San Marco – Refugio mit Familientradition

Hoch auf einem Felssporn thronend ist das Refugio San Marco die älteste Schutzhütte in den Dolomiten. Wanderer werden hier von drei Generationen der Familie Ossi herzlich empfangen und köstlich bewirtet.

Am Warmwasser scheiden sich bekanntlich die Geister. Natürlich kommt man gut ein paar Tage ohne aus, aber warum selbst in Hütten mit der Anmutung einer Autobahnraststätte nur eiskaltes Wasser aus der Leitung läuft, lässt sich einer Solarzelle wohl kaum vermitteln. Und wie lange hält die Münze durch, falls es doch einen Duschautomaten gibt? Egal. Das Rifugio San Marco hat einen sensationellen ‚Wellnessbereich’ zu bieten: eine Warmwasserdusche unter freien Himmel. Mit dem schroffen Massiv der Marmarole im Genick und den zerzausten Spitzen der Cinque Torri im Blick, kann man genüsslich den Staub und Schweiß von den geschundenen Knochen spülen.

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Königlicher Blick auf den Monte Pelmo

Das mag auf eine falsche Fährte führen, denn die kleine Schutzhütte aus Naturstein besticht vor allem durch ihre Ursprünglichkeit – und die Herzlichkeit der Wirtsfamilie. Während die Enkel Emma und Marino Lolek mit dem zotteligen Hund Bongo auf der Wiese herumtollen, pflückt Oma Iva in dem kleinen Gemüsegarten Salat fürs Abendessen. Opa Marino Ossi schmeißt die Bar und späht mit dem Fernglas auf die Forcella, ob alle Bergsteiger auch wieder heil zurückkehren. Dann kommt Tanja mit ihrem Block auf die Terrasse und trägt jedem Gast persönlich vor, was die Küche Köstliches zu bieten hat: erster Gang, zweiter Gang – dolce vita.

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Opa Marino schmeißt die Bar, Hund Bongo begrüßt die Gäste und Mutter Tanja kocht.

Ein richtiger Familienbetrieb, jeder macht mit, jeder mischt mit, und hinter den Kulissen wird auch mal gezankt: ‚Wir sind doch kein Autogrill’ schimpft Tanja, wenn im August die Sommerfrischler Latte Macchiato bestellen. Der Opa geht die Sache etwas entspannter an: Kaffee ist Kaffee, und wenn’s ihm zu bunt wird, heißt es einfach: bar chiuso. Dann muss Tanja einspringen: bedienen, putzen, waschen, und der Oma in der Küche helfen: Vollgas von früh bis spät, da macht sie mehr Strecke als ein Tourengänger.

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Salat und Gemüse vom Garten direkt auf den Tisch

Seit 17 Jahren bewirtet die Familie Ossi das Rifugio, das auf einem Felsvorsprung am Fuße der Cima Bel Pra wie ein Adlerhorst über den Cadore-Tal thront. San Marco ist die älteste Schutzhütte in den Dolomiten, im Jahre 1895 vom Venezianischen Alpenverein errichtet, und trotz kleiner Umbauten und all den Brandschutzauflagen hat sie ihren ursprünglichen Charme bewahrt. Behutsam hält Marino Ossi mit seinen Tischlerarbeiten die Hütte im Stand. Alles ist stimmig, bis ins kleinste Detail – oben im Waschraum plätschert nur kaltes Wasser aus dem Hahn.

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Auf einem Felssporn über dem Cadore-Tal

Das Rifugio San Marco ist wirklich ein Zufluchtsort, und ein grandioser Logenplatz. Hauptdarsteller in dem steinernen Spektakel ist der König der Dolomiten, der Antelao. Mit seinen steil aufragenden Felsplatten scheint er den Himmel kitzeln zu wollen, während um seine Krone kleine weiße Wölkchen tänzeln. Ein imposanter Riese direkt vor der Haustür, zum Greifen nah, und doch in weiter Ferne. Seit einem gewaltigen Bergsturz auf dem Plattenschuss der Laste im Herbst 2014 wird aus Gefahr vor weiteren Abgängen von dem Aufstieg auf dem Normalweg abgeraten. Und auch die anderen Gipfel rund um San Marco haben es in sich: die Sorapiss-Umrundung, oder die Durchquerung der Marmarole entlang der Dolomitenhöhenwege: ‚Luftige Kletterei’ würde Hauleitner sagen.

