8 Dinge, die ich in Australien lernte

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1. Wildlife

Schon beim Landeanflug hielt ich Ausschau nach den ersten Kängurus, fest davon überzeugt, dass es in Australien nur so wimmelt von den flauschigen Beuteltieren. Doch überraschenderweise sitzt nicht in jedem zweiten Busch ein wildes Tierchen und es ist gar nicht so einfach, sie überhaupt in der freien Natur zu entdecken. Erst am 10. Tag unserer Reise an der Ostküste entlang in Richtung Cairns erspähten wir eine kleine Herde auf einem Fußballplatz mitten im Ort. Ich war richtig glücklich, endlich welche entdeckt zu haben! Und wie sie da so stehen und grasen, könnte man fast denken es wären Rehe – aber nur, bis sie dann davon hüpfen. Die Chance, einen Koala zu Gesicht zu bekommen, ist noch viel kleiner. Die meisten wild lebenden Tiere gibt es an der Südküste. Da kann man dann schon eher mal Glück haben und ein kleines Bärchen entdecken.01-Tiere

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2. BBQ

BBQ ist ganz groß in Down Under! An jedem Strand und in jedem Park findet man Picknick-Tische und fast immer steht direkt daneben ein elektrischer BBQ-Grill, den man einfach kostenlos benutzen kann. Man drückt nur auf einen Knopf und schon kann das Grillen losgehen. Danach macht man ihn einfach wieder sauber und der Nächste kann mit dem BBQ-Spaß beginnen. Was in Deutschland undenkbar ist, scheint hier super zu funktionieren. Wir haben nicht einen schmutzigen Grillplatz gesehen, obwohl sie besonders für Partys oft genutzt werden!02-BBQ

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3. Plastik, Plastik, Plastik!

Wenn man hier mit vier kleinen Sachen an die Kasse geht, kann es gut sein, dass man den Supermarkt mit zwei Tüten verlässt. Man kennt das ja aus den USA, dass Einkäufe direkt eingetütet werden, aber hier ist das genauso üblich. Sagt man dann, man brauche keine Tüte, wird man komisch angeschaut. Und obwohl in Australien quasi jedes Tier seinen eigenen Beutel hat, habe ich nie einen Menschen gesehen, der einen eigenen Beutel mit in den Laden gebracht hätte.03-Plastik

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4. Teures Australien

Manchmal vergisst man, wie gering die größte Insel der Welt bevölkert ist. Nur 24 Millionen Menschen wohnen hier und das bei einer Fläche, die etwa 20-mal so groß wie Deutschland ist. Das ist auch einer der Gründe, warum Lebensmittel hier gerade für unsere Verhältnisse unglaublich teuer sind. Im Restaurant zahlt man pro Gericht mindestens 20, eher 30 $, und selbst in kleinen Imbissen zahlt man nie weniger als 10 $. Da erscheint es natürlich sinnvoll, seine Mahlzeiten selbst zuzubereiten. Aber auch die Preise in den Supermärkten sind wesentlich höher als bei uns. Allerdings haben diese in letzter Zeit Konkurrenz bekommen: Vor ein paar Jahren hat Aldi die ersten Läden in Down Under eröffnet – und das Konzept scheint auch hier anzukommen. Mittlerweile gibt es nämlich schon etliche Filialen des bisher einzigen Discounters im Lande. Es ist schon verrückt, so weit weg von Zuhause bei Aldi einkaufen zu gehen, vor allem weil es dort praktisch genau so aussieht wie bei uns, und auch einige Produkte gleich sind.04-Preise

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5. Obst

Obst schmeckt hier soo gut! Überall gibt es kleine Obstläden und Straßenstände. Das Obst, das dort verkauft wird, kommt praktisch direkt vom Baum oder Strauch. Zum Beispiel gibt es kleine, dicke Bananen, sogenannte Lady Fingers, die genauso schmecken, wie eine Banane schmecken muss. Oder kleine Ananasfrüchte, die gar nicht sauer sind, sondern nur süß und saftig. Je nachdem durch welche Region man fährt, sieht man Plantagen der unterschiedlichsten, exotischen Früchte. Besonders Macadamia Nüsse gibt es in allen Variationen, und mit Schokolade überzogen sind sie ein super Mitbringsel.

05-Obst© pixabay

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6. Strände

Wenn man die Ostküste entlang fährt, reiht sich ein Strand an den anderen, und alle sind wunderschön. Der Sand ist so fein, dass es leise knirscht, wenn man darüber läuft, und er ist so weiß, wie auf einer Traumstrand-Postkarte. Auch das Wasser ist immer super sauber und türkis. Man sollte allerdings wirklich nur ins Wasser gehen, wenn Rettungsschwimmer in der Nähe sind. Denn es gibt nicht nur gefährliche Tiere, sondern vor allem auch unberechenbare und leicht zu unterschätzende Strömungen, die einen schnell aufs offene Meer hinaustragen. Deshalb gibt es sehr viele beaufsichtigte Strände. Verrückt ist aber, dass die überwachten Bereiche oft nur wenige Meter lang sind und man auch wirklich nur dort ins Wasser gehen darf. Selbst an den großen und bekannten Stränden, wie zum Beispiel dem Bondi Beach in Sydney, geht jeder nur innerhalb des kleinen, mit Fahnen abgesteckten Bereichs baden.06-Strände

