklaren Kainach oder im schönen Schwimmbad abkühlen. Ein Pluspunkt: der Besuch des sehr gepflegten Felsengarten ist gratis. Nur die lohnenswerte Besuche des Morgenländischen Baus und der Burg Zwernitz kosten einen Eintritt. Was uns weniger gefällt: Auf der Strecke gibt es leider keine einzige Brauerei. Auch ansonsten sind die Einkehrmöglichkeiten sehr beschränkt. Und das Café in Sanspareil ist eher Enttäuschung für Hungrige

Unterwegs in der Fränkischen Schweiz

Zwischen Erlangen, Bayreuth und Bamberg versteckt sich ein Kleinod fränkischer Gastlichkeit.

In diesem Sommer entdecken wir Deutschland neu. Wussten Sie, dass Michael Müller schon in den 1980er-Jahren mit seinem Titel  »Fränkische Schweiz« den ersten alternativen Reiseführer zu Deutschland veröffentlicht hat? Bis heute ist das Buch ein fester Bestandteil in unserem Verlagsprogramm. Die 12. Auflage 2020 war gerade erst erschienen, als aus bekannten Gründen das Reisen nicht mehr möglich war. Einige Wochen später, in denen sich die Medienberichte über überfüllte Strände häufen, stellen wir hier eine Region vor, von der wir behaupten, dass es eine der am meisten unterschätzten Regionen Deutschlands ist: die Fränkische Schweiz.

Die Fränkische Schweiz ist

… die Wiege der Romantik

Wer es sich im 19. Jahrhundert leisten konnte, fuhr die „kleine Schweiz“ um den romantischen Dreiklang aus Felsen, Burgen und Tälern zu entdecken.

nachhaltig touristisch.

Heute ist der Tourismus zum Standbein geworden. Zum Tourismuskonzept gehören Nachhaltigkeit, der Erhalt der unverwechselbaren Kulturlandschaft und ein sanfter Tourismus. Deshalb fördert der Michael Müller Verlag seit fast 10 Jahren eine Initiative, die die Förderung der fränkischen Kulturlandschaft zum Ziel hat. Der Verlag setzt dabei auf die Kooperation mit fränkischen Gastwirten: Ausgewählte Gasthöfe kochen gscheitgute Speisen aus Regionalprodukten. Auf Gscheitgut-Franken isst besser könnt Ihr Euch über die aktuellen Gerichte informieren.

familienfreundlich.

Die Basis einer entspannten Reise sind Kinder, die Spaß haben. Hier ein paar Ideen, wie Sie das auf jeden Fall hinbekommen:

  • Burg Rabenstein: mit Sophienhöhle, Gutsschenke und faszinierender Falknerei.
  • Burgruine Neideck: die bekannteste Ruine, sehenswert und informativ. Imposanter Ausblick auf das Wiesenttal und unterhalb der Ruine wartet ein nostalgisches Schwimmbad auf Gäste. Die Atmosphäre hier ist wohl einzigartig.
  • Erlebnismeile Pottenstein: Sommerrodelbahnen, ein Hexenbesen und ein Skywalk sorgen für einen kräftigen Adrenalinschub. Wer es beschaulicher mag, dem empfehlen wir den Schöngrundsee (Tretbootfahren) oder die Teufelshöhle.
  • Auch der Erlebnispark Schloss Thurn hat seine Tore wieder geöffnet. Highlight sind die Ritter- und Westernshows.
  • Kanufahren auf der Wiesent, mit der Kanuvermietung Leinen Los aus Behringesmühle die Wiesent abwärts bis nach Ebermannstadt. Auch für wenig Geübte möglich.
  • Minigolfplätze gibt es in Muggendorf, Pegnitz und Pottenstein. Wer das richtige Grün spielen will, kann dies in Kanndorf und Weidensees bei Pegnitz.

Im nächsten Beitrag verraten wir noch mehr Ideen, wie Ihr die Fränkische Schweiz günstig und individuell entdecken könnt.

Hier gibt es die Infos auch gedruckt.

Lissabon

Dieses Jahr habe ich mir zusammen mit meinem Mann eine kleine Auszeit gegönnt. D. h. wir haben unseren Sohn und die 2 Kätzchen in die Obhut von Oma&Opa gegeben und sind für 6 Tage nach Lissabon geflogen. Also waren wir auch außerhalb der Ferien unterwegs, was ich jedem nur empfehlen kann. Von einem Freund habe ich dann im Nachhinein erfahren, dass die Restaurantes 2 unterschiedliche Speisekarten haben und die Preise im Sommer viel höher sind als  im September. Also Glück für uns…:-) Dementsprechend haben wir auch ordentlich gefuttert und ich bin ein echter Fan der portugiesischen Küche geworden.
Wir haben für Planung und Unsetzung den Reiseführer von Johannes Beck benutzt, den ich sehr empfehlen kann. Nicht nur, dass er gerade erst erschienen ist, der Autor ist ein echter Lissabonkenner und der Führer bietet für den Tag einzelne Touren an, die wir fast alle ausprobiert haben. Außerdem gibt es eine detaillierte große Karte und viele kleine. Einige Restaurants haben wir auch aufgrund seiner Empfehlung besucht und waren jedes Mal mehr als zufrieden.1. Tag: Avenida da Liberdade und SantanaAuf dem ersten Foto seht ihr unser Hotel. Ja, hm, eigentlich absolut zu empehlen. Der Service ist top, das Frühstück ist günstig und reichhaltig mit einigen Lissabonner Spezialitäten. Die Zimmer sind sauber und modern, womit das Hotel auch speziell wirbt. Und da ist dann auch für mich der Haken. Wie der Concierge richtig bemerkte, man sieht es auf der Homepage, aber live fanden wir es doch mehr als gewöhnungsbedürftig. Es gibt nämlich eigentlich kein Bad, d. h. dass das Waschbecken direkt neben der Garderobe im Zimmer ist. Dusche und Toilette befinden sich in Kapseln, die zum einen nicht wirklich groß sind und wie soll ich sagen…man hat einfach keine Privatsphäre…Da es auch keinen Kleiderschrank gibt, hatte ich meine Kosmetika etc. in der Garderobe stehen…den Rest müsst ihr euch jetzt vorstellen ;-)…aber für mich ist dieses urbane Nomadentum nix, wo man nur mit 2 T-Shirts und einer Unterhose unterwegs ist…aber, an dieser Stelle ein großes Lob, nachdem ich meinem Unbehagen Luft gemacht hatte, haben wir das einzige Zimmer mit einem normalen Bad bekommen. Der Urlaub war gerettet und der Concierge musste immer grinsen, wenn er uns gesehen hat. Eine WinWinsituation also… 🙂
Fast neben dem Hotel seht ihr ein kleines Häuschen mit grünem Dach. Die gibt es in der Stadt an jeder Ecke und man bekommt dort ein paar Snacks und Getränke zu echt günstigen Tarifen.