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Auf der Marmarole-Runde

Für Bergsteiger, die auf allzu ausgesetzte Turneinlagen verzichten möchten, hat Edi, der Mann von Tanja und ausgebildeter Bergführer, eine montane Umrundung der Marmarole ausgetüfftelt. In vier bis fünf Tagen geht es durch das wildromantische Hochtal von St. Vito, abseits der ausgetretenen Steige rund um den Falzarego-Pass, in einen nahezu vergessenen Teil der Dolomiten, eine stille fast verwunschene Landschaft. Und auf der Südflanke des ‚marmonen’ Massivs scheinen sich die Hüttenwirte fast zu überschlagen, um kulinarisch mit der Familie Ossi mithalten zu können.

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In gut ausgeschilderter Einsamkeit trifft man höchstens mal auf einen Steinbock.

Eine geschmeidige Tour zum Saisonauftakt oder auch für Familien. Und das besonders Schöne an der Runde ist, dass man zum Abschluss wieder auf San Marco landet. Wenn man oben auf der Forcella Piccola in der tief stehenden Abendsonne das rote Dach der Hütte glänzen sieht und die Fußsohlen bereits brennen, geht es nur mehr ‚hangparallel’. Bald hört man Bongo bellen, dann ist es geschafft. Erstmal die Stiefel runter und einen Aperitif in dem kleinen Pavillon auf dem Felsvorsprung schlürfen – mit Blick auf seine Majestät. Und dann kommt auch schon Tanja rüber und fragt: primo, secondo? – Duschen nicht vergessen!

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Fantastische Belohnung nach der Wanderung: Gipfelglühen

Text: Paul Mayer

Fotos: Thilo Mössner

Infos: Webseite: Rifugio San Marco

Lage: in den östlichen Dolomiten auf dem Col de chi da Os auf 1.823 m ü. M. bei Cortina d’Ampezzo

Öffnungszeiten: Mitte Juni bis Ende September. Dieses Jahr eröffnet die Hütte am
20. Juni 2017.

Rifugio San Marco auf YouTube:

 

 

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Zwischen Blauer Piste und Zwergerl-Garten

4 familienfreundliche Skigebiete mit erschwinglichen Preisen

Die Tage werden immer kürzer, gebietsweise gibt es bereits Nachtfrost, beim Radfahren müssen Mütze und Handschuhe her und auf den Wetterkarten mischen sich zumindest in Höhenlagen schon zunehmend weiße Flocken zwischen die Regentropfen. Während der Winter seine kalten Fühler stetig weiter ausstreckt und die wärmende Teestunde gerne etwas verlängert wird, reiben sich begeisterte Wintersportler bereits die Fäustlinge.
Leider zählt der Skisport nicht gerade zu den günstigen Freizeitaktivitäten – und gerade wenn man mit der ganzen Familie Richtung Piste aufbricht, muss der Geldbeutel regelmäßig mindestens so dick wie Anorak, Fleece und Funktionsunterwäsche zusammen sein.
Wo also können die Kleinen entspannt carven, Eltern auch mal alleine wedeln, und wo werden Ticketkauf und obligatorischer Einkehrschwung nicht automatisch zu einer Großinvestition?

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Österreich: Skialm Lofer

Lofer liegt im Pinzgauer Saalachtal des Bundeslandes Salzburg, in den Ausläufern der Chiemgauer Alpen kurz hinter der österreichischen Grenze. Mit umfangreichen Kinderskikursen und -programmen, Tagesbetreuungen und zwei Skischulen kommen die Kleinen in Lofer nicht zu kurz. Das Skigebiet wurde nicht nur für die Qualität der neuen Sesselbahnen, sondern explizit auch für Kinder- und Familienfreundlichkeit ausgezeichnet. Auch preislich kann sich „Österreichs schönste Skialm“ dem Vergleich mit der Konkurrenz stellen: 2 Erwachsene und 2 Kinder können bereits für 85 Euro einen gemeinsamen Tag auf der Piste genießen. Die Übernachtungen in den nahen Hotels sind vergleichsweise günstig, Kinder unter 12 Jahren wohnen zum Teil sogar kostenlos.