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7. Menschen

Die Menschen hier wirken nicht nur total entspannt, sondern sind auch super freundlich. Überall wird man mit „Hi, how are you“ begrüßt. Und hilfsbereit sind sie auch. Einmal haben wir jemanden an der Straßenbahnhaltestelle nach dem Weg gefragt. Als dann aber direkt seine Bahn kam, ist er einfach nicht eingestiegen, nur um uns weiterzuhelfen! Außerdem findet man in jedem noch so kleinen Ort eine Touristeninformation und es lohnt sich immer, dort vorbeizuschauen. Es gibt kostenloses WLAN und man bekommt Karten von der Umgebung. Man kann sich aber auch einfach über mögliche Aktivitäten in der Nähe informieren oder verschiedene Touren buchen.07-Menschen

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8. Sportsclubs

Australien ist eine Nation voller Spielwütiger. In fast jedem Ort gibt es einen Sportsclub. Oft sind sie riesig und super modern mit vielen verschiedenen Restaurants, Hotels und Spielplätzen für Kinder. Der größte Bereich besteht aber immer aus dutzenden blinkenden Spielautomaten und anderen Glücksspielen. Schon morgens kommen die ersten Zocker in die Clubs und bleiben nicht selten den ganzen Tag dort, um ihr Glück zu versuchen. Aber auch das Wetten ist hier ganz groß. Es gibt zum Beispiel Pferde- oder Hunderennen, die sogar im Fernsehen übertragen werden.

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© pixabay

 

Tipps und ausführliche Hintergrundinfos im Reiseführer „Australien – Der Osten“:

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Reiseführer

.Text: © Anique Hoffmann, Bilder: © Anique Hoffmann (außer siehe Bildunterschrift)

Anique Hoffmann studiert Buchwissenschaft und Ökonomie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und ist studentische Mitarbeiterin beim Michael Müller Verlag.

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Das Geld eher klein, die Reiselust dagegen groß: Das eine schließt das andere aber nicht unbedingt aus.

Das Budget eher klein, die Reiselust dagegen groß? Das eine schließt das andere nicht unbedingt aus.

Wer kennt sie nicht, die – einmal kleinlaut, dann wieder stolz und hintergründig – gestellte Frage: „Und, wie viel habt Ihr für den Flug bezahlt?“
Zeit, die Karten auf den Tisch zu legen. Im Grunde gibt es nur zwei Optionen für den Ausgang des Gesprächs. Entweder man outet sich als die Person, die zum selben Ort, zur selben Zeit, nur eben leider zum doppelten Preis angereist ist, deswegen jedoch keine Vorteile, sondern nur den mitleidigen Blick des Gegenübers genießt, welcher mit triumphalem Unterton die Urlaubsersparnis zu einer Jagdtrophäe stilisiert. Oder eben andersherum. Denn wer ist schon nicht stolz, ein Schnäppchen aus den Tiefen und Wirren des Web, sei es durch geschicktes Frühbuchen, schlichtes Glück, oder eben die Kenntnis einschlägiger Rabatt-Anbieter gefunden zu haben. Ohnehin macht es mehr Spaß, den Großteil des hart erarbeiteten und/oder ersparten Reisebudgets im Zielland, und nicht in den Taschen der Transportunternehmen und Unterkunftsanbieter zu lassen.
Hier ein paar Tipps für die nächste (günstigere) Buchung.

Übernachten

Der Blick auf die Seine, das Läuten des Big Ben, den Central Park als Vorgarten oder die Nähe zum Meer sind meist den 5-Sterne-Häusern vorbehalten. In den beliebten Metropolen sind die Übernachtungspreise in der City schnell mal im drei- bis vierstelligen Bereich angesiedelt.
Eine tolle Alternative ist AirBnB. Unbewohnte, jedoch voll ausgestattete Apartments, häufig in Top-Lage, können zum vergleichsweise niedrigen Preis angemietet werden. Nach kurzer Registrierung ist die Buchung obendrein versichert, bei eventuellen Problemen hilft AirBnB. Unterkünfte sind mittlerweile in 190 Ländern weltweit verfügbar, detaillierte Nutzerbewertungen und -beschreibungen erleichtern die Auswahl des Domizils.
Weitere Anbieter mit ähnlichem Konzept sind 9flats und Wimdu.

Fliegen

Die Websites für Flugpreisschnäppchen sind häufig mit nervtötenden Werbeanzeigen, unerwünschten Weiterleitungen und unübersichtlichen Suchmasken ausgestattet. Anders verhält es sich bei Skyscanner: Klares Design, Weiterleitung nur auf Wunsch und Suche in Millionen von Flügen von mehr als tausend Fluggesellschaften. Ebenso kann nach Autovermietungen und Hotels gesucht werden.
Skyscanner ist außerdem als kostenlose App für unterwegs erhältlich.

Niedriger Flug = Niedrige Preise? Wohl kaum, doch wer richtig sucht, der findet.

Niedriger Flug = Niedrige Preise? Wohl kaum. Doch wer richtig sucht, der findet.