Geht ihr die Avenida da Liberdade in Richtung Praça  Marquêsde Pombal kommt nach dem Platz, den Ihr auf dem Foto unten seht, die große Wiese mit den Hecken. Am Kopf hat man wieder einen tollen Ausblick bis zum Tejo. Auf der rechten Seite steht der PavilhãoCarlos Lopes.
Lissabon ist auf 7 Hügeln erbaut worden, und dementsprechend gibt es viele Steigungen. Darum haben sich die Lissabonner etwas einfallen lassen, so dass neben den Aufzügen solche Bahnen den fußmüden Touristen bergauf  oder -ab transportieren. Auch hier ist manchmal Schlangestehen angesagt, aber wir hatten Glück und konnten direkt einsteigen.
2. Tag: Baixa und Chiado
 
Am ersten Morgen haben wir es leider nicht geschafft, im Hotel zu frühstücken. Aber da wir ja direkt nebenan diesen Imbiss hatten, konnten wir uns dort für den Tag stärken….und eigentlich eher für 2…
Nach diesem Megasandwich war ich eigentlich schon mehr als satt, aber trotzdem konnte ich es mir nicht nehmen lassen, eines der typischen Puddingküchlein, die pasteis de nata, zu probieren. Sehr sehr lecker…
Kleiner Sprung in der Thematik….ich musste mit einem lieben Freund den Film IT gucken, und das, obwohl ich überhaupt kein Horrorfilmfan bin. Nicht, weil ich die Art Filme prinzipiell nicht mag, sondern weil ich ein echter Angsthase bin. Und so konnte ich auch nach dem Kinobesuch 2 Tage nicht schlafen…und was entdecke ich jetzt beim Sichten der Fotos… einen roten Luftballon….😎
Aber nun zurück zum Urlaub und den entspannten Dingen im Leben. Hier seht ihr den Elevador de Santa Justa, mit dem ihr zu einer Aussichtsplattform kommt. Oben angekommen hat man einen tollen Blick über Lissabon. Mit der Lisboacard ist die Fahrt kostenlos, und obwohl sie sehr kurz ist, solltet ihr das Anstehen in Kauf nehmen.
Die Karte lohnt sich übrigens für alle, die auch gerne ins Museum gehen. Zwar ist dort der Eintritt nicht frei, aber es gibt immerhin einen Rabatt. Außerdem ist sie auch gleichzeitig eine Fahrkarte, was wirklich praktisch ist. Wenn ihr sie im Netz bestellt, bekommt ihr einen Voucher, den ihr am Flughafen gegen die Karte eintauschen könnt.  Leider war eine meiner Karten, wir brauchten für den Zeitraum 2, defekt und wir mussten sie vorort umtauschen, was natürlich nicht so toll war, aber das der Flughafen von Lissabon nicht weit entfernt ist, konnten wir nach einer Stunde mit unserer Sightseeingtour weitermachen.
Nachdem wir ausgiebig den Blick genossen hatten sind wir in Richtung Igreja do Convento do Carmo geschlendert. Die Ruine, in der sich das Museu Arqueológico befindet, ist ebenfalls ein Besuch wert.
Ein Markenzeichen von Lissabon ist die historische Linie 28E. Der Reiseführer rät, an der Starthaltestelle einzusteigen. Um ehrlich zu sein, würde ich persönlich davon abraten. Die Wartezeit kann schon erheblich sein. Wir sind einfach zwischendurch eingestiegen, was überhaupt kein Problem war. Leider ist die Bahn ein beliebtes Jagdrevier für Taschendiebe, wie ich nach der Reise erfahren habe. Mir ist zum Glück nichts gestohlen worden, aber leider einem Bekannten.
Es ist auch sehr spannend die Fahrt von außen zu betrachten, da die Bahn sich durch enge Straßen kämpfen und dabei die enormen Steigungen und Gefälle meistern muss.
Es gibt viele Geschäfte, die nur Dosenfisch anbieten. Der schmeckt nicht nur lecker, sondern ist auch ein hübsches Mitbringsel für daheimgebliebene Fischliebhaber.
Der Praça do Comércio ist einer der schönsten Plätze Europas und mit seiner Lage direkt am Tejo auch bei Einheimischen sehr beliebt. Es gibt einen kleinen Stadtstrand und viele Möglichkeiten vom Großstadttrubel zu entspannen. Schön ist es, hier den Tag ausklingen zu lassen. Wenn die Sonne langsam untergeht, kann man an vielen Stellen bei einem Sundowner die blaue Stunde genießen.
 3. Tag: Alfama, Mouraria und Graca
Das war eine wirklich tolle Tour, die aber mal wieder unsere Kondition getestet hat. Besonders, weil wir die Strecke kurzentschlossen wieder hochgelaufen sind, um im Le Petit Café etwas zu Essen. Auch eine Empfehlung des Reiseführers, die genau zutraf. Es war super lecker und der Service sehr nett.
 Wir sind nicht nur den Essensratschlägen, sondern wie meistens auch den Tourempfehlungen von Herrn Beck gefolgt. Eine kleine Verschnaufpause kann man an einem weiteren tollen Aussichtspunkt machen. „Unserer lieben Frau vom Berge“ (Miradouro da Nossa Senhora do Monte)  ist außerdem ein beliebter Wallfahrtsort mit Marienstatue und kleiner Kapelle.
Auf dem Rückweg haben wir endlich einen Platz in der Linie 28 ergattert, mit der wir ganz bis zur Endstation durchgefahren sind. Aber wie gesagt, sind wir dann doch kurzentschlossen wieder zurück, um bei einem Essen Energie tanken zu können.
Und da wir schonmal da waren, und die blaue Stunde immer näher rückte, sind wir noch hoch zur Burg (Castelo de São Jorge), um von dort aus den Sonnenuntergang genießen zu können. Und, was soll ich sagen, ihr ahnt es sicher schon, auch von hier aus gibt es einen Rrundumblick…:-)

4. Tag: Avenidas Novas und Bairro Alto

Der Campo Pequeno ist eine Stierkampfarena, die aber geschlossen war, als wir gegen mittag ankamen.

In der Stadt wird viel renoviert und die Lissabonner scheinen den Wert ihrer historischen Bauwerke schätzen gelernt zu haben. Einzelne Fassaden, aber auch Bäume  werden zum Schutz mit Metallgerüsten abgestützt.
Das Museum Calouste Gulbenkian sollte auch auf jeder Sightseeingliste stehen. Es liegt in einem kleinen Park, der asiatisch gestaltet ist. Die Gebäude sind modern gehalten und setzten sich so von der Stadt ab. Es gibt ein Gebäude, das die moderne Sammlung beherbergt, mit der Gulbenkian persönlich nichts zu tun hatte. Er war eher an historischen bzw. antiken Gegenständen und Gemälden interessiert, die in einem anderen Bauwerk zu besichtigen sind. Sehr beeindruckend, wenn man bedenkt, dass dies seine private Sammlung war.
Ich verzichte hier darauf, euch noch mehr Exponate zu präsentieren. Die Libellendame war nur eines meiner Lieblingsstücke. Für den Rest müsst ihr selber vorbeischauen…
Der Besuch dieses Rooftoprestaurantes ist ein echtes Highlight und einen Besuch würde ich euch wärmstens empfehlen. Ebenfalls ein Tip aus dem Reiseführer. Wenn ihr allerdings nach 19 Uhr einen Tisch haben wollt, ist eine Reservierung notwendig. Es gibt Tapas, die etwas größer sind als normal und die Empfehlung des Kellners 3 für 2 Personen zu nehmen, passte genau. Wir haben uns daran nicht gehalten und noch Nr. 4 bestellt… Aber da wir früh da waren, konnten wir entspannt alles verputzen und zusehen, wie die Sonne langsam verschwindet…

5. Tag Sintra

Falls ihr nur für 2 oder 3 Tage in Lissabon seid, solltet ihr euch überlegen, ob ihr diesen Tagesausflug mitnehmen möchtet, denn die Zeit ist notwendig, um Sintra gesehen zu haben. Es lohnt sich auf jeden Fall, und da wir 5 Tage zur freien Verfügung hatten, war das für uns kein Problem. Der Zug fährt nicht ganz so häufig, darum ist es sinvoll, sich den Fahrplan im Netz anzuschauen.
Am Bahnhof in Sintra gibt es einige kleine Läden, in denen ihr frischen Proviant kaufen könnt. Mit Obst, Wasser und guten Laufschuhen haben wir uns auf den Weg gemacht. Eine Windjacke solltet ihr auch mitnehmen, da der Wind, trotz 27 Grad und Sonne, zumindest bei uns sehr eisig war.
Es gibt die Möglichkeit mit einem Bus oder per TuckTuck hoch zur Burg und zum Schloss zu gelangen. Wenn ihr fit seid, würde ich euch aber empfehlen, zu Fuß durch die tolle Parkanlage zu wandern. Der Aufstieg ist zwar recht anstrengend, aber die mit viel Liebe zum Detail angelegte Grünanlage lohnt die Mühe ganz bestimmt.
Im Schloss gibt es eine tolle Ausstellung. Für den Foody in mir war natürlich die Küche besonders interessant. Aber auch der Rest war sehr schön inszeniert.
Essen waren wir an diesem Tag ebenfalls in Sintra und mal wieder auf Empfehlung des Reiseführers bei Incomum. Auch hier Reservieren!