Schweiz: Arosa-Lenzerheide

Das Skigebiet Arosa-Lenzerheide im Kanton Graubünden gilt als familienfreundlichste Skiarena der Schweiz. Gerade im Tschuggengebiet befinden sich zahlreiche kurze, flache Abfahrten für die ersten Schwünge auf ein oder zwei Brettern. Förderbänder und Kinderlifte in Talnähe erleichtern den Einstieg ins Wintervergnügen. Wohl einzigartig ist der speziell für Kinder konzipierte Snowpark, in dem die Wagemutigsten des Nachwuchses Tricks und Kunststücke üben können. Wer etwas mehr Zeit mitbringt, kommt in den Genuss des „Familienhit“-Angebots:  Ab sechs oder mehr Tagen bekommt die Familie einen Skitag geschenkt. Arosa-Lenzerheide ist außerdem das einzige Skigebiet der Schweiz, welches neben einem Kinderpreis auch Vergünstigungen für Jugendliche und Studenten anbietet.

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Italien: Kronplatz

Das Skigebiet Kronplatz (Plan de Corones) in Südtirol zeichnet sich auf über 100 Pistenkilometern mit bemerkenswerter Familienfreundlichkeit aus. Kinderzugänge an Liften, zahlreiche Blaue Pisten und ein Kids Safety Park machen den Kronplatz zum idealen Einsteiger- und Familienskigebiet. Mit 40 Euro ist die Tageskarte für Erwachsene erschwinglich, Kinder unter 8 Jahren fahren kostenlos gen Gipfel.

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Deutschland: Großer Arber

Das Skigebiet Großer Arber, mit 1.455 Metern höchster Berg im Bayerischen Wald, ragt auch hinsichtlich Familienfreundlichkeit heraus. So sind mit dem großen Arbär-Kinderland mit vier Förderbändern, dem Zwergerl Garten, einem Parallel-Riesenslalom für Kids mit Doppelzeitmessung, dem Familien-Cross-Park sowie einer Rodelbahn sehr gute Familienangebote geschaffen worden. Vier Skischulen betreuen die Kids und ermöglichen somit den Eltern einen entspannten Skitag. Wer lieber im Sitzen durch das Winterland braust, den bringt der kostenlose Rodelbus zum Start der 1.200 Meter langen Rodelbahn. Die Familientageskarte ist mit 80 Euro zu einem fairen Preis zu haben.

Alles, nur kein Après-Skizirkus: In den Michael Müller Reiseführern Salzburg & Salzkammergut, Graubünden, Südtirol und Bayerischer Wald finden Sie alle Informationen zu Ausflugszielen, Aktivitäten, Kultur und Geschichte abseits der Piste.

Fotos & Text: © Johannes Endler

Bayerischer Wald, 2. Auflage 2013, 16,90 EUR, 264 Seiten.

Bayerischer Wald, 2. Auflage 2013, 16,90 EUR, 264 Seiten.

Südtirol, 5. Auflage 2013, 24,90 EUR, 648 Seiten.

Südtirol, 5. Auflage 2013, 24,90 EUR, 648 Seiten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Salzburg & Salzkammergut, 3. Auflage 2012, 16,90 EUR, 296 Seiten.

Salzburg & Salzkammergut, 3. Auflage 2012, 16,90 EUR, 296 Seiten.

Graubünden, 3. Auflage 2012, 16,90 EUR,276 Seiten.

Graubünden, 3. Auflage 2012, 16,90 EUR,276 Seiten.