Fahren

Dem innerdeutschen Monopol für Personentransport auf längeren Strecken wurde spätestens durch das breite Angebot von Mitfahrgelegenheiten und die Öffnung des Marktes für Fernbusse der Kampf angesagt. So ringen zahlreiche Anbieter von Busreisen um die Gunst der bahnmüden Kundschaft. Die teils lächerlich niedrigen Preise (München – Hamburg ab 5 Euro) täuschen allerdings nicht über die Tatsache hinweg, dass der Bus an das Verkehrsroulette der deutschen Autobahnen gebunden und deshalb nicht vor Stau, Sperrungen und Umleitungen gefeit ist.
Auch die technische Ausstattung wie (funktionierendes!) kostenfreies WLAN und die Qualität der sanitären Einrichtungen variieren von Fahrt zu Fahrt. Und so hat die Bahn mit dem IC Bus, der zu günstigen Konditionen auch europaweit pendelt, aus Preis-Leistungssicht doch wieder die Nase vorn und kann mit modernen, doppelstöckigen Bussen, On-Board-Service und Sauberkeit punkten.

Ohne Stau ein gutes Schnäppchen: Fernbusse.

Ohne Stau ein gutes Schnäppchen: Fernbusse.

Das Onlineportal Mitfahrgelegenheit hat mit einem neuen Buchungssystem und zusätzlichen Gebühren für Anbieter von Fahrten jüngst einige Nutzer vergrault, bleibt aber bis dato Marktführer. Einfacher und ohne Registrierung bucht man auf Besser-Mitfahren. Wer sich nicht durch sämtliche Seiten klicken will, dem sei Fahrtfinder ans Herz gelegt. Dieser Webdienst sucht in allen deutschen Portalen (außer Mitfahrgelegenheit.de) nach Möglichkeiten, es sich auf dem Beifahrersitz bequem zu machen und besticht, ohne Pop-Ups und Werbung, durch Übersichtlichkeit.

© Johannes Endler

Högschde Konzentration

Entspannt wird - hoffentlich - erst am 13. Juli.

Entspannt wird – hoffentlich – erst am 13. Juli.

Es könnte definitiv schlechter sein: Auf 15.000 Quadratmetern direkt am Atlantikstrand, welchen Bundes-Jogi für seine morgendlichen Joggingrunden ausgiebig nutzt, erstreckt sich das „Campo Bahia“ bei Santo André, das Quartier der DFB-Elf während der Weltmeisterschaft. Zwar hatten die WM-Gastgeber der deutschen Nationalmannschaft offiziell 83 (!) Quartiere angeboten, doch die genügten offenbar den Ansprüchen des DFB nicht – kurzerhand baute man sich selbst eine Herberge unter Palmen.
Jeweils 6 Spieler teilen sich eine der 14 Villen, was „eine besondere WG-Atmosphäre“ schaffen und damit den Teamgeist stärken soll, wie Manager Oliver Bierhoff unlängst verlauten ließ.
Die Austragungsorte aller drei Vorrundenspiele der deutschen Auswahl liegen im tropischen Norden des Landes: Salvador da Bahia, Recife und Fortaleza.
Salvador, wo Deutschland gestern Abend Ronaldo, Pepe und Co. schwindlig gespielt hat, war bis 1763 Hauptstadt Brasiliens und liegt an der „Allerheiligenbucht“ – in der Vergangenheit ging es dort allerdings eher unheilig zu, denn bis Ende des
19. Jahrhunderts florierte hier der Sklavenhandel.
Die Stadt ist bis heute sehr afrikanisch geprägt, was sich vor allem in der Musik und der lokalen Küche bemerkbar macht. Auch heute noch leidet die Stadt unter extrem hoher Kriminalität – im letzten Jahr wurden 2.234 Morde registriert, was Salvador Rang 13 der gewalttätigsten Städte der Welt sichert.
Die nächste Station ist dann Fortaleza, ebenfalls direkt am Meer gelegen und für die spektakulären, umliegenden Strände bekannt, die ein Mekka für Kite- und Windsurfer sind. Zahlreiche Barracas, Strandbuden, welche für die zahlreichen Touristen das Caipirinha-Feeling Realität werden lassen, reihen sich entlang der Küste auf. Tatsächlich aber ist der Mix aus Zuckerrohrschnaps, dem Cachaça, Limetten, Zucker und Eis nicht das Nationalgetränk der Brasilianer, sondern das Bier – im Glas Chopp, in der Flasche Cerveja genannt. Damit lässt sich das deftige Nationalgericht, die Feijoada, der Bohneneintopf mit verschiedenen Fleischsorten, Wurststückchen und Speck, hervorragend hinunterspülen.

Es geht nichts über ein "leichtes Sommergericht": Die Feijoada.

Es geht nichts über ein „leichtes Sommergericht“: Die Feijoada.