6. Tag 

An unserem letzten Tag haben wir uns einfach mal ein bisschen treiben lassen. Die meiste Zeit haben wir uns Bairro Alto mal bei Tageslicht angeschaut und sind u. a. in einem tollen Kaufhaus gelandet. Auch wenn die Gegend mehr für ihr Nachtleben bekannt ist, lohnt sich ein Besuch der vielen kleinen Boutiquen und Läden.


Oben auf dem Bild seht ihr den typischen getrockneten bacalhau. Und unten den Mercado da Ribeira. Ein Schlemmerparadies, in dem für bestimmt jeden Geschmack etwas dabei ist. Und ja, von Entspannung war dann doch keine Rede, denn wir sind an diesem Tag 2 mal vom Tejo hoch nach Bairro Alto und wieder zurück gelaufen, da wir uns einfach nicht entscheiden konnten, wo wir essen sollten…Wenn ihr das selber mal gemacht habt, wisst ihr, was ich meine…da ist der Muskelkater vorprogrammiert.

Unten seht ihr eine typische Lissabonner Nachspeise, die Papos del Anjo (Engelsbäckchen). Sie sehen nicht spektakulär aus, sind aber himmlisch lecker.

Zum Abschluss nochmal der Lissabonner ganzer Stolz, ihr Tejo bei Sonnenuntergang…
Tipps und ausführliche Hintergrundinfos im Reiseführer „Lissabon“:
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Text: © Melanie Kohlhaas, Bilder: © Melanie Kohlhaas

Melanie Kohlhaas ist Bloggerin und Fotografin und hat diesen schönen Beitrag über Lissabon auf ihrem Blog Caramelja veröffentlicht.

Vielfältig und bunt – der 37. DEKT in Berlin

Dass Berlin eine Reise wert ist, versteht sich von selbst. Auch wer kein Freund der Großstadt ist, fühlt sich öfters dabei ertappt, Berlin doch ganz nett zu finden. Kein Wunder, denn kaum eine Stadt in Deutschland bietet so viele verschiedene kulturelle Angebote wie unsere Hauptstadt.

 

Zwei Feste in einer Stadt

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Wahrzeichen der Stadt im Zeichen des Kirchentags

Besonders spürbar war dies am letzten Samstag im Mai. Am 27. Mai 2017 machten es sich gleich drei Gruppen zur Aufgabe, das Gesicht der Stadt zu verwandeln. Mit schillernden Farben zogen unterschiedlichste Menschen aus nah und fern in den Straßen umher. Geschmückt mit Fanschals und Trikots traf man sich an bunten Ständen und feierte – mehr oder weniger gemeinsam – gleich zwei große Feste. Der bunte Mix aus Rot, Weiß, Gelb, Schwarz und Orange mochte einige auf den ersten Blick verwirren. Denn während die einen dem DFB-Pokal-Finale zwischen Eintracht Frankfurt und Borussia Dortmund entgegenfieberten, trafen sich gleichzeitig tausende zu den Feierlichkeiten des „Lutherjubiläum“ auf dem 37. Evangelischen Kirchentag in Berlin.

Sehen und gesehen werden

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Graues Berlin?

Unter dem Motto „Du siehst mich“ (1. Mose 16, 13) versammelten sich von Mittwoch bis Sonntag zahlreiche Christen, aber auch Gläubige aus anderen Religionen, wie dem Judentum und dem Islam, Atheisten und generell Interessierte in Berlin. Alle zwei Jahre lädt die Evangelische Kirche Deutschlands ein, sich untereinander auszutauschen und friedlich so manches Streitthema zu diskutieren. Obwohl dieser Dialog durchaus christlich-protestantisch geprägt ist, finden so auch Menschen außerhalb dieses Glaubens interessante Angebote. Ob nun Diskussionen, Konzerte, Poetry Slams oder Theaterstücke, mit einem unfangreichen 500-Seiten-Programm war einiges zu erleben!

 

Große Themen – drängende Fragen

…oder Spiegel der Vielfalt?

Denn die Evangelische Kirche schaut hinaus in die Welt und sieht auf die brennenden Fragen in der Gesellschaft. Bei Podiumsdiskussionen, Gesprächsrunden und offenen Fragestunden standen beispielsweise PolitikerInnen, WissenschaftlerInnen und MenschenrechtlerInnen dem Publikum Rede und Antwort. Ein großes Thema war hier die Digitalisierung und die Rolle Deutschlands als Friedensbotschafter in aller Welt. Während auf der großen Bühne vor dem Brandenburger Tor Bundeskanzlerin Angela Merkel und der ehemalige US-Präsident Barack Obama bejubelt wurden, mahnte Außenminister Sigmar Gabriel auf der Messe mehr Verantwortungsbewusstsein an.
Klatschen sei einfach. Doch diese Art der Zustimmung reiche leider nicht aus, um die Tendenz in Richtung Aufrüstung und Krieg zu stoppen und umzudrehen. Es müsse endlich wieder um wichtige soziale, religiöse und politische Themen geredet, diskutiert und sich gestritten werden – im positiven Sinne. So solle die  Gesellschaft sich beteiligen bei den Fragen um Frieden, Nächstenliebe und weitere große Themen die sich mit den aktuellen politischen Lagen verknüpfen lassen.

 

„Tragt Freundlichkeit in die Welt!“

Der Eröffnungsgottesdienst erzählt Geschichte und Geschichten der Stadt Berlin

Mit diesem Appell, sich mehr an der Gestaltung der Politik und des öffentlichen Lebens zu beteiligen, waren die Politiker nicht alleine. Mit viel Herz und Humor ermutigte auch Eckhart von Hirschhausen dazu, Freundlichkeit in die Welt zu tragen: Dies könne schon im ganz Kleinen Anfangen. Als Tipp empfahl er, ab und an eine Münze auf die Straße fallen zu lassen. Wer überraschendes Glück erlebe, sei danach nämlich viel hilfsbereiter. Neben aller Heiterkeit warnte der Klavier-Kabarettist Bodo Wartke in seinem Lied „Nicht in meinem Namen“ davor, vorschnell Religion als Streitursache zu missbrauchen oder missbrauchen zu lassen.

 

Spiel und Spaß sind genauso wichtig

Natürlich durfte neben diesen ernsten Themen auch der Spaß nicht fehlen. So gab es viel Raum und Zeit, sich bei Sport, Tanz und Musik oder dem Feiern eines gemeinsamen Gottesdienstes zu treffen. Besonders auf sich aufmerksam machten mit Spiel und Spaß das Zentrum Jugend und das Zentrum Kinder: Hier war es dank vieler Mitmach-Aktionen laut und bunt.

