San Marco – Refugio mit Familientradition

Hoch auf einem Felssporn thronend ist das Refugio San Marco die älteste Schutzhütte in den Dolomiten. Wanderer werden hier von drei Generationen der Familie Ossi herzlich empfangen und köstlich bewirtet.

Am Warmwasser scheiden sich bekanntlich die Geister. Natürlich kommt man gut ein paar Tage ohne aus, aber warum selbst in Hütten mit der Anmutung einer Autobahnraststätte nur eiskaltes Wasser aus der Leitung läuft, lässt sich einer Solarzelle wohl kaum vermitteln. Und wie lange hält die Münze durch, falls es doch einen Duschautomaten gibt? Egal. Das Rifugio San Marco hat einen sensationellen ‚Wellnessbereich’ zu bieten: eine Warmwasserdusche unter freien Himmel. Mit dem schroffen Massiv der Marmarole im Genick und den zerzausten Spitzen der Cinque Torri im Blick, kann man genüsslich den Staub und Schweiß von den geschundenen Knochen spülen.

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Königlicher Blick auf den Monte Pelmo

Das mag auf eine falsche Fährte führen, denn die kleine Schutzhütte aus Naturstein besticht vor allem durch ihre Ursprünglichkeit – und die Herzlichkeit der Wirtsfamilie. Während die Enkel Emma und Marino Lolek mit dem zotteligen Hund Bongo auf der Wiese herumtollen, pflückt Oma Iva in dem kleinen Gemüsegarten Salat fürs Abendessen. Opa Marino Ossi schmeißt die Bar und späht mit dem Fernglas auf die Forcella, ob alle Bergsteiger auch wieder heil zurückkehren. Dann kommt Tanja mit ihrem Block auf die Terrasse und trägt jedem Gast persönlich vor, was die Küche Köstliches zu bieten hat: erster Gang, zweiter Gang – dolce vita.

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Opa Marino schmeißt die Bar, Hund Bongo begrüßt die Gäste und Mutter Tanja kocht.

Ein richtiger Familienbetrieb, jeder macht mit, jeder mischt mit, und hinter den Kulissen wird auch mal gezankt: ‚Wir sind doch kein Autogrill’ schimpft Tanja, wenn im August die Sommerfrischler Latte Macchiato bestellen. Der Opa geht die Sache etwas entspannter an: Kaffee ist Kaffee, und wenn’s ihm zu bunt wird, heißt es einfach: bar chiuso. Dann muss Tanja einspringen: bedienen, putzen, waschen, und der Oma in der Küche helfen: Vollgas von früh bis spät, da macht sie mehr Strecke als ein Tourengänger.

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Salat und Gemüse vom Garten direkt auf den Tisch

Seit 17 Jahren bewirtet die Familie Ossi das Rifugio, das auf einem Felsvorsprung am Fuße der Cima Bel Pra wie ein Adlerhorst über den Cadore-Tal thront. San Marco ist die älteste Schutzhütte in den Dolomiten, im Jahre 1895 vom Venezianischen Alpenverein errichtet, und trotz kleiner Umbauten und all den Brandschutzauflagen hat sie ihren ursprünglichen Charme bewahrt. Behutsam hält Marino Ossi mit seinen Tischlerarbeiten die Hütte im Stand. Alles ist stimmig, bis ins kleinste Detail – oben im Waschraum plätschert nur kaltes Wasser aus dem Hahn.

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Auf einem Felssporn über dem Cadore-Tal

Das Rifugio San Marco ist wirklich ein Zufluchtsort, und ein grandioser Logenplatz. Hauptdarsteller in dem steinernen Spektakel ist der König der Dolomiten, der Antelao. Mit seinen steil aufragenden Felsplatten scheint er den Himmel kitzeln zu wollen, während um seine Krone kleine weiße Wölkchen tänzeln. Ein imposanter Riese direkt vor der Haustür, zum Greifen nah, und doch in weiter Ferne. Seit einem gewaltigen Bergsturz auf dem Plattenschuss der Laste im Herbst 2014 wird aus Gefahr vor weiteren Abgängen von dem Aufstieg auf dem Normalweg abgeraten. Und auch die anderen Gipfel rund um San Marco haben es in sich: die Sorapiss-Umrundung, oder die Durchquerung der Marmarole entlang der Dolomitenhöhenwege: ‚Luftige Kletterei’ würde Hauleitner sagen.