Schließlich trifft die Nationalelf in Recife auf die USA und mit Chefcoach Jürgen Klinsmann auf ihren Ex-Bundestrainer. In Recife, was zu Deutsch schlicht „Riff“ bedeutet, sollten Fans allerdings sowohl im Wasser als auch an Land Vorsicht walten lassen:
In den Küstengewässern sind hohe Populationen von Bullenhaien, Hammerhaien und Tigerhaien ansässig – die maritime Gefahr allerdings verblasst neben der Tatsache, dass die Mordrate in Recife doppelt so hoch wie die Rio de Janeiros ist.
Hierhin soll es für Deutschland’s Elf – dank „Högschder Konzentration und Disziplin“ – am 13. Juli ja gehen. Und damit das Freudentänzchen nach dem gewonnenen Finale dann nicht allzu mitteleuropäisch-steif ausfällt, hier noch zwei Möglichkeiten sich auf den richtigen Rhythmus einzugewöhnen.

Die Freiheit hängt an der Toilette – Freedom Camping in Neuseeland

In zehn Sekunden wird das Schloss entriegelt, sagt eine Stimme aus dem Off. Bestärkend blinkt am Ausgang eine rote Leuchte. Klick! Zeit abgelaufen. Durch die Tür zwängt sich eine kräftige Meeresbrise und mit ihr die Kühle des Morgens. So freundlich und einladend sie ihn aufgenommen, ihm Privatsphäre versprochen hat, so geduldig sie ihm Schutz und blanke Armaturen bot und fließendes Wasser, so bestimmt entlässt die hochmoderne Toilette ihren Gast. Erstaunt über den plötzlichen Rauswurf, aber erfrischt und erleichtert.
Draußen erwärmt die Sonne den Asphalt und die Karosserien der Campervans, die den Parkplatz mit Blick auf Wellington am Abend zuvor besetzt haben. Über kurz oder lang treiben die steigenden Temperaturen jeden der Camper aus den mit Kondenswasser beschlagenen Fahrzeugen in die sauber gefliesten Wände der öffentlichen Toilette. Sie ist der Grund für die vielen Übernachtungsgäste auf dem grauen Feld des Parkplatzes Korokoro Gateway . Sie macht den Aufenthalt über Nacht legal.

Blick vom Parkplatz Korokoro Gateway auf Lower Hutt bei Wellington. (Foto: Lisa Kügel)

Blick vom Parkplatz Korokoro Gateway auf Lower Hutt bei Wellington. (Foto: Lisa Kügel)

Noch vor einigen Jahren gab es zum wilden Campen, im Kiwi-Englisch vielversprechend „Freedom Camping“, keine offiziellen Einschränkungen. Wer Rücksicht auf die örtliche Bevölkerung und die Natur nahm, brauchte sich über Nacht nur ein schönes, ebenes Plätzchen suchen. Vermehrt zurückgelassener Müll und andere menschliche Hinterlassenschaften führten im August 2011 jedoch zum Erlass des Freedom Camping Act. Das Gesetz erlaubt Freedom Camping zwar, lässt aber den lokalen Behörden freie Hand, eigene Regelungen zu treffen und Bußgelder von bis zu 200 NZ-Dollar zu verhängen. Gerade touristisch beliebte Regionen machen seither Gebrauch von diesem Recht. „No-Camping“-Schilder vermehren sich, die unterschiedlichen Vorgaben sorgen für Verwirrung.
Ist es vorbei mit der Freiheit? Nun, in touristischen Zentren wie Rotorua oder dem Abel-Tasman-Nationalpark wird kein Freedom-Camper einen legalen Stellplatz finden. Abseits der großen Besucherströme gibt es ihn aber noch, den einsamen Platz direkt am Strand oder inmitten der Bergkulisse der Southern Alps – Schafsblöken inklusive. Die Freiheit hängt an der Toilette. Denn wer nicht gerade im Wohnmobil mit eigenem Klo und Wasserversorgung unterwegs ist, befindet sich in der Nähe einer öffentlichen Sanitäreinrichtung eigentlich immer auf der sicheren Seite. Welch eine Überraschung, festzustellen, dass im dünn besiedelten Neuseeland zu jedem noch so abgelegenen „Scenic Reserve“ eine Toilette gehört.

Dämmerung an der Küste südlich von Kaikoura auf der Südinsel. (Foto: S. Hoffmann)

Dämmerung an der Küste südlich von Kaikoura auf der Südinsel. (Foto: S. Hoffmann)

Kostenloser Campingplatz bei Twizel auf der Südinsel. (Foto: S. Hoffmann)

Kostenloser Campingplatz bei Twizel auf der Südinsel. (Foto: S. Hoffmann)

Während dem Europäer jetzt Bilder von verdreckten Raststätten-Toiletten durch den Kopf gehen, ist der Kiwi längst im Klohäuschen verschwunden. Er weiß, drinnen wartet eine saubere Schüssel und eine Rolle Toilettenpapier. Ganz egal, ob er das spacige High-Tech-Örtchen samt musikalischer Untermalung und Sprachanweisung in Picton oder die Holzhütte mit Plumpsklo und fließendem Gewässer vor der Tür aufsucht. Böse Überraschungen sind äußerst selten, auch weil man das Klo ganz selbstverständlich ebenso hinterlässt, wie man es vorgefunden hat.
Wer den Enthusiasmus bezüglich dieses Themas noch nicht verstehen kann, der sei auf den österreichischen Künstler Friedensreich Hundertwasser verwiesen. Der machte ab den 70er-Jahren Neuseeland zu seiner Winterflucht, so sehr hatte ihn die Schönheit des Landes beeindruckt. Und nicht nur diese… Das erste von Hundertwasser errichtete Gebäude auf der südlichen Erdhalbkugel ist heute die touristische Hauptattraktion des kleinen Ortes Kawakawa auf der Nordinsel und laut einer überlieferten Aussage des Künstlers, ein wundervoller Ort zum Meditieren. Der Leser ahnt es schon – Hundertwasser vermachte dem Ort eine öffentliche Toilette.