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Abschlussgottesdienst in Wittenberg

Auch der Markt der Möglichkeit, der Markt der Innovation und andere Zentren boten vielfältige Angebote. Wer auf der Suche nach Impulsen und Antworten zu verschiedenen Themen suchte, war hier bestens aufgehoben. Seinen Abschluss fand der 37. Kirchentag dieses Jahr ausnahmsweise fernab vom eigentlichen Veranstaltungsort. Zu einem letzten Festakt – dem Abschlussgottesdienst – machten sich viele der Besucher auf nach Wittenberg.

 

„Hier stehen wir – und wollen anders. Jetzt gehen wir – und können anders!

Nun blicke ich nach ein paar Tagen zurück und frage mich was bleibt, von diesem Event und dem Wunsch anders zu handeln und Teil einer Friedensbewegung zu sein?
Für mich bleibt die Erfahrung, Teil einer unglaublich vielfältigen Weltgemeinschaft sein zu dürfen. Die Hoffnung, dass viele Menschen lieber Frieden suchen als Streit, egal aus welcher Region, Religion oder Orientierung sie kommen und der Wunsch Berlin als Stadt bald genauso bunt und weltoffen wiederzusehen.

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Kerzenmeer zum Ausklang des Tages in der Messe Berlin

 

 

Text: Saskia B. Vortisch

Fotos: Saskia B. Vortisch

Infos: https://www.kirchentag.de/

 

San Marco – Refugio mit Familientradition

Hoch auf einem Felssporn thronend ist das Refugio San Marco die älteste Schutzhütte in den Dolomiten. Wanderer werden hier von drei Generationen der Familie Ossi herzlich empfangen und köstlich bewirtet.

Am Warmwasser scheiden sich bekanntlich die Geister. Natürlich kommt man gut ein paar Tage ohne aus, aber warum selbst in Hütten mit der Anmutung einer Autobahnraststätte nur eiskaltes Wasser aus der Leitung läuft, lässt sich einer Solarzelle wohl kaum vermitteln. Und wie lange hält die Münze durch, falls es doch einen Duschautomaten gibt? Egal. Das Rifugio San Marco hat einen sensationellen ‚Wellnessbereich’ zu bieten: eine Warmwasserdusche unter freien Himmel. Mit dem schroffen Massiv der Marmarole im Genick und den zerzausten Spitzen der Cinque Torri im Blick, kann man genüsslich den Staub und Schweiß von den geschundenen Knochen spülen.

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Königlicher Blick auf den Monte Pelmo

Das mag auf eine falsche Fährte führen, denn die kleine Schutzhütte aus Naturstein besticht vor allem durch ihre Ursprünglichkeit – und die Herzlichkeit der Wirtsfamilie. Während die Enkel Emma und Marino Lolek mit dem zotteligen Hund Bongo auf der Wiese herumtollen, pflückt Oma Iva in dem kleinen Gemüsegarten Salat fürs Abendessen. Opa Marino Ossi schmeißt die Bar und späht mit dem Fernglas auf die Forcella, ob alle Bergsteiger auch wieder heil zurückkehren. Dann kommt Tanja mit ihrem Block auf die Terrasse und trägt jedem Gast persönlich vor, was die Küche Köstliches zu bieten hat: erster Gang, zweiter Gang – dolce vita.

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Opa Marino schmeißt die Bar, Hund Bongo begrüßt die Gäste und Mutter Tanja kocht.

Ein richtiger Familienbetrieb, jeder macht mit, jeder mischt mit, und hinter den Kulissen wird auch mal gezankt: ‚Wir sind doch kein Autogrill’ schimpft Tanja, wenn im August die Sommerfrischler Latte Macchiato bestellen. Der Opa geht die Sache etwas entspannter an: Kaffee ist Kaffee, und wenn’s ihm zu bunt wird, heißt es einfach: bar chiuso. Dann muss Tanja einspringen: bedienen, putzen, waschen, und der Oma in der Küche helfen: Vollgas von früh bis spät, da macht sie mehr Strecke als ein Tourengänger.

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Salat und Gemüse vom Garten direkt auf den Tisch

Seit 17 Jahren bewirtet die Familie Ossi das Rifugio, das auf einem Felsvorsprung am Fuße der Cima Bel Pra wie ein Adlerhorst über den Cadore-Tal thront. San Marco ist die älteste Schutzhütte in den Dolomiten, im Jahre 1895 vom Venezianischen Alpenverein errichtet, und trotz kleiner Umbauten und all den Brandschutzauflagen hat sie ihren ursprünglichen Charme bewahrt. Behutsam hält Marino Ossi mit seinen Tischlerarbeiten die Hütte im Stand. Alles ist stimmig, bis ins kleinste Detail – oben im Waschraum plätschert nur kaltes Wasser aus dem Hahn.

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Auf einem Felssporn über dem Cadore-Tal

Das Rifugio San Marco ist wirklich ein Zufluchtsort, und ein grandioser Logenplatz. Hauptdarsteller in dem steinernen Spektakel ist der König der Dolomiten, der Antelao. Mit seinen steil aufragenden Felsplatten scheint er den Himmel kitzeln zu wollen, während um seine Krone kleine weiße Wölkchen tänzeln. Ein imposanter Riese direkt vor der Haustür, zum Greifen nah, und doch in weiter Ferne. Seit einem gewaltigen Bergsturz auf dem Plattenschuss der Laste im Herbst 2014 wird aus Gefahr vor weiteren Abgängen von dem Aufstieg auf dem Normalweg abgeraten. Und auch die anderen Gipfel rund um San Marco haben es in sich: die Sorapiss-Umrundung, oder die Durchquerung der Marmarole entlang der Dolomitenhöhenwege: ‚Luftige Kletterei’ würde Hauleitner sagen.

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Auf der Marmarole-Runde

Für Bergsteiger, die auf allzu ausgesetzte Turneinlagen verzichten möchten, hat Edi, der Mann von Tanja und ausgebildeter Bergführer, eine montane Umrundung der Marmarole ausgetüfftelt. In vier bis fünf Tagen geht es durch das wildromantische Hochtal von St. Vito, abseits der ausgetretenen Steige rund um den Falzarego-Pass, in einen nahezu vergessenen Teil der Dolomiten, eine stille fast verwunschene Landschaft. Und auf der Südflanke des ‚marmonen’ Massivs scheinen sich die Hüttenwirte fast zu überschlagen, um kulinarisch mit der Familie Ossi mithalten zu können.

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In gut ausgeschilderter Einsamkeit trifft man höchstens mal auf einen Steinbock.

Eine geschmeidige Tour zum Saisonauftakt oder auch für Familien. Und das besonders Schöne an der Runde ist, dass man zum Abschluss wieder auf San Marco landet. Wenn man oben auf der Forcella Piccola in der tief stehenden Abendsonne das rote Dach der Hütte glänzen sieht und die Fußsohlen bereits brennen, geht es nur mehr ‚hangparallel’. Bald hört man Bongo bellen, dann ist es geschafft. Erstmal die Stiefel runter und einen Aperitif in dem kleinen Pavillon auf dem Felsvorsprung schlürfen – mit Blick auf seine Majestät. Und dann kommt auch schon Tanja rüber und fragt: primo, secondo? – Duschen nicht vergessen!

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Fantastische Belohnung nach der Wanderung: Gipfelglühen

Text: Paul Mayer

Fotos: Thilo Mössner

Infos: Webseite: Rifugio San Marco

Lage: in den östlichen Dolomiten auf dem Col de chi da Os auf 1.823 m ü. M. bei Cortina d’Ampezzo

Öffnungszeiten: Mitte Juni bis Ende September. Dieses Jahr eröffnet die Hütte am
20. Juni 2017.