Bella Liguria

Die Küstenregion Ligurien, die sich im Nordwesten Italiens entlang der Riviera di Ponente und der Riviera de Levante erstreckt, trägt zu großen Teilen zum Attribut Bella der Appeninhalbinsel bei. Eingerahmt von Alpenausläufern und Mittelmeer bildet die Region ein reizvolles Reiseziel. Aktivurlaub mit Wandern, Klettern und Radfahren ist ebenso möglich wie entspanntes Sonnenbaden oder kulturelle Aktivitäten.

Zur Freude von Aktivurlaubern durchziehen zahlreiche Wanderwege Liguriens Küstenregion.

Zur Freude für Aktivurlauber durchziehen zahlreiche Wanderwege Liguriens Küstenregion.

Genua, Liguriens Hauptstadt, mag auf den ersten Eindruck etwas chaotisch, unordentlich und rau wirken. Flaniert man aber erst einmal abseits der Hauptstraßen durch die Gassen, Hinterhöfe und Grünanlagen des weitläufigen Centro storico der geschichtsträchtigen Hafenstadt – in Italien besitzt nur Venedig eine größere Altstadt -, erkennt man schnell, warum die Genuesen ihre Stadt selbstbewusst „La Superba“, die „Stolze“ nennen.
Zu verdanken hat Genua das nicht zuletzt dem prominentesten Sohn der Stadt, Cristoforo Colombo, seines Zeichens unerschrockener Seefahrer im Dienste der spanischen Krone und Entdecker der Neuen Welt. Zu dessen Ehren waren die in den 1990er Jahren zum 500. Jahrestag der Entdeckung Amerikas abgehaltenen Kolumbus-Feiern Auslöser für weitgreifende Sanierungen und Renovierungen der historischen Prachtbauten und der Umwandlung des einst anrüchigen Porto antico in ein modernes Kultur- und Vergnügungszentrum. 2004 war Genua außerdem Europäische Kulturhauptstadt.

Im Sommer ballt sich über der Stadt jedoch häufig flirrende Hitze, der es zu entkommen gilt. Keine besonders schwere Aufgabe, betrachtet man Genuas Umgebung.
In Richtung der französischen Grenze bieten die Palmen-Rivieria und die Blumen-Riviera mit den wie an einer Perlenkette aufgezogenen Küstenstädtchen und einem ruhigen Hinterland hundertprozentiges, mediterranes Italien-Flair. Ein Reiseziel mit „Tiefgang“ sind in dieser Gegend die Grotte di Toirano bei Loano. Die rund 70 Tropfsteinhöhlen mit ihren bizarren Formationen gleichen einer versteinerten Märchenwelt. Auch Spuren steinzeitlicher Behausungen und Überreste des ausgestorbenen Höhlenbären sind zu bewundern.
Unbestrittenes Highlight Liguriens ist allerdings die Region Cinque Terre, die „Fünf Welten“, die zum UNESCO-Weltkulturerbe ausgezeichneten, fünf malerischen Dörfer und deren umliegende gebirgige Landschaft an der Mittelmeerküste.

Das I-Tüpfelchen des mediterranen Panoramas.

Das I-Tüpfelchen des mediterranen Panoramas.

In den Sommermonaten sind die Örtchen, die an die steil abfallenden Hänge gebaut wurden, oftmals überlaufen, was ihrer schieren Postkartenschönheit jedoch keinen Abbruch tut. Gerade das kleine Vernazza gilt als das attraktivste Ziel von Cinque Terre, mit schmalen rot und gelb gestrichenen Häusern und einer kleinen Piazza am Hafenbecken. Wer zwar die Menschenmassen, jedoch nicht die atemberaubende Aussicht verpassen will, dem seien die angebotenen Pendelbootsfahrten mit Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten entlang der Küste ans Herz gelegt. Die Fortbewegung im Auto ist mangels Tankstellen und Fahrverbot in den Dörfern nicht zu empfehlen. Sehr gut funktioniert hingegen die Reise mit dem Zug, da jeder Ort einen eigenen Bahnhof besitzt. Mit der Cinque Terre Card können nicht nur alle Wanderwege, sondern auch die Bahnverbindung zwischen La Spezia und Levanto benutzt werden, und das so oft man möchte.