Die Hundertwasser-Toilette in Kawakawa, von der Straße aus gesehen. (Foto: Reinhard Dietrich, via Wikimedia Commons)

Die Hundertwasser-Toilette in Kawakawa, von der Straße aus gesehen. (Foto: Reinhard Dietrich, via Wikimedia Commons)

Text: © Lisa Kügel
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Neu­see­land, das sind Ne­bel­wäl­der, tä­ti­ge Vul­ka­ne, Gey­si­re und bro­deln­de Schlamm­lö­cher, ewig lange, un­ver­bau­te Strän­de und fast 4.000 Meter hohe Ge­bir­ge. Ihr niederländischer Entdecker nannte die Inseln zunächst Statenland, Kartographen prägten später den Namen Nieuw-Zeeland, aus dem sich das heutige New Zealand bzw. Neuseeland entwickelte. Die Maori nennen ihr Land Aoteoroa: „Land der großen weißen Wolke“. Unser Reiseführer Neuseeland ist 2012 in 3. Auflage erschienen.

Neuseeland, 3. Auflage 2012, 26,90 EUR, 840 Seiten.

Neuseeland, 3. Auflage 2012, 26,90 EUR, 840 Seiten.

 

Rote Teufel, Corazón und Mariachi

Bus fahren war in Deutschland bis Anfang 2013 fast ausschließlich innerstädtisch oder von Dorf zu Dorf das Fortbewegungsmittel der Wahl, da die Bahn das Monopol auf den Fernverkehr innehatte. Mittlerweile besteht – Dank der Liberalisierung des Personenbeförderungsgesetzes – immer auch die Möglichkeit, Fernbusse für die Reise quer durch die Republik zu nutzen.
Ganz anders ist das in Zentralamerika. Wer die Region zwischen Karibik und Pazifik individuell bereisen will, kommt an den Bussen nicht vorbei. Länderübergreifende Verkehrsnetze, die auf den Hauptstrecken von großen Transportunternehmen bedient werden, ermöglichen Fahrten von Panama City bis Managua, zwischen Mexiko-Stadt und Tegucigalpa, von Guatemala City nach Belize. Der Nahverkehr ist fest in der Hand der Roten Teufel, der Diablos Rojos oder auch Chicken Busse.
Individualtouristen schätzen diese Art des Reisens, denn für vergleichsweise kleines Geld – die Fahrt von Panama’s Hauptstadt an die costaricanische Grenze kostet gerade einmal umgerechnet 12 Euro für die knapp 700 Kilometer – bekommt man nicht nur den Transport, sondern meistens auch ein kleines Abenteuer oben drauf.

Abwrackprämie, nein danke!

Abwrackprämie, nein danke! Changuinola, Panama.

Costa Rica, an der Karibikküste, irgendwo zwischen Limón und der Grenze zu Panama.

Am südlichen Ende der „Schweiz Mittelamerikas“, da wo die scheinbar endlosen Bananenplantagen beginnen, hört die richtige Straße auf. Der gelbe Chicken Bus, ein ausgemusterter Highschool-Bus aus den USA, rumpelt auf der Sand- und Steinpiste Richtung Sixaola, dem Grenzort zu Panama. Seinen Namen verdankt der Chicken Bus vor allem der engen Bestuhlung, häufig sind aber tatsächlich auch gefiederte Fahrgäste mit an Bord.
Es ist sehr feucht und heiß – diese Hitze sieht man auf den Postkarten mit den karibischen Palmwedeln nicht. Draußen ziehen die Bananenstauden, teilweise mit Plastikplanen bedeckt, mit dem Rascheln des Fahrtwindes vorbei. Wer sich noch nie gefragt hat, wie ein Kilo Bananen im hiesigen Discounter eigentlich 49 Cent kosten kann, obwohl sie nicht im Spreewald wachsen und mindestens zehn Stunden Flug hinter sich haben, der sollte vielleicht auch nicht allzu genau in das grüne Meer der Stauden schauen. Bis zu den Knien stehen die Erntehelfer im Schlamm der Wasserkanäle zwischen den Pflanzen in der prallen Tropensonne. Die lächelnde Chiquita-Frau mit dem Korb auf dem Kopf war allerdings nicht zu sehen. Ein Pfiff, und der Bus kommt zum Stehen. Schichtende. Oder eher Schichtwechsel. Drei Ticos im Blaumann springen auf, steigen aus, und die, die ihren Arbeitstag beendet haben, kommen herein. Einer hat eine Gitarre dabei. Kaum sitzt er, stimmt er zusammen mit seinen Kollegen an: Marley’s „Three little Birds“ mit dem Refrain „Everything’s gonna be alright“. Der ganze Bus summt mit.

Red Devil, Guatemala.