Rifugio San Marco auf YouTube:

 

 

Nachwuchsparlament und Buchtage in Berlin 2017

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Links: Aktion zur Förderung von Toleranz © Börsenverein; Rechts: Die Eröffnung der Buchtage

Von Montag, den 12. Juni bis Mittwoch, den 14. Juni durfte ich gemeinsam mit 99 anderen Nachwuchskräften auf die Buchtage nach Berlin fahren und am Nachwuchsparlament teilnehmen. Mit dabei waren Azubis aus Buchhandlungen und Verlagen, Studierende aus buchnahen Studiengängen und Volontäre, die aus ganz Deutschland angereist sind.

Das Thema der diesjährigen Buchtage und des Nachwuchsparlaments lautete „Werte-Wandel-Verantwortung“, und da Frankreich 2017 Ehrengastland auf der Frankfurter Buchmesse ist, stand das Programm ganz im Zeichen des deutsch-französischen Austauschs.

Den Auftakt der Veranstaltung machten Frank Richter (Geschäftsführer Stiftung Frauenkirche Dresden), Alexander Skipis (Hauptgeschäftsführer Börsenverein) und Horand Knaup (Redakteur beim Spiegel). In einer Podiumsdiskussion zum Thema „Demokratie und Meinungsfreiheit“ erörterten sie, wie wichtig Pressefreiheit in den Medien ist. Außerdem kamen sie zu dem Ergebnis, dass sich immer mehr Menschen nur noch digital über Nachrichten und Neuigkeiten in der Welt informieren. Durch den Wunsch, alles kostenlos lesen zu können, leide die Qualität, so dass es langfristig dringend erforderlich sei, ein angemessenes Preismodell einzuführen.

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Von links nach rechts: Alexander Skipis, Horand Knaup, Judith Hoffmann und Frank Richter 

Danach wurden wir in Gruppen eingeteilt und haben an verschiedenen Workshops teilgenommen und anschließend Buchhandlungen und Verlage in Berlin besucht. In meinem Workshop haben wir den Vortrag „Wie Publishing Startups und neue Verlage vom digitalen Wandel profitieren“ von Fabienne Riener (COO des Sourcefabric-Instituts) gehört und uns anschließend mögliche Innovationen in der Branche überlegt und gegenseitig vorgestellt. Dabei ist zum Beispiel die Idee, einer Jobbörse im Tinderformat aufgekommen.

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Fabienne Richter stellt Publishing Startups vor

Die Exkursion führte mich zum be.bra Verlag, einem kleinen unabhängigen Verlag, der 1995 gegründet wurde. Die erste Publikation war ein Currywurstführer quer durch Berlin und mittlerweile ist das Programm ziemlich breit. Es beinhaltet Sachbücher zu aktuellen Themen, zur deutschen Geschichte, zu Berlin, Brandenburg und anderen Regionen, aber auch historische Kriminalromane und eine Reihe mit japanischer Literatur. Die Verlagsmitarbeiter haben sich und den Verlag vorgestellt und am Ende hat jeder noch das Buch Wildes Berlin geschenkt bekommen, welches die skurrilsten Hauptstadtbewohner in ihrem natürlichen Lebensraum vorstellt, mit dabei der Prenzlbiber, die Reinickendorfer Füchse und das Köpenicker Rotwild.

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Links: Die Mitarbeiter des be.bra Verlags; Rechts: Buch Wildes Berlin © be.bra Verlag

Abends fand noch ein Get-Together mit gemeinsamem Abendessen statt, so dass alle Teilnehmer die Möglichkeit hatten, sich auszutauschen und besser kennen zu lernen.

Am Dienstagmorgen ging es dann direkt weiter mit der Parlamentssitzung und der Wahl der Nachwuchssprecher. Gewählt wurde für zwei Jahre und entschieden haben wir uns für Cleo Ciba, Volontärin im Bereich Marketing und Unternehmensentwicklung beim Lingen Verlag in Köln, und Philipp Nawroth, Auszubildender der Buchhandlung Osiander in Reutlingen.

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Rechts: Die frisch gewählten Nachwuchssprecher Cleo Ciba und Philipp Nawroth                        © Börsenverein

Bei der offiziellen Eröffnung der Buchtage im Anschluss wurde verkündet, dass die kanadische Schriftstellerin, Essayistin und Dichterin Margaret Atwood den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2017 erhält, der zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse im Oktober verliehen werden wird. Ihre Romane und Sachbücher zeichnen sich besonders durch ihr politisches Gespür und die Hellhörigkeit für gefährliche, unterschwellige Entwicklungen und Strömungen aus.

Einer der Höhepunkte der Veranstaltung war die Rede von Bundesminister für Justiz und Verbraucherschutz, Heiko Maas. Vordergründung thematisierte er in seiner Rede den Rechtspopulismus und die Verrohung der Kommunikation in sozialen Netzwerken und in der Gesellschaft. In erster Linie verteidigte Herr Maas allerdings das Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz und erntete dafür im Anschluss zahlreiche Kritik von Verlegern diverser Sachbuchverlage im Publikum. Letztendlich entscheidet sich aber erst in zwei Wochen, ob das Gesetz wie geplant vom Bundestag verabschiedet wird.

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Bundesminister Heiko Maas während seiner Rede

Abends fand dann der unterhaltsamste Teil der Buchtage statt, das Mitgliederfest im Haubentaucher. Dort hatte der Nachwuchs die Möglichkeit, sich mit namhaften Persönlichkeiten aus der Branche zu vernetzen und sich vielleicht auch schon bei dem ein oder anderen Verleger vorzustellen. Ein besonderes Highlight an dem Abend war der musikalische Auftritt des franko-ruandischen Autors und Musikers Gaël Faye.

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Links: Das Mitarbeiterfest; Rechts: Musiker Gaël Faye

Der Mittwoch war dann noch mal vollgepackt mit einer Reihe von Vorträgen zum Tagungsthema Werte, Wandel und Verantwortung und dem deutsch-französischen Austausch. Da sich viele Vorträge allerdings überschnitten haben, musste und durfte jeder selbst entscheiden, woran er teilnehmen wollte.

Ich habe dieses Jahr das erste mal an den Buchtagen teilgenommen und finde es super, dass der Börsenverein uns Nachwuchskräften diese Chance ermöglicht. Ich habe viele neue und interessante Menschen kennen gelernt und mich über Themen ausgetauscht, die mir bislang noch neu oder nicht ganz klar waren. Vor allem fand ich es interessant, wie viele buchnahe Unternehmen es neben Verlagen und Buchhandlungen noch gibt, die man bisher noch nicht so auf dem Schirm hatte.

Mir hat es so gut gefallen, dass ich direkt einer AG zur Vorbereitung der Buchtage 2018 beigetreten bin. Ich werde nächstes Jahr also wieder mit dabei sein und kann allen Nachwuchskräften wirklich nur empfehlen, sich zu bewerben.WhatsApp Image 2017-06-16 at 13.57.b22

Text: © Anique Hoffmann, Bilder: © Anique Hoffmann (außer siehe Bildunterschrift)

Anique Hoffmann studiert Buchwissenschaft und Ökonomie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und ist studentische Mitarbeiterin beim Michael Müller Verlag.

Um an den Buchtagen teilnehmen zu können, hat sie eine Power-Point-Präsentation zum deutsch-französichen Austausch erstellt. Unter allen Bewerbern wurden die 100 besten ausgewählt, die dann nach Berlin zum Nachwuchsparlament fahren durften.