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Auf der Marmarole-Runde

Für Bergsteiger, die auf allzu ausgesetzte Turneinlagen verzichten möchten, hat Edi, der Mann von Tanja und ausgebildeter Bergführer, eine montane Umrundung der Marmarole ausgetüfftelt. In vier bis fünf Tagen geht es durch das wildromantische Hochtal von St. Vito, abseits der ausgetretenen Steige rund um den Falzarego-Pass, in einen nahezu vergessenen Teil der Dolomiten, eine stille fast verwunschene Landschaft. Und auf der Südflanke des ‚marmonen’ Massivs scheinen sich die Hüttenwirte fast zu überschlagen, um kulinarisch mit der Familie Ossi mithalten zu können.

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In gut ausgeschilderter Einsamkeit trifft man höchstens mal auf einen Steinbock.

Eine geschmeidige Tour zum Saisonauftakt oder auch für Familien. Und das besonders Schöne an der Runde ist, dass man zum Abschluss wieder auf San Marco landet. Wenn man oben auf der Forcella Piccola in der tief stehenden Abendsonne das rote Dach der Hütte glänzen sieht und die Fußsohlen bereits brennen, geht es nur mehr ‚hangparallel’. Bald hört man Bongo bellen, dann ist es geschafft. Erstmal die Stiefel runter und einen Aperitif in dem kleinen Pavillon auf dem Felsvorsprung schlürfen – mit Blick auf seine Majestät. Und dann kommt auch schon Tanja rüber und fragt: primo, secondo? – Duschen nicht vergessen!

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Fantastische Belohnung nach der Wanderung: Gipfelglühen

Text: Paul Mayer

Fotos: Thilo Mössner

Infos: Webseite: Rifugio San Marco

Lage: in den östlichen Dolomiten auf dem Col de chi da Os auf 1.823 m ü. M. bei Cortina d’Ampezzo

Öffnungszeiten: Mitte Juni bis Ende September. Dieses Jahr eröffnet die Hütte am
20. Juni 2017.

Rifugio San Marco auf YouTube:

 

 

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Direkt um’s Eck

München ist eigentlich unfair. Es beansprucht die meisten Sonnenstunden unter den deutschen Millionenstädten für sich – 1681 pro Jahr – , der Wirtschaftsstandort brummt, der Fußball – zumindest in den letzten Jahren – wie von einem anderen Stern, und dann natürlich obendrauf noch die geographische Lage.
Fünf Stunden zum Mittelmeer, eine bis ins Tiroler Skigebiet, und die Anfahrt in die Bayerischen Alpen kann in der Zeiteinheit Minuten angegeben werden, ohne dabei fahren zu müssen wie ein Löw. München hat also ordentlich „Holz vor der Hütt’n“, wenn es um Ausflugsziele geht.

Blick ins Wettersteingebirge

Blick ins Wettersteingebirge mit Zugspitze von der Partenkirchener Dreitorspitze.

An den zahlreichen Föhntagen könnte man meinen, sie anfassen zu können, so nah und klar zeichnen sie sich ab: Die Benediktenwand, der Wendelstein in den Schlierseer Alpen, der Herzogstand, und im Hintergrund die höheren Gipfel der Ammergauer Alpen.
Und ab und an muss trotz – oder gerade wegen – der zahlreichen Grünanlagen, Biergärten, Trachtenfeste und Maß einfach mal durchgeschnauft werden.
Das funktioniert natürlich am besten in der frischen Bergluft, und von der gibt’s auf den Münchner Hausbergen reichlich. Natürlich, München hat derer mehrere, also wieder einmal unfair. Rio gibt sich mit dem Zuckerhut zufrieden, Los Angeles hat den Mount Lee in Hollywood, und Kapstadt begnügt sich mit dem Tafelberg.
München hingegen wartet mit einer ganzen Bergkette zwischen Zugspitze und Wendelstein auf, und als Puffer zwischen Stadt und Berg sind noch Ammersee, Starnberger See und Staffelsee als Ausflugsziele und sommerliche Naherholungsgebiete aufgereiht.

Panorama vom Herzogstand mit Kochelsee und Walchensee.