Red Devil, Guatemala.

Guatemala Stadt, Terminal de Autobuses.

Irgendwie kommt man immer an den Orten nachts an, wo man nachts eigentlich nichts verloren hat. Dazu zählt auch Guatemala’s Hauptstadt. Während der Diablo Rojo aus Antigua de Guatemala durch die dunklen Straßen der Stadt kurvt, kann man sich ein recht gutes Bild davon machen, was wohl passieren könnte, wenn man sich als wandelndes Dollarzeichen, mit dem 20 Kilo Rucksack als zusätzliches Handicap auf dem Rücken, hier und jetzt auf die Suche nach einer Übernachtung machen würde.
An roten Ampeln hält um diese Zeit keiner mehr, eiserne Regel. Alle Fenster auf Straßenhöhe sind vergittert, die Türen verbarrikadiert. Der Bus biegt in das Terminal ein, das – natürlich, wo sonst – im Rotlichtviertel liegt.
Die Durchsage des Fahrers in gebrochenem Englisch: „Everybody not from Guatemala City and waiting for transfer don’t leave the building, por favor„.
Wir haben uns alle daran gehalten –  Tipps von Einheimischen sind immer die besten.

Busbahnhof in Chiapas, Mexiko.

Busbahnhof in Chiapas, Mexiko.

Tuxtla Gutiérrez, Chiapas, Mexiko.

Wer in Zentralamerika öffentliche Verkehrsmittel benutzt, wird zwangsläufig zum Salsa-, Merengue- und Mariachifan. Ob morgens um halb fünf oder nachts um eins, das Buspersonal – Fahrer (Vater) und Ticketverkäufer (Sohn) – holt alles aus den blechernen Boxen der Diablos Rojos heraus. Die Roten Teufel sind eigentlich gar nicht zwingend rot, machen aber einen Höllenlärm und stoßen schwarze Rauchwolken aus den Auspuffrohren, wie es nur ohne Katalysator oder wohl im Fegefeuer möglich ist.
Der Motor röhrt, klimpert, und tuckert mit der Musik um die Wette. Meistens geht es um gehörig viel Corazón, Amor und Mujeres. Manchmal aber auch nur um Corazón. Jedenfalls scheinen alle die schmachtenden Texte zu kennen, und man selbst ertappt sich nach mehreren Wochen im Land auch dabei, den einen oder anderen Gassenhauer ausgemacht zu haben, bei dem man immerhin den Refrain mitsingen kann.

Gott fährt mit, hoffentlich.

Gott fährt mit, hoffentlich.

Wenn der Bus die Serpentinen in die autonome Region der Maya hinaufzuckelt, bergab viel zu spät gebremst wird, und scheinbar ohne zu Kuppeln die Gänge hineingehauen werden, ist die musikalische Untermalung der zentralamerikanischen Rhythmen nicht zu toppen.
Überholt wird ohnehin ständig und überall, auch wenn man gerade nicht über die nächste Kuppe sehen kann. „Jehova es mi Pastor„, steht auf der Windschutzscheibe.
Hoffentlich hat der Hirte heute seinen gnädigen Tag und bremst den Gegenverkehr aus.

Beitrag & Fotos © Johannes Endler.

Go Ea(s)t!

Die vietnamesische Küche hat Einzug gehalten in Deutschland. Und hat unter Genießern und Kennern fernöstlicher Köstlichkeiten längst einen hohen Stellenwert erreicht, ist sie doch gesünder und bekömmlicher als das hierzulande oftmals angebotene chinesisch-thailändische Fusionfood, welches leider häufig unter Glutamat- und Fettüberschuss leidet. Gerade in deutschen Großstädten schießen seit wenigen Jahren vietnamesische Imbisse und Restaurants wie Pilze aus dem Boden. Wie überall variieren Qualität und Frische, doch hat man erst einmal „seinen“ Favoriten gefunden, wird man leicht zum Dauergast.

Straßenszene in Hanoi, Hauptstadt der Sozialistischen Republik Vietnam.

Straßenszene in Hanoi, Hauptstadt der Sozialistischen Republik Vietnam.

Hồ Hồ Hồ Chí Minh! "Onkel" Hồ, wie der ehemalige Premierminister und Präsident Vietnams liebevoll genannt wird, genießt noch immer einen hohen Stellenwert in der Bevölkerung.

Hồ Hồ Hồ Chí Minh! „Onkel“ Hồ, wie der ehemalige Premierminister und Präsident Vietnams liebevoll genannt wird, genießt noch immer einen hohen Stellenwert in der Bevölkerung.

Mit der wachsenden Popularität der südostasiatischen Reisedestination Vietnam (Việt Nam) stieg auch die Nachfrage nach den Speisen des Landes, die für Viele eine Offenbarung und Highlight des Urlaubs waren. Erst in den 1990er Jahren wurde Vietnam als Reiseziel entdeckt – zwar mit Visumpflicht, aber gänzlich ohne Einschränkungen kann man sich als Tourist seit 1997 im ganzen Land bewegen.
Mit kultureller Vielfalt, atemberaubender Landschaft, geschichtsträchtigen Orten, guten Verkehrsverbindungen und freundlichen Menschen hat sich Vietnam auf Platz neun der am meisten besuchten Länder in Fernost geschoben. Zu den beliebtesten Zielen in Vietnam zählt sicherlich die Halong Bucht (Vịnh Hạ Long), ein circa 1.500 m² großes Gebiet im Golf von Tonkin, wo teilweise über 100 Meter hohe Kalksteinfelsen aus dem Wasser ragen. Zwischen den Felsen und Inseln wohnen Menschen in schwimmenden Dörfern.