 

8 Dinge, die ich in Australien lernte

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1. Wildlife

Schon beim Landeanflug hielt ich Ausschau nach den ersten Kängurus, fest davon überzeugt, dass es in Australien nur so wimmelt von den flauschigen Beuteltieren. Doch überraschenderweise sitzt nicht in jedem zweiten Busch ein wildes Tierchen und es ist gar nicht so einfach, sie überhaupt in der freien Natur zu entdecken. Erst am 10. Tag unserer Reise an der Ostküste entlang in Richtung Cairns erspähten wir eine kleine Herde auf einem Fußballplatz mitten im Ort. Ich war richtig glücklich, endlich welche entdeckt zu haben! Und wie sie da so stehen und grasen, könnte man fast denken es wären Rehe – aber nur, bis sie dann davon hüpfen. Die Chance, einen Koala zu Gesicht zu bekommen, ist noch viel kleiner. Die meisten wild lebenden Tiere gibt es an der Südküste. Da kann man dann schon eher mal Glück haben und ein kleines Bärchen entdecken.01-Tiere

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2. BBQ

BBQ ist ganz groß in Down Under! An jedem Strand und in jedem Park findet man Picknick-Tische und fast immer steht direkt daneben ein elektrischer BBQ-Grill, den man einfach kostenlos benutzen kann. Man drückt nur auf einen Knopf und schon kann das Grillen losgehen. Danach macht man ihn einfach wieder sauber und der Nächste kann mit dem BBQ-Spaß beginnen. Was in Deutschland undenkbar ist, scheint hier super zu funktionieren. Wir haben nicht einen schmutzigen Grillplatz gesehen, obwohl sie besonders für Partys oft genutzt werden!02-BBQ

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3. Plastik, Plastik, Plastik!

Wenn man hier mit vier kleinen Sachen an die Kasse geht, kann es gut sein, dass man den Supermarkt mit zwei Tüten verlässt. Man kennt das ja aus den USA, dass Einkäufe direkt eingetütet werden, aber hier ist das genauso üblich. Sagt man dann, man brauche keine Tüte, wird man komisch angeschaut. Und obwohl in Australien quasi jedes Tier seinen eigenen Beutel hat, habe ich nie einen Menschen gesehen, der einen eigenen Beutel mit in den Laden gebracht hätte.03-Plastik

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4. Teures Australien

Manchmal vergisst man, wie gering die größte Insel der Welt bevölkert ist. Nur 24 Millionen Menschen wohnen hier und das bei einer Fläche, die etwa 20-mal so groß wie Deutschland ist. Das ist auch einer der Gründe, warum Lebensmittel hier gerade für unsere Verhältnisse unglaublich teuer sind. Im Restaurant zahlt man pro Gericht mindestens 20, eher 30 $, und selbst in kleinen Imbissen zahlt man nie weniger als 10 $. Da erscheint es natürlich sinnvoll, seine Mahlzeiten selbst zuzubereiten. Aber auch die Preise in den Supermärkten sind wesentlich höher als bei uns. Allerdings haben diese in letzter Zeit Konkurrenz bekommen: Vor ein paar Jahren hat Aldi die ersten Läden in Down Under eröffnet – und das Konzept scheint auch hier anzukommen. Mittlerweile gibt es nämlich schon etliche Filialen des bisher einzigen Discounters im Lande. Es ist schon verrückt, so weit weg von Zuhause bei Aldi einkaufen zu gehen, vor allem weil es dort praktisch genau so aussieht wie bei uns, und auch einige Produkte gleich sind.04-Preise

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5. Obst

Obst schmeckt hier soo gut! Überall gibt es kleine Obstläden und Straßenstände. Das Obst, das dort verkauft wird, kommt praktisch direkt vom Baum oder Strauch. Zum Beispiel gibt es kleine, dicke Bananen, sogenannte Lady Fingers, die genauso schmecken, wie eine Banane schmecken muss. Oder kleine Ananasfrüchte, die gar nicht sauer sind, sondern nur süß und saftig. Je nachdem durch welche Region man fährt, sieht man Plantagen der unterschiedlichsten, exotischen Früchte. Besonders Macadamia Nüsse gibt es in allen Variationen, und mit Schokolade überzogen sind sie ein super Mitbringsel.

05-Obst© pixabay

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6. Strände

Wenn man die Ostküste entlang fährt, reiht sich ein Strand an den anderen, und alle sind wunderschön. Der Sand ist so fein, dass es leise knirscht, wenn man darüber läuft, und er ist so weiß, wie auf einer Traumstrand-Postkarte. Auch das Wasser ist immer super sauber und türkis. Man sollte allerdings wirklich nur ins Wasser gehen, wenn Rettungsschwimmer in der Nähe sind. Denn es gibt nicht nur gefährliche Tiere, sondern vor allem auch unberechenbare und leicht zu unterschätzende Strömungen, die einen schnell aufs offene Meer hinaustragen. Deshalb gibt es sehr viele beaufsichtigte Strände. Verrückt ist aber, dass die überwachten Bereiche oft nur wenige Meter lang sind und man auch wirklich nur dort ins Wasser gehen darf. Selbst an den großen und bekannten Stränden, wie zum Beispiel dem Bondi Beach in Sydney, geht jeder nur innerhalb des kleinen, mit Fahnen abgesteckten Bereichs baden.06-Strände

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7. Menschen

Die Menschen hier wirken nicht nur total entspannt, sondern sind auch super freundlich. Überall wird man mit „Hi, how are you“ begrüßt. Und hilfsbereit sind sie auch. Einmal haben wir jemanden an der Straßenbahnhaltestelle nach dem Weg gefragt. Als dann aber direkt seine Bahn kam, ist er einfach nicht eingestiegen, nur um uns weiterzuhelfen! Außerdem findet man in jedem noch so kleinen Ort eine Touristeninformation und es lohnt sich immer, dort vorbeizuschauen. Es gibt kostenloses WLAN und man bekommt Karten von der Umgebung. Man kann sich aber auch einfach über mögliche Aktivitäten in der Nähe informieren oder verschiedene Touren buchen.07-Menschen

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8. Sportsclubs

Australien ist eine Nation voller Spielwütiger. In fast jedem Ort gibt es einen Sportsclub. Oft sind sie riesig und super modern mit vielen verschiedenen Restaurants, Hotels und Spielplätzen für Kinder. Der größte Bereich besteht aber immer aus dutzenden blinkenden Spielautomaten und anderen Glücksspielen. Schon morgens kommen die ersten Zocker in die Clubs und bleiben nicht selten den ganzen Tag dort, um ihr Glück zu versuchen. Aber auch das Wetten ist hier ganz groß. Es gibt zum Beispiel Pferde- oder Hunderennen, die sogar im Fernsehen übertragen werden.

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© pixabay

 

Tipps und ausführliche Hintergrundinfos im Reiseführer „Australien – Der Osten“:

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Reiseführer

.Text: © Anique Hoffmann, Bilder: © Anique Hoffmann (außer siehe Bildunterschrift)

Anique Hoffmann studiert Buchwissenschaft und Ökonomie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und ist studentische Mitarbeiterin beim Michael Müller Verlag.

Skifahren – mal woanders!

Vorarlberg und Tirol, Graubünden und Wallis, Isère und Allgäuer Alpen. Wintersportfans wedeln zwischen November und April gewöhnlich in diesen Regionen die Hänge, Pisten und Skirouten herunter und kennen in „ihrem“ Skigebiet jede Alm, jedes Lifthäuschen und alle Abfahrten. Zeit, einmal über den alpinen Tellerrand hinauszuschauen! Skifahren ist auf dem gesamten Globus populär – auch dort, wo man es zunächst nicht vermuten würde. Eine kleine Auswahl exotischer Skiabenteuer.