Panorama vom Herzogstand mit Kochelsee (l.) und Walchensee.

Freilich, die Münchner Haus- und Ausflugsberge strotzen nicht gerade vor alpinistischer Herausforderung. Das müssen sie aber auch gar nicht, denn genau durch diese Eigenschaft ermöglichen sie dem Metropoliten von der Isar, im wahrsten Sinne, den Horizont zu erweitern und Eisbach gegen Eibsee und den Olympiaberg gegen die Rotwand einzutauschen. Diesen mit überschaubaren 1884m höchsten Berg im bayerischen Teil des Mangfallgebirges erreicht man entweder vom malerischen Spitzingsee aus oder steigt von Geitau über den Soinsee auf den Gipfel.
Im Sommer und bei schöner Witterung kann es hier aufgrund der hohen Beliebtheit großen Andrang geben, doch abseits der Hauptwege kehrt recht schnell alpine Ruhe ein. Eine Umrundung der Rotwand ist mit etwas über neun Kilometern und knapp vier Stunden Wegstrecke auch für Kinder und Hobby-Kraxler geeignet. Unterhalb des Gipfels liegt auf 1737m das Rotwandhaus, die willkommene Einkehrmöglichkeit auf dieser Tour.
Hier wurde übrigens der „Problembär“ JJ1, besser bekannt als Bruno, 2006 gesichtet und erlegt. Zu wild soll’s dann eben auch nicht sein…

Im Juni erscheint die Neuauflage des Wanderführers Münchner Ausflugsberge inklusive GPS-Tracks. Ebenfalls erhältlich ist die Wanderführer App für Android, iOS und Windows Phone.

Münchner Ausflugsberge MM-Wandern, Neuauflage Juni 2014

Münchner Ausflugsberge MM-Wandern, Neuauflage Juni 2014.

Wandern auf Teneriffa: Ein Erlebnis für sämtliche Sinne

Unsere Mitarbeiterin Cara Koehler war für unseren Reiseblog auf Teneriffa unterwegs. Dort hat sie sich nicht nur mit Marion Helbig, der Autorin des MM-Wanderführers „Teneriffa“, zu einer Wanderung getroffen, sondern auch die reizvollen Landschaften Teneriffas und die kanarische Küche kennengelernt. Und da Cara US-Amerikanerin ist, gibt es den Blog heute zusätzlich zur deutschen Version auch auf Englisch.

Ostersonntag, morgens um viertel vor zehn. Wir sind auf dem Weg, um die Autorin des MM-Wanderführers „Teneriffa“ Marion Helbig zu treffen. Sie hat uns zu einer Wandertour durch die Schlucht „Barranco de Ruiz“ in Teneriffas grünem, und heute etwas regnerischem Nordteil eingeladen.
“Ich glaube, heute können wir die Wandertour vergessen, Cara.” sagt mein Freund. Dicke Regentropfen fallen vom Himmel und schlagen auf unserer Windschutzscheibe auf. Und tatsächlich teilt uns Marion am Treffpunkt ihrer Wanderfirma Der Wanderstab in Puerto de la Cruz mit, dass der Weg heute durch die starken Regenfälle zu rutschig ist. Inzwischen klart der Himmel langsam leicht auf, und Marion, deren Buch schon in dritter Auflage beim Michael Müller Verlag erscheint, schlägt einen Spaziergang an der Küste zwischen San Pedro und Puerto de la Cruz mit anschließendem Kaffee vor.

Aussichtspunkt über einer Plantage in San Pedro

Aussichtspunkt über einer Plantage in San Pedro.

Während der Feiertage sind besonders viele Familien, aber auch Jogger auf dem Pfad unterwegs – wir bewundern ihre Trittsicherheit und Geschicklichkeit, mit der sie den Pfad entlangrennen. Nach kurzer Wegstrecke erreichen wir ein erst kürzlich renoviertes altes Gutshaus aus dem 17. Jahrhundert, das derzeit leider für Touristen geschlossen ist. Die mächtigen Palmen werfen ihre Schatten auf die Fassade.

Das alte Gutshaus von einem Portugieser aus dem 17. Jahrhundert

Das alte Gutshaus eines Portugiesen aus dem 17. Jahrhundert.