Halong Bay im Golf von Tonkin.

Die Halong Bay im Golf von Tonkin.

Der Legende nach entstand die Halong Bucht mit ihren zahreichen Felsen und Inseln, nachdem ein riesiger Drache, der nahe an der Küste wohnte, zum Meer gestapft war und mit seinem Schwanz tiefe Furchen in die Landschaft gegraben hatte, welche vom Meer überflutet wurden.

Im mystisch anmutenden Morgennebel könnte man fast an die Entstehungslegende glauben...

Im mystisch anmutenden Morgennebel könnte man fast an die Entstehungslegende glauben…

Eine beliebte (und relativ einfache) Art, das Land zu entdecken ist die Zugfahrt von Hanoi im Norden nach Ho-Chi-Minh-Stadt, dem ehemaligen Sài Gòn im Süden, mit 7,5 Millionen Einwohnern die größte Stadt Vietnams. An der Strecke liegen viele bedeutsame Ziele, die Dank „Hop-On-Hop-Off“-Option besichtigt werden können: die Küstenstadt Hội An, deren Altstadt UNESCO Weltkulturerbe ist, die Region um die DMZ, der während des Krieges entmilitarisierten Zone und ehemaligen Grenze zwischen Nord- und Südvietnam, sowie die Urlaubsorte Nha Trang und Mũi Né mit ihren palmengesäumten Stränden am südchinesischen Meer.
Wo auch immer der Zug hält, Garküchen und kleine Straßenstände bieten überall traditionelle Speisen an. Den Franzosen als ehemaliger Kolonialmacht kann man zugute halten, Baguette im damaligen Indochina eingeführt zu haben – dieses ist als Bánh mì, dem vietnamesischen Sandwich, belegt mit Schweinefleisch, Karotten und Koriander, ein beliebter Snack für zwischendurch. Die traditionelle Suppe Phở, eine Rinderbrühe mit Rind- oder Hühnerfleisch, Reisnudeln, Zwiebeln, Koriander, Minze und Chilies, wird zu jeder Tageszeit gegessen und oftmals sogar schon zum Frühstück gereicht.
Daumenregel: Befindet sich Phở nicht auf der Speisekarte eines vietnamesischen Restaurants hierzulande, ist es in der Regel auch keines.

Bánh mì - ein klasse Snack für zwischendurch. Merci.

Bánh mì – ein klasse Snack für zwischendurch. Merci.                                                              Foto: Privat

Ein Muss auf der Speisekarte: Phở.

Ein Muss auf jeder vietnamesischen Speisekarte: Phở.                                                              Foto: Privat

Fast egal, was auf den Teller oder in die Schüssel kommt: Nước mắm, die Soße zum Tunken von Frühlings-, Sommer- oder Herbstrollen, als Dressing im Salat, bei Fleischspeisen oder in der Suppe, gehört immer dazu. Basis der süß-salzig-sauer-scharfen Flüssigkeit ist die Fischsauce.
Angesichts des Herstellungsprozesses von Nước mắm allerdings läuft so mancher Langnase ein kalter Schauer über den Rücken. In Tonfässern werden vor allem Anchovis und andere kleine Fische zwischen Schichten von Meersalz gegeben und über Monate in der Sonne stehen gelassen. Die Fermentation, unterstützt von Mikroorganismen, erzeugt so eine braune Flüssigkeit, welche gefiltert und schließlich in Flaschen abgefüllt wird.
Gut, dass sie besser schmeckt als sie riecht. Einer der bedeutensten Herstellungsorte von Fischsauce ist die tropische Insel Phú Quốc vor der Südküste Vietnams.
Ein paradiesischer Ort, solange man keines der Fässer öffnet.

Insel-Idyll auf Phú Quốc. Nur nicht zu nahe an die Fässer kommen.

Insel-Idyll auf Phú Quốc. Nur nicht zu nahe an die Fässer kommen.

Die traditionellen Reisnudelgerichte Bun Nem und Bún Bò Nam Bo, im Schälchen die Fischsauce.

Die traditionellen Reisnudelgerichte Bun Nem (Honigfrikadellen) und Bún Bò Nam Bo (Rindfleischsalat), im Schälchen in der Mitte die Fischsauce. Köstlich.

Märkte bestimmen allerorts das Stadtbild in Vietnam. An zahlreichen Ständen werden Obst, Gemüse, Fleisch und Fisch feilgeboten, Händler preisen ihre Waren an und werben um Kunden. Für Europäer ist nicht immer klar, was genau da nun verkauft wird – und gerade bei Fleischwaren sollten Vegetarier lieber die Augen schließen, denn hier sieht man noch, wo das Produkt ursprünglich herkommt.

Die Qual der Wahl. Geflügel oder Fisch...