Marokko

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Hoher Atlas: Zugang nur für Wintersportler.                                                                     Foto via: happytellus.com

Strand- oder Skiurlaub? Gerade einmal 60 Kilometer von Marrakeschs Basaren und eine gute Stunde von der Küste des Atlantischen Ozeans entfernt liegt das Oukaïmeden Skigebiet im Atlasgebirge. Der Gipfel auf 3268 Metern ist zwischen Januar und März mit Schnee bedeckt, 20 Pisten und sieben Lifte ermöglichen orientalischen Skispaß mit Blick auf verschneite Bergdörfer und die Haouz-Ebene. Die Tageskarte kostet mit gerade einmal 10 Euro nur einen Bruchteil der sonst ski-üblichen Preise, zu Essen gibt es Couscous statt Kässpätzle.

Kaschmir (Indien)

Etwas für Abenteurer, nicht zuletzt wegen dem zweifelhaften Ruf der umkämpften Krisenregion Kaschmir im höchsten Gebirge der Welt. Vor allem Freerider schätzen die zahlreichen Offpiste-Möglichkeiten des Gulmarg-Tals, immer unter den wachsamen Augen indischer Hochgebirgssoldaten, die hier dem pakistanischen Militär gegenüberstehen. Die zehntausenden Touristen, die jährlich den – selbst für indische Verhältnisse – beschwerlichen Weg ins abgelegene Gulmarg-Tal auf sich nehmen, scheint das nicht zu stören. Saison auf dem Dach der Welt ist zwischen Dezember und April, „Curry Powder“ garantiert.

Auf dem Dach der Welt schwelt seit Jahren ein Konflikt zwischen Indien und Pakistan.
Auf dem Dach der Welt schwelt seit Jahren ein Konflikt zwischen Indien und Pakistan. Wintersportler mit Hang zum Abenteuer lassen sich davon jedoch nicht abhalten. Foto via: northjersey.com

Rumänien

Dracula am Lift? Nicht ganz, allerdings liegt das berüchtigte Schloss Bran des durstigen Fürsten der Finsternis unweit des rumänischen Skigebiets Poiana Brașov in den Südostkarpaten. Die Infrastruktur ist auf den neuesten Stand der Lifttechnik aufpoliert worden, und zwischen Dezember und März ist ein internationales Publikum auf den 15 Pistenkilometern unterwegs. Dank Flutlichtanlage ist nicht nur Nachtskifahren möglich, auch Vampire sollten vom hellen Schein abgeschreckt werden…

Sizilien

Dolomiten aufgepasst! Gut tausend Kilometer weiter südlich gibt es heiße inneritalienische Konkurrenz. Auf der größten Insel im Mittelmeer bietet der Ätna auf seiner Nord- und Südflanke tolle Pisten aller Schwierigkeitsstufen und sogar Langlaufloipen. Solange der höchste und aktivste Feuerspucker Europas schläft, ist Schnee zwischen Dezember und März reichlich vorhanden.

(Pisten-)Tanz auf dem Vulkan.
(Pisten-)Tanz auf dem Vulkan.                                                                                                       Foto via: spiegel.de

 Text: © Johannes Endler

 

 

 

 

 

 

Weihnachtsmarkt mal anders

Eine Waffel, ein Lebkuchen oder ein paar Plätzchen, dazu eine Tasse Glühwein und «Stille Nacht, Heilige Nacht». Für viele gehört der Besuch eines Weihnachtsmarktes zum Advent wie die unvermeidliche Suche nach den passenden Weihnachtsgeschenken für Familie und Freunde. Was aber, wenn man die Weihnachtslieder nicht mehr hören, den Glühwein nicht mehr riechen und den Lebkuchen nicht mehr schmecken kann – aber dennoch nicht auf den Besuch eines Weihnachtsmarktes verzichten möchte? Kein Problem! Denn die Republik hat in Sachen Weihnachtsmärkte weit mehr zu bieten als man denken mag.

 

Der Historische – Dresdener Mittelalter-Weihnacht

© Matthias Frank Schmidt (www.fotograf-erfurt.de)
Foto: © Matthias Frank Schmidt (www.fotograf-erfurt.de)

Kein elektrisches Licht und vor allem kein Plastik. Stattdessen werden bei Einbruch der Dunkelheit die Kerzen und Öllampen angezündet. Auf dem Mittelalter-Weihnachtsmarkt im Dresdener Stallhof kann man sich vor traumhafter Schlosskulisse für ein paar Stunden in eine längst vergangene Zeit zurückträumen. Die über 50 Krämer und Handwerker tragen authentische Kleidung, arbeiten mit mittelalterlichen Werkzeugen und bieten nur das an, was man auch im Mittelalter hätte brauchen können – und vielleicht ein bisschen mehr. Passend dazu geben die Kurfürstlichen Stallhof-Musikanten mehrmals täglich mittelalterliche und barocke Musikstücke zum Besten.
Der historische Weihnachtsmarkt ist seit 25. November bis 23. Dezember, vom 27. bis 30. Dezember und vom 02. Januar bis 04. Januar 2015, jeweils von 11 – 21.30 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist unter der Woche frei, an den Wochenenden und vom 27. bis 30. Dezember wird ein Wegzoll in Höhe von 3 Euro erhoben (ermäßigt 2 Euro).

 

Der Sündige – Santa Pauli in Hamburg

Foto: © Röer
Foto: © Röer

Auf dem Spielbudenplatz mitten im Herzen St. Paulis feiert der Kiez «Hamburgs geilsten Weihnachtsmarkt». Bei Santa Pauli verschwimmen die Grenzen zwischen traditionellem Weihnachtsmarkt und sündigem Reeperbahn-Erlebnis. Zwischen der großen Showbühne mit täglicher Livemusik und den heißen Darbietungen im Stripzelt gibt es alles zu kaufen, was zum Thema «Erotischer Weihnachtsmarkt» passt. Wem es dann noch nicht zu heiß geworden ist, der kann sich in der Kaminlounge Winterdeck eine leckere Bordsteinschwalbe oder einen heißen Nussknacker schmecken lassen.
Der frivole Markt ist seit 20. November bis 23. Dezember geöffnet: montags bis mittwochs von 16 bis 23 Uhr, donnerstags von 16 bis 0 Uhr, freitags und samstags von 13 bis 1 Uhr und sonntags von 13 bis 23 Uhr. Der Eintritt ist kostenlos.

 

Der Sagenhafte – Märchenhafter Weihnachtsmarkt in Berlin

© SPSG / Foto: Hans Bach
© SPSG / Foto: Hans Bach

Am zweiten Adventswochenende verwandelt sich das Jagdschloss Grunewald in ein weihnachtliches Märchenschloss. Frau Holle, Hänsel und Gretel, Aschenputtel und viele weitere Figuren sind zu Gast und mischen sich unter die kleinen und großen Besucher des Märchen-Weihnachtsmarktes. Und während eine Märchenerzählerin mit spannenden Geschichten vor allem die Kinder in ihren Bann zieht, finden die Eltern an den Ständen des Marktes schöne und außergewöhnliche Geschenkideen und kunsthandwerkliche Gegenstände. Musik und die eine oder andere weihnachtliche Leckerei bringen die Gäste fernab von der Großstadthektik Berlins entspannt in festliche Stimmung.
Der Märchen-Markt findet am 6. und 7. Dezember zwischen 11 und 19 Uhr statt. Der Eintritt kostet 3 Euro (inkl. Schlossbesichtigung), Kinder bis 6 Jahre sind frei.