Seit fast einem Jahrzehnt lebt Marion schon auf der größten Kanareninsel. Entsprechend kennt sie sie wie ihre Westentasche und hat viel Interessantes und Spannendes zu berichten. Unser Gespräch dreht sich um einheimische Gerichte, die natürlich viel mit der Landwirtschaft der Insel zu tun haben: Früher waren Rohrzucker und der daraus produzierte Rum das wichtigste Standbein der Insel; heute sind es Bananen, Avocados und Kartoffeln. Da dauert es nicht lang, bis wir unsere gemeinsame Leidenschaft für Wandern und Kulinarisches feststellen.

Landwirtschaft im Nordosten von Teneriffa

Landwirtschaft im Nordosten von Teneriffa.

Wir folgen dem Weg bergauf, bis sich ein neuer Küstenabschnitt vor uns auftut. Direkt an der Steilküste klebt die Ruine der Casa Hamilton und oberhalb davon die alte dampfbetriebene Wasserpumpanlage La Gordejuela. Dank der 1905 von der englischen Familie Hamilton erbauten Anlage war es möglich, die umliegenden Bananenplantagen mit Wasser zu versorgen – revolutionär für die damalige Zeit. Die kanarischen Inseln leiden teilweise an großer Wasserknappheit, wobei Teneriffa von den Passatwolken profitiert, die zumindest den Norden der Insel mit genügend Regenwasser versorgen.

Die Ruine der Casa Hamilton klebt an der Steilküste.

Die Ruine der Casa Hamilton klebt an der Steilküste. (© Marion Helbig)

Die unglaubliche geologische und botanische Vielfalt Teneriffas entdeckt man am besten zu Fuß bei Wanderungen in den höchst unterschiedlichen Regionen der Insel. Teilweise glaubt man sich an den Drehort eines Fantasyfilms versetzt. Und in der Tat beabsichtigte Ridley Scott, der berühmte Regisseur von Alien, sein neues episches Opus Exodus im Nationalpark Teide zu drehen. Doch die Parkverwaltung verweigerte die Genehmigung dafür, da die vielen beteiligten Tiere die Landschaft “verschmutzen” würden.

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Die weiße Mondlandschaft von Vilaflor.

Im Teide-Nationalpark glitzert am Fuße des 3718 m hohen Vulkans pechschwarzes vulkanisches Gestein in der Sonne. Nach der beeindruckenden schwarzen Mondlandschaft bildet der lichtgrüne, duftende Nadelwald, den man beim Abstieg nach Vilaflor durchwandert, einen bizarren Kontrast, wie er sich so vom blassen Boden und dem hellblauen Himmel abhebt.
Aber nicht nur die optischen Reize sind überwältigend, auch der Nase bieten sich berauschende Dufterlebnisse. Marion macht uns auch darauf aufmerksam. Sie kennt sich bestens in der Pflanzenwelt der Insel aus. Der Strauch, den wir auf ihr Geheiß hin anfassen, um dessen Duft zu erschnuppern, riecht unserer Meinung nach irgendwie nach Gummibärchen.

Im Nationalpark Las Cañadas del Teide.

Im Nationalpark Las Cañadas del Teide.

Möglicherweise sind dies aber nur die ersten Anzeichen von Hunger – und so ist es uns nur recht, dass Marion uns am Ende der Wanderung zu ihrer Lieblings-Guachinche bringt, wo wir einige der typischen kanarischen Köstlichkeiten genießen dürfen. Guachinches sind nur zeitweise geöffnete Garagenwirtschaften, in denen einfache, zünftige Speisen und der örtliche vino tinto zu äußerst zivilen Preisen gereicht werden.

Abierto heißt geöffnet! Eine Guachinche in der Nähe von La Orotava.

Abierto heißt geöffnet! Eine Guachinche in der Nähe von La Orotava.

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Typische kanarische camarones (Garnelen)

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Frittiertes Knoblauchhänchen

 

 

 

 

 

 

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Papas arrugadas

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Quesillo (Flan)

 

 

 

 

 

 

Marion Helbig und Jörg Brandt bieten mit ihrer Firma Der Wanderstab geführte Wanderungen für spanisch-, englisch- und deutschsprachige Gruppen und Reisende an.