Gute Verbindung: Jedes Dorf in der Ausflugsregion Cinque Terre verfügt über einen eigenen Bahnhof.

Gute Verbindung: Jedes Dorf in der Ausflugsregion Cinque Terre verfügt über einen eigenen Bahnhof.

Kulinarisch sollte man unbedingt die Focaccia probieren, die Pizza Liguriens, die hier überall angeboten wird. Das ligurische Fladenbrot, welches mit Olivenöl, Salz und frischen Kräutern gewürzt und häufig mit Tomaten und Oliven garniert wird, ist eine Spezialität der Region, die sich schon die alten Römer als panis focacius schmecken ließen.

Detaillierte Informationen und alles Wissenswerte über die 300 Kilometer Küste, Dörfer und Städte sowie das teils menschenleere Hinterland von Ligurien finden Sie in der 3. Auflage des Reiseführers Ligurien.

MM Ligurien, 3. Auflage 2013, 432 Seiten.

MM Ligurien, 3. Auflage 2013, 432 Seiten.

 Fotos und Text: © Johannes Endler

Meran – Inni, oi, aui, firi!

Meran ist nach Bozen die zweitgrößte Stadt in Südtirol, der nördlichsten Provinz Italiens. Alto Adige bildet zusammen mit der Provinz Trient die autonome Region Trentino-Südtirol und genießt seit Inkrafttreten des Südtirol-Pakets von 1972, welches auf den Grundsätzen des ethnischen Minderheitenschutzes basiert, umfassende Selbstverwaltungsrechte – was nicht zuletzt zur Stärkung der deutlich spürbaren Regionalkultur beigetragen hat.
Hier ein nettes Beispiel: Inni, oi, aui, firi! Wie bitte? Hört sich irgendwie seltsam an, oder? Dabei handelt es sich bei Südtirolerisch um eine Sprachgruppe, welche zu den oberdeutschen Dialektgruppen Bairisch und Alemannisch gehört.
Meran befindet sich im Spannungsfeld mediterraner und alpiner Einflüsse.
Bierhaus- und Biergartenkultur trifft auf Weinberge, ländliche Idylle auf Musikfestivals wie Rock the Lahn und die Meraner Musikwochen.

Meran liegt an der Passer, welche in den südlichen Ötztaler Alpen entspringt und dem Passeiertal den Namen gab.

Meran liegt an der Passer, welche in den südlichen Ötztaler Alpen entspringt und dem Passeiertal den Namen gab.

Vor allem aber ist Meran für die Schönheit der umliegenden Region bekannt.
Das Passeiertal erstreckt sich von der Kurstadt Meran bis zu den Übergängen des Jaufenpasses und des Timmelsjochs. Es liegt umrahmt und geschützt von den Stubaier-, Ötztaler- und Sarntaler Alpen inmitten des Naturparks Texelgruppe. Zahlreiche markierte und gut beschilderte Wanderwege machen das Passeiertal zu einem beliebten Ort für Naturliebhaber. Das Passeiertal eignet sich damit sowohl für Aktivurlauber als auch für Erholungssuchende. Oder für angehende Weltmeister. Bereits zum dritten Mal nach 1990 und 2010 wird die deutsche Nationalmannschaft für die Vorbereitung der diesjährigen Fußball-WM in Brasilien ihr Trainingslager in Südtirol aufschlagen. Doch angesichts des enormen Leistungsdrucks für Jogis Jungs, in Rio de Janeiro nun endlich den WM-Pokal Richtung Himmel strecken zu können, sollte man sich lieber auf den Meraner Höhenweg machen und Klose & Co. in Ruhe schwitzen lassen.
Für eine komplette Tour über den Meraner Höhenweg braucht man je nach Kondition und Etappenlängen zwischen 3 und 8 Tagen.
Dieser gilt als einer der schönsten Rundwanderwege in Südtirol. Er führt am Rand des Naturparks Texelgruppe entlang und umrundet auf einer Länge von rund 100 Kilometern die gleichnamige Texelgruppe auf fast gleichbleibender Höhe von ca. 1.400 Metern, wobei immer wieder Höhenunterschiede von einigen 100 Metern zu überwinden sind. Zweimal führt der Wanderweg aber auch in höhere Regionen.
Im südlichen Teil steigt der Meraner Höhenweg beim Hochganghaus auf 1.839 Meter an, wohingegen im nördlichen Teil der höchste Punkt der Wanderung erreicht wird:
Das Eisjöchl mit stolzen 2.895 Metern.