 

Der Multikulturelle – Welt-Weihnachtsmarkt in Stuttgart

Foto: © Osamu Kaneko (piqs.de)
Foto: © Osamu Kaneko (Quelle: piqs.de)

In Stuttgart, besser gesagt in Bad Cannstatt, kann man in diesem Jahr zum ersten Mal sieben Weihnachtsmärkte in einem erleben. Der Welt-Weihnachtsmarkt bietet sieben ganz unterschiedlichen Weihnachtskulturen Raum, sich auf verschiedenen Plätzen der Altstadt zu präsentieren. Jeder der Teilmärkte lockt dabei mit einer besonderen Attraktion: ein griechisches Weihnachtsschiff, eine neuseeländische Beachbar, ein orientalisches Beduinen-Teezelt, eine russische Eisbar, eine italienische Kindereisenbahn, ein amerikanischer Schulbus und natürlich eine schwäbische Budenstadt mit Glühwein, Lebkuchen, Eisstockbahn und Wunschbaum.
Der Welt-Weihnachtsmarkt ist von 06. Dezember bis 06. Januar 2015 geöffnet, jeweils von 11.30 Uhr bis 19.30 Uhr. Am 24. und 31. Dezember schließt der Markt jedoch bereits um 14.30 Uhr. An den Weihnachtsfeiertagen (25. und 26. Dezember) bleibt der Markt geschlossen. Der Eintritt ist kostenlos.

 

Der Geheimtipp: Markt der Partnerstädte in Nürnberg

Foto: © Uwe Niklas
Foto: © Uwe Niklas

Der Nürnberger Christkindlesmarkt ist weltberühmt. Aber wer kennt den Markt der Partnerstädte, der nur wenige Schritte vom Trubel des Haputmarktes entfernt stattfindet? Der mit 21 Buden vergleichsweise winzige Markt auf dem Nürnberger Rathausplatz hat sich in den letzten Jahren zum echten Geheimtipp entwickelt. An den Ständen präsentieren Nürnbergs Partnerstädte und befreundete Kommunen mit typischen, kunstgewerblichen und kulinarischen Spezialitäten ihr Land und ihre Traditionen. Mit dabei sind z. B. Antalya (Türkei), Glasgow (Schottland), Kavala (Griechenland), San Carlos (Nicaragua), Shenzhen (China), Skopje (Mazedonien) und auch die Stadt Krakau, die zu Beginn der 1980er Jahre die erste Partnerstadt war, die auf dem Christkindlesmarkt Kunsthandwerk angeboten hat.
Der Markt der Partnerstädte Nürnbergs ist vom 28. November bis 23. Dezember täglich von 10 Uhr bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Text: Kathrin Etzel

 

Zwischen Blauer Piste und Zwergerl-Garten

4 familienfreundliche Skigebiete mit erschwinglichen Preisen

Die Tage werden immer kürzer, gebietsweise gibt es bereits Nachtfrost, beim Radfahren müssen Mütze und Handschuhe her und auf den Wetterkarten mischen sich zumindest in Höhenlagen schon zunehmend weiße Flocken zwischen die Regentropfen. Während der Winter seine kalten Fühler stetig weiter ausstreckt und die wärmende Teestunde gerne etwas verlängert wird, reiben sich begeisterte Wintersportler bereits die Fäustlinge.
Leider zählt der Skisport nicht gerade zu den günstigen Freizeitaktivitäten – und gerade wenn man mit der ganzen Familie Richtung Piste aufbricht, muss der Geldbeutel regelmäßig mindestens so dick wie Anorak, Fleece und Funktionsunterwäsche zusammen sein.
Wo also können die Kleinen entspannt carven, Eltern auch mal alleine wedeln, und wo werden Ticketkauf und obligatorischer Einkehrschwung nicht automatisch zu einer Großinvestition?

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Österreich: Skialm Lofer

Lofer liegt im Pinzgauer Saalachtal des Bundeslandes Salzburg, in den Ausläufern der Chiemgauer Alpen kurz hinter der österreichischen Grenze. Mit umfangreichen Kinderskikursen und -programmen, Tagesbetreuungen und zwei Skischulen kommen die Kleinen in Lofer nicht zu kurz. Das Skigebiet wurde nicht nur für die Qualität der neuen Sesselbahnen, sondern explizit auch für Kinder- und Familienfreundlichkeit ausgezeichnet. Auch preislich kann sich „Österreichs schönste Skialm“ dem Vergleich mit der Konkurrenz stellen: 2 Erwachsene und 2 Kinder können bereits für 85 Euro einen gemeinsamen Tag auf der Piste genießen. Die Übernachtungen in den nahen Hotels sind vergleichsweise günstig, Kinder unter 12 Jahren wohnen zum Teil sogar kostenlos.

Schweiz: Arosa-Lenzerheide

Das Skigebiet Arosa-Lenzerheide im Kanton Graubünden gilt als familienfreundlichste Skiarena der Schweiz. Gerade im Tschuggengebiet befinden sich zahlreiche kurze, flache Abfahrten für die ersten Schwünge auf ein oder zwei Brettern. Förderbänder und Kinderlifte in Talnähe erleichtern den Einstieg ins Wintervergnügen. Wohl einzigartig ist der speziell für Kinder konzipierte Snowpark, in dem die Wagemutigsten des Nachwuchses Tricks und Kunststücke üben können. Wer etwas mehr Zeit mitbringt, kommt in den Genuss des „Familienhit“-Angebots:  Ab sechs oder mehr Tagen bekommt die Familie einen Skitag geschenkt. Arosa-Lenzerheide ist außerdem das einzige Skigebiet der Schweiz, welches neben einem Kinderpreis auch Vergünstigungen für Jugendliche und Studenten anbietet.

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Italien: Kronplatz

Das Skigebiet Kronplatz (Plan de Corones) in Südtirol zeichnet sich auf über 100 Pistenkilometern mit bemerkenswerter Familienfreundlichkeit aus. Kinderzugänge an Liften, zahlreiche Blaue Pisten und ein Kids Safety Park machen den Kronplatz zum idealen Einsteiger- und Familienskigebiet. Mit 40 Euro ist die Tageskarte für Erwachsene erschwinglich, Kinder unter 8 Jahren fahren kostenlos gen Gipfel.

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Deutschland: Großer Arber

Das Skigebiet Großer Arber, mit 1.455 Metern höchster Berg im Bayerischen Wald, ragt auch hinsichtlich Familienfreundlichkeit heraus. So sind mit dem großen Arbär-Kinderland mit vier Förderbändern, dem Zwergerl Garten, einem Parallel-Riesenslalom für Kids mit Doppelzeitmessung, dem Familien-Cross-Park sowie einer Rodelbahn sehr gute Familienangebote geschaffen worden. Vier Skischulen betreuen die Kids und ermöglichen somit den Eltern einen entspannten Skitag. Wer lieber im Sitzen durch das Winterland braust, den bringt der kostenlose Rodelbus zum Start der 1.200 Meter langen Rodelbahn. Die Familientageskarte ist mit 80 Euro zu einem fairen Preis zu haben.

Alles, nur kein Après-Skizirkus: In den Michael Müller Reiseführern Salzburg & Salzkammergut, Graubünden, Südtirol und Bayerischer Wald finden Sie alle Informationen zu Ausflugszielen, Aktivitäten, Kultur und Geschichte abseits der Piste.

Fotos & Text: © Johannes Endler

Bayerischer Wald, 2. Auflage 2013, 16,90 EUR, 264 Seiten.
Bayerischer Wald, 2. Auflage 2013, 16,90 EUR, 264 Seiten.

Südtirol, 5. Auflage 2013, 24,90 EUR, 648 Seiten.
Südtirol, 5. Auflage 2013, 24,90 EUR, 648 Seiten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Salzburg & Salzkammergut, 3. Auflage 2012, 16,90 EUR, 296 Seiten.
Salzburg & Salzkammergut, 3. Auflage 2012, 16,90 EUR, 296 Seiten.

Graubünden, 3. Auflage 2012, 16,90 EUR,276 Seiten.
Graubünden, 3. Auflage 2012, 16,90 EUR,276 Seiten.