Die Qual der Wahl. Geflügel…

Meeresfrüchte...

Fisch…

Handgemachte Nudeln...

Handgemachte Nudeln…

Oder doch lieber etwas Trockenfleisch?

Oder doch lieber etwas Trockenfleisch?

Vietnam bietet buchstäblich etwas für jeden Geschmack. Pulsierende Metropolen, verschlafene Bergdörfer umgeben von dichtem Regenwald, traumhafte Küsten und hervorragendes Essen.
Bestrebungen des Tourismusministeriums, Vietnam zu einem neuen Thailand zu machen, werden hoffentlich nicht allzu schnell realisiert – ist die Ursprünglichkeit und Freundlichkeit des Landes doch nur ohne große Ressorts, Touristenmassen und Verwestlichung zu erhalten. Wer Abenteuerlust, Zeit und vor allem Offenheit mitbringt, wird hier einen Teil von Asien erleben, von dem noch lange geschwärmt werden kann.
Und falls gerade noch Unschlüssigkeit herrscht, schnell zum Vietnamesen an der Ecke.
Die Phở ist bestimmt schon fertig. Und dann will man ohnehin gleich los.

Beitrag & Fotos (außer anders gekennzeichnet) © Johannes Endler.

Sommer mit Snoopy

Auf der Südhalbkugel ist ja bekanntlich gerade Hochsommer. Also die perfekte Reisezeit, um dorthin vor dem momentan nasskalten Schmuddelwetter in unseren Breiten zu fliehen. Allerdings etwas zu viel des Guten bekommt gerade der äußerste Süden Australiens ab.
In Melbourne wurden aufgrund von Temperaturen weit über 40 Grad Celsius bereits Spiele der momentan stattfindenden Australian Open, des ersten Grand-Slam Tourniers im Kalender des Tennisjahres, unterbrochen. Die hohe körperliche Belastung führte in Kombination mit der flirrenden Hitze auf den Courts wohl schon zu seltsamen Begegnungen. So versicherte der kanadische Tennisprofi Frank Dankevic nach seiner verlorenen Erstrundenpartie: „Mir war schon seit Mitte des ersten Satzes schwindelig, und dann sah ich Snoopy und dachte: Wow, Snoopy, das ist seltsam.“

Momentan auf eigene Gefahr: Tennis in australischer Hitze. Snoopy kommt eventuell auch.

Momentan auf eigene Gefahr: Tennis in australischer Hitze. Snoopy kommt eventuell auch vorbei. Foto: australianopen.com

Cool bleiben.  Foto: heraldsun.com.au

In Melbourne gerade keine leichte Aufgabe: Cool bleiben.
Foto: heraldsun.com.au

Um Halluzinationen bei den tausenden Fans zu vermeiden, setzen die Veranstalter im Melbourne Park auf eine Mischung aus Ventilatoren und Freiluftduschen. Zwar kurzfristig hilfreich, ersetzen sie dennoch nicht den Sprung ins kühle Nass. Gut, dass es rund um die City einige Möglichkeiten zum Abtauchen gibt.
Am zentrumsnahen Brighton Beach treffen sich die gut situierten Melburnians – kein Wunder bei der spektakulären Aussicht auf die Skyline der Stadt, welche sich vorzugsweise aus den regenbogenfarbenen bathing boxes genießen lässt. Dabei erreichten die Kaufpreise der hölzernen Badeboxen mit der Größe einer Gartenlaube über die Jahre teilweise haarsträubende  Dimensionen: Der Rekord liegt angeblich bei 585.000 Australischen Dollar, also rund 380.000 Euro…

Dank Regenbogenfarben Müller-Flair am Brighton Beach.

Dank Regenbogenfarben Müller-Flair am Brighton Beach.                                                       Foto: heraldsun.com.au

Statussymbol Badebox.

Statussymbol Badebox.                                                                                                                         Foto: heraldsun.com.au

Während die Sydneysiders zum Wochenendausflug die Northern Beaches ansteuern, orientieren sich die Melburnians in Richtung Mornington Peninsula. Hier locken kleine Seaside Villages, die alle Annehmlichkeiten für gediegenes Ausspannen bieten.
Etwas rauer geht es am äußersten Südzipfel der Halbinsel am Portsea Surf Beach zu, einem geschätzten Spot der südaustralischen Surf-Community am offenen Meer.
Da die Halbinsel hier sehr schmal ist, kann aber auch einfach zu Fuß auf die ruhige, dem Festland zugewandte Bucht gewechselt werden.

Portsea, südlichster Punkt der Mornington Peninsula.

Portsea, südlichster Punkt der Mornington Peninsula.                                                                Foto: visitmorningtonpeninsula.com

Nur Strand? Im Verlauf des Jahres bietet Melbourne noch eine Reihe großer Events.
Die Melbourne International Flower & Garden Show Ende März ist die größte Messe dieser Art in der südlichen Hemisphäre.
Internationales Standing hat auch das Melbourne Festival rund um Kunst, Musik und Film, welches Mitte Oktober seine Pforten öffnet.
Lust auf eine Reise nach Down Under? Alles Wissenswerte vom Great Barrier Reef bis ins Outback findet sich in unserem Australien-Reiseführer.
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