Rast auf 2875 Metern: Die Stettiner Hütte am Eisjöchl.

Rast unterhalb des Gipfels auf 2875 Metern: Die Stettiner Hütte am Eisjöchl.

Während sich der südliche Meraner Höhenweg entlang der südseitigen Hänge der Texelgruppe zieht und man während der Wanderung die Kulturlandschaften im unteren Vinschgau, Meraner Talkessel und Passeiertal von der Sonnenseite überblicken kann, ist der nördliche Meraner Höhenweg von hochalpinem Charakter geprägt und kann nur in den Sommermonaten zwischen Juni und September begangen werden. Ob man den Höhenweg im oder gegen den Uhrzeigersinn wandern möchte, bleibt jedem selbst überlassen.

Meraner Höhenweg kurz nach Nassereith, der Blick geht talauswärts. Foto: Dietrich Höllhuber

Meraner Höhenweg kurz nach Nassereith, der Blick geht talauswärts.                              Foto: Dietrich Höllhuber

In diesem Sinne nochmals: Inni, oi, aui, firi! – Hinein, hinunter, hinauf und vorwärts mit der brandneuen, 2. Auflage des MM-Wanderführers Rund um Meran, erhältlich inklusive gratis Download von Tracks und Wegpunkten im GPX-Format!
So wird man auch im unzugänglichen Gelände garantiert nicht kesslun (ratlos) oder gar tamisch (schwindlig)!
Viel Fraid in Südtirol!

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Maskenball in der Lagune

Am 15. Februar verwandelt sich Venedig wieder einmal in Europas (südlichste) Karnevalhochburg. Jahr für Jahr zieht es bis zu 1.5 Millionen Besucher in die Lagunenstadt an der Adria. Eröffnet wird das bunte, närrische Treiben traditionell mit dem Engelsflug von der Spitze des Markusdoms hinab zum Dogenpalast, bei dem der oder die Auserwählte, nicht zwingend im Engelskostüm, von Konfettiregen und tausenden Schaulustigen begrüßt wird.

Der Engel schwebt zur Eröffnung des Karnevals auf den markusplatz herab. Foto: www.carnevale.venezia.it

Der Angelo schwebt zur Eröffnung des Karnevals auf den Markusplatz herab.                   Foto: http://www.carnevale.venezia.it

Höhepunkt des Karnevalstreibens ist unbestritten der internationale Kostümwettbewerb. Aus den 300 speziell angefertigten Kostümen, die es in die Vorentscheidung geschafft haben, wählt dieaus Prominenten und Designern bestehende Jury  80 für die Finalrunde auf dem Markusplatz aus, welche von circa 125.000 Zuschauern dicht gedrängt verfolgt wird.
Wichtigstes Accessoire aller Besucher ist natürlich die Karnevalsmaske. Das Tragen von Masken ist in Venedig bereits seit dem 18. Jahrhundert – und nicht nur während der Karnevalszeit – üblich. Die venezianische Halbmaske, die praktischerweise Essen und Trinken ermöglicht, ohne das Gesicht zu entblößen, war auch in den Wochen um Pfingsten und in der Vorweihnachtszeit häufig in Venedigs Gässchen und rund um die Kanäle zu sehen.