Die Wanderfirma von Marion Helbig: Der Wanderstab

Die Wanderfirma von Marion Helbig: Der Wanderstab

Der Wanderführer Teneriffa und der Reiseführer Teneriffa liegen beide in komplett überarbeiteter Neuauflage vor.

MM-Wandern Teneriffa, 3. Auflage 2014

MM-Wandern Teneriffa, 3. Auflage 2014

Teneriffa, 7. Auflage 2014

Teneriffa, 7. Auflage 2014

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tenerife Hiking : A 5-Sense Experience

Easter Sunday, quarter to ten in the morning. We’re driving to meet MM Verlag’s Tenerife hiking guide author Marion Helbig, who has offered to have us join her tour of the Barranco de Ruiz on Tenerife’s lusher – today rainier – northern coast.“We can forget the hike, Cara,” says my boyfriend. Fat raindrops are falling on the windshield.
Indeed when we find Marion at Der Wanderstab (Marion’s hiking company) meeting point in Puerto de la Cruz, she tells us the trail in the Barranco will be too slippery to hike today. By now, though, the sky is clearing up and Marion, whose MM Tenerife hiking guide has just been printed in its 3rd edition, offers to take us for coffee and do a short hike along the cliff-lined coast between San Pedro and Puerto de la Cruz.
Despite the holiday, many families and even more joggers are out on the trail today – I watch in wonder as they spring along the paths with sure-footedness, weaving politely in and out of walkers. Not long into the walk, we come upon an estate, unfortunately temporarily closed for tourists, but recently painted a radiant yellow-ochre. The heavy palms around the property cast shadows onto the façades. Marion has been living in Tenerife for a good decade and knows her way around on and off the trails. Talk moves from the people of Tenerife to the island’s agriculture – originally centered on sugarcane production, nowadays hailed for bananas, avocados, and potatoes – and we quickly find a common love of traveling not only for new hiking adventures, but for the (perhaps counterproductive) purpose of savoring the local cuisine.
After leaving the former manor, we walk on, mostly uphill, over a bridge to access a coastal region that is home to mysterious Casa Hamilton, which now stands in ruins (although this seems to add to its romantic quality). Marion points out old water pump station just above Casa Hamilton and notes its former importance for collecting and distributing fresh water in Tenerife. She adds that some of the Canary Islands have had trouble obtaining fresh water in the past, but that Tenerife was provided for thanks to the Passat clouds.
A hike through any given region on the island of Tenerife, the largest in the Canarian chain, is a rewarding in terms of the sheer geological diversity, one that I would liken to being on the set of a Star Wars film production. As a matter of fact, famed Alien director Ridley Scott expressed interest in filming his new epic Exodus in the Teide region of Tenerife, but park conservationists wouldn’t permit him to use a range of livestock for fear that they would “pollute” the grounds. Around the base of the Teide, for example, jet-black volcanic rock glimmers in the sunlight, giving the impression that a million insects’ eyes are watching you. In contrast, on the trail from Vilaflor up to the rare moonscapes, the wind whistles through the green, fragrant pines, which form a unique palette against the chalky earth and lapis sky. So far, all of the hikes have been a heady olfactory experience – Marion knows the flora well and encourages us to run our hands along one particular bush, which we delight to find smells like gummy bears.
As you’ve probably noticed already, we started to get hungry after our little walk. Shortly thereafter Marion brought us to lunch at one of her favorite guachinches, where we continued trading stories and experiences on Tenerife, not least those which involved Canarian food!

*Der Wanderstab is the hiking tour company that Marion along with Jörg Brandt run on Tenerife and cater to English, Spanish, and German-speaking groups and individuals.

Text und Fotos: © Cara Koehler

Meran – Inni, oi, aui, firi!

Meran ist nach Bozen die zweitgrößte Stadt in Südtirol, der nördlichsten Provinz Italiens. Alto Adige bildet zusammen mit der Provinz Trient die autonome Region Trentino-Südtirol und genießt seit Inkrafttreten des Südtirol-Pakets von 1972, welches auf den Grundsätzen des ethnischen Minderheitenschutzes basiert, umfassende Selbstverwaltungsrechte – was nicht zuletzt zur Stärkung der deutlich spürbaren Regionalkultur beigetragen hat.
Hier ein nettes Beispiel: Inni, oi, aui, firi! Wie bitte? Hört sich irgendwie seltsam an, oder? Dabei handelt es sich bei Südtirolerisch um eine Sprachgruppe, welche zu den oberdeutschen Dialektgruppen Bairisch und Alemannisch gehört.
Meran befindet sich im Spannungsfeld mediterraner und alpiner Einflüsse.
Bierhaus- und Biergartenkultur trifft auf Weinberge, ländliche Idylle auf Musikfestivals wie Rock the Lahn und die Meraner Musikwochen.