Traditionell: Die venezianischen Halbmasken, die auch Essen und Trinken ermöglichen - einzig die lange Nase könnte beim Karnevalsküßchen hinderlich sein. Foto: http://carnevale.venezia.it

Traditionell: Die venezianischen Halbmasken, die auch Essen und Trinken ermöglichen – einzig die lange Nase könnte beim Karnevalsküßchen hinderlich sein.                               Foto: http://www.carnevale.venezia.it

Beliebt ist auch die Moretta. Eher klein, rund und ursprünglich aus schwarzem Samt wird sie vom Mund auf dem Gesicht gehalten – allerdings eher etwas für Gesprächsmuffel, denn sie birgt einen entscheidenden Nachteil: Unter ihr kann man nicht sprechen.

Eine eher stille Tradition: Unter der moretta ist kein Sprechen möglich. Foto: Azienda di Promozione Turistica (APT)

Eine eher stille Tradition: Unter der Moretta ist kein Sprechen möglich.                            Foto: Azienda di Promozione Turistica (APT)

Wie viele der Venezianer, die ihrer Stadt während der Karnevalszeit den Rücken kehren, sollten auch Touristen ohne Hang zu Fasching, Verkleidung und Maskerade der Stadt während den 10 Tagen Narretei lieber fernbleiben. Horrende Zimmerpreise, überfüllte Piazzas und ständige Beschallung sind nicht jedermanns Sache. Für Karnevalsfans handelt es sich hingegen um einen Pflichttermin und zweifellos ein Erlebnis: Die Festtage sind gefüllt mit Maskenbällen, Umzügen und künstlerischen Darbietungen, und lassen das Faschingsherz jedes Jecken höher schlagen.
Oder man hält es pragmatisch mit Goethe, der höchstpersönlich dem venezianischen Karneval während seiner Italienreise beigewohnt hat: „Ohne Fastnachtstanz und Mummenspiel ist im Februar auch nicht viel“.
Unentschlossene finden vielleicht hier gute Gründe, die für oder gegen einen Besuch sprechen:

Dass Venedig neben Karnevalstreiben und Gondelfahrten auf dem Canal Grande noch vieles mehr zu bieten hat, versteht sich von selbst. In der gerade erschienenen 7. Auflage des MM-City Führers „Venedig“ aus dem Michael Müller Verlag, der jetzt sogar mit Gratis-App zu haben ist, wird garantiert kein Detail zwischen Lagune und San Marco ausgespart.
Buch und/oder App finden sicherlich in jeder Tasche Platz, denn:
So viel Handgepäck muss sein.

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Ciao Lago!

Eigentlich zu schön zum Teilen, und doch 80% Italien, 20% Schweiz – der Lago Maggiore. Hier trifft Tessin auf Piemont und Lombardei, die Südschweiz auf Oberitalien. Wenn auf den Berggipfeln noch Schnee liegt, blüht und sprießt es unten am See schon frühlingshaft, und die Temperaturen steigen in angenehme Höhen. Ticino, der südlichste Kanton der Eidgenossenschaft, wird nicht umsonst die “Sonnenstube der Schweiz” genannt – der See schafft hier ein mildes Mikroklima, welches subtropischer und sogar tropischer Flora buntes und üppiges Gedeihen ermöglicht. Das schweizerische Locarno gilt als Perle der Städtchen rund um den See. Kaffeetrinken auf der Terrasse ist dort schon im Frühjahr möglich, wenn hierzulande noch teilweise noch Frost herrscht – dabei ist der Lago Maggiore von unserer südlichen Landesgrenze aus in teilweise schon in drei Stunden Fahrtzeit erreichbar. Während es unten am See in den Sommermonaten schon recht voll werden kann, bietet sich nach kurzer Fahrt in die angrenzenden Bergtäler ein ganz anderes Bild. Verschlafene Örtchen, steile Felswände, verschlungene Wanderwege und zwei imposante Bergflüsse: Maggia und Verzasca. Über Jahrtausende hinweg haben die Flüsse das felsige Bett mit ihren heftigen Strömungen ausgewaschen; und zurück blieben abgerundete, autogroße Felsblöcke, zwischen denen sich kristallklares – und auch im Hochsommer eher eiskaltes – Bergwasser zu natürlichen Badebecken anstaut.