Meran liegt an der Passer, welche in den südlichen Ötztaler Alpen entspringt und dem Passeiertal den Namen gab.

Meran liegt an der Passer, welche in den südlichen Ötztaler Alpen entspringt und dem Passeiertal den Namen gab.

Vor allem aber ist Meran für die Schönheit der umliegenden Region bekannt.
Das Passeiertal erstreckt sich von der Kurstadt Meran bis zu den Übergängen des Jaufenpasses und des Timmelsjochs. Es liegt umrahmt und geschützt von den Stubaier-, Ötztaler- und Sarntaler Alpen inmitten des Naturparks Texelgruppe. Zahlreiche markierte und gut beschilderte Wanderwege machen das Passeiertal zu einem beliebten Ort für Naturliebhaber. Das Passeiertal eignet sich damit sowohl für Aktivurlauber als auch für Erholungssuchende. Oder für angehende Weltmeister. Bereits zum dritten Mal nach 1990 und 2010 wird die deutsche Nationalmannschaft für die Vorbereitung der diesjährigen Fußball-WM in Brasilien ihr Trainingslager in Südtirol aufschlagen. Doch angesichts des enormen Leistungsdrucks für Jogis Jungs, in Rio de Janeiro nun endlich den WM-Pokal Richtung Himmel strecken zu können, sollte man sich lieber auf den Meraner Höhenweg machen und Klose & Co. in Ruhe schwitzen lassen.
Für eine komplette Tour über den Meraner Höhenweg braucht man je nach Kondition und Etappenlängen zwischen 3 und 8 Tagen.
Dieser gilt als einer der schönsten Rundwanderwege in Südtirol. Er führt am Rand des Naturparks Texelgruppe entlang und umrundet auf einer Länge von rund 100 Kilometern die gleichnamige Texelgruppe auf fast gleichbleibender Höhe von ca. 1.400 Metern, wobei immer wieder Höhenunterschiede von einigen 100 Metern zu überwinden sind. Zweimal führt der Wanderweg aber auch in höhere Regionen.
Im südlichen Teil steigt der Meraner Höhenweg beim Hochganghaus auf 1.839 Meter an, wohingegen im nördlichen Teil der höchste Punkt der Wanderung erreicht wird:
Das Eisjöchl mit stolzen 2.895 Metern.

Rast auf 2875 Metern: Die Stettiner Hütte am Eisjöchl.

Rast unterhalb des Gipfels auf 2875 Metern: Die Stettiner Hütte am Eisjöchl.

Während sich der südliche Meraner Höhenweg entlang der südseitigen Hänge der Texelgruppe zieht und man während der Wanderung die Kulturlandschaften im unteren Vinschgau, Meraner Talkessel und Passeiertal von der Sonnenseite überblicken kann, ist der nördliche Meraner Höhenweg von hochalpinem Charakter geprägt und kann nur in den Sommermonaten zwischen Juni und September begangen werden. Ob man den Höhenweg im oder gegen den Uhrzeigersinn wandern möchte, bleibt jedem selbst überlassen.

Meraner Höhenweg kurz nach Nassereith, der Blick geht talauswärts. Foto: Dietrich Höllhuber

Meraner Höhenweg kurz nach Nassereith, der Blick geht talauswärts.                              Foto: Dietrich Höllhuber

In diesem Sinne nochmals: Inni, oi, aui, firi! – Hinein, hinunter, hinauf und vorwärts mit der brandneuen, 2. Auflage des MM-Wanderführers Rund um Meran, erhältlich inklusive gratis Download von Tracks und Wegpunkten im GPX-Format!
So wird man auch im unzugänglichen Gelände garantiert nicht kesslun (ratlos) oder gar tamisch (schwindlig)!
Viel Fraid in Südtirol!

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