Natürliche Badepools laden zum Bad im glasklaren Flusswasser ein. Foto: Johannes Endler

Natürliche Badepools laden zum Bad im glasklaren Flusswasser ein.                                   Foto: Johannes Endler

Gerade für sportbegeisterte Urlauber sind das Vallemaggia und das Valle Verzasca beliebte Ziele. Die bis zu 30 Meter hohen, steil abfallenden Felswände brechen bis zu 30 Meter in die Tiefe ab, und locken jährlich jedes Jahr kommen begnadete Cliff-Diver aus der ganzen Welt hierher, um sich vor den Augen hunderter Schaulustiger akrobatisch in den glasklaren Fluss zu stürzen.
Äußerst beliebt ist auch das Canyoning, zu Deutsch “Schluchteln”: Durch Abseilen, Abklettern, Springen, Rutschen, Schwimmen und manchmal sogar Tauchen gelangt man unter professioneller Führung und garantiert mit Herzklopfen flussabwärts und genießt eine völlig andere Perspektive auf die Berg- und Flusslandschaft.
Adrenalin ist auch beim Flusstauchen in der Verzasca gewiss: Sie gilt unter Experten als einer der schönsten – und gleichzeitig gefährlichsten – hundert Tauchplätze der Welt.

Das glasklare Wasser der Verzasca zieht mutige Flusstaucher an - Draufgänger unerwünscht. Foto: timroyale@flickr.com

Das glasklare Wasser der Verzasca zieht mutige Flusstaucher an – Draufgänger unerwünscht. Foto: timroyale@flickr.com

Vielen aus der Eröffnungssequenz von “James Bond 007 – Goldeneye” bekannt sein dürfte der Damm des Stausees Lago di Vogorno. Hier kann man es dem Agenten im Auftrag Ihrer Majestät nachtun und am Bungeeseil fliegen lernen – mit 220 (!) Metern Absprunghöhe Weltrekord.

Ob ein Agent in einem steckt, stellt sich am Absprungbrett heraus: Staudamm des Lago di Vogorno in der Nähe von Locarno. Foto: fischeradventures.com

Ob ein Agent in einem steckt, stellt sich am Absprungbrett heraus: Staudamm des Lago di Vogorno in der Nähe von Locarno. Foto: fischeradventures.com

Sport macht Appetit. Und auch hier trumpft die Bergregion um den Lago Maggiore auf. Zahlreiche Grotti, natürliche Felshöhlen, in denen die Landbevölkerung im Tessin ursprünglich Wein, Schinken und Käse aufbewahrte, haben sich zu rustikalen Lokalen mit einheimischer Küche gewandelt.
Meist nur während der Sommermonate geöffnet, bieten sie Cucina Nostrana, die typische Arme-Leute-Küche der Südschweiz: Minestrone, Gnocchi, Risotto und verschiedene Käsesorten, die zusammen mit dem Wein aus dem Boccalino vom Padrone auf den Tisch gebracht werden.
Die authentischsten Grotti, sowie die schönsten Badeplätze und die spektakulärsten Wanderungen rund um den Lago Maggiore finden Sie in der aktuellen, 3. Auflage des Lago Maggiore Reiseführers aus dem Michael Müller Verlag.

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Benvenuti (a Roma)!

Unser Entdeckungsgeist macht auch vor der digitalen Welt nicht halt – deshalb gibt es nun die Möglichkeit, auf unserem neuen „Blog für Digitales Reisen“ immer auf dem Laufenden über unsere Produkte zu bleiben, kleine Tipps für Reiseziele zu erhaschen und Wissenswertes zu erfahren.

Sancta-Sanctorum-007Habemus Papam! – Oder: Wir sind nicht mehr Papst! Rom ist trotzdem immer eine Reise wert.
Auch Franziskus I. wird früher oder später der Sancta Sanctorum, der ehemaligen Privatkapelle der Päpste, einen Besuch abstatten.
Im Mittelalter wurden hier die prestigeträchtigsten Reliquien der Kirche aufbewahrt.
Zu erreichen über die „Heilige Treppe“, der Scala Santa, auf dem Rundgang 2 // Um das Kolosseum mit der Rom MM-City App. Weiterlesen