Vielfältig und bunt – der 37. DEKT in Berlin

Dass Berlin eine Reise wert ist, versteht sich von selbst. Auch wer kein Freund der Großstadt ist, fühlt sich öfters dabei ertappt, Berlin doch ganz nett zu finden. Kein Wunder, denn kaum eine Stadt in Deutschland bietet so viele verschiedene kulturelle Angebote wie unsere Hauptstadt.

 

Zwei Feste in einer Stadt

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Wahrzeichen der Stadt im Zeichen des Kirchentags

Besonders spürbar war dies am letzten Samstag im Mai. Am 27. Mai 2017 machten es sich gleich drei Gruppen zur Aufgabe, das Gesicht der Stadt zu verwandeln. Mit schillernden Farben zogen unterschiedlichste Menschen aus nah und fern in den Straßen umher. Geschmückt mit Fanschals und Trikots traf man sich an bunten Ständen und feierte – mehr oder weniger gemeinsam – gleich zwei große Feste. Der bunte Mix aus Rot, Weiß, Gelb, Schwarz und Orange mochte einige auf den ersten Blick verwirren. Denn während die einen dem DFB-Pokal-Finale zwischen Eintracht Frankfurt und Borussia Dortmund entgegenfieberten, trafen sich gleichzeitig tausende zu den Feierlichkeiten des „Lutherjubiläum“ auf dem 37. Evangelischen Kirchentag in Berlin.

Sehen und gesehen werden

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Graues Berlin?

Unter dem Motto „Du siehst mich“ (1. Mose 16, 13) versammelten sich von Mittwoch bis Sonntag zahlreiche Christen, aber auch Gläubige aus anderen Religionen, wie dem Judentum und dem Islam, Atheisten und generell Interessierte in Berlin. Alle zwei Jahre lädt die Evangelische Kirche Deutschlands ein, sich untereinander auszutauschen und friedlich so manches Streitthema zu diskutieren. Obwohl dieser Dialog durchaus christlich-protestantisch geprägt ist, finden so auch Menschen außerhalb dieses Glaubens interessante Angebote. Ob nun Diskussionen, Konzerte, Poetry Slams oder Theaterstücke, mit einem unfangreichen 500-Seiten-Programm war einiges zu erleben!

 

Große Themen – drängende Fragen

…oder Spiegel der Vielfalt?

Denn die Evangelische Kirche schaut hinaus in die Welt und sieht auf die brennenden Fragen in der Gesellschaft. Bei Podiumsdiskussionen, Gesprächsrunden und offenen Fragestunden standen beispielsweise PolitikerInnen, WissenschaftlerInnen und MenschenrechtlerInnen dem Publikum Rede und Antwort. Ein großes Thema war hier die Digitalisierung und die Rolle Deutschlands als Friedensbotschafter in aller Welt. Während auf der großen Bühne vor dem Brandenburger Tor Bundeskanzlerin Angela Merkel und der ehemalige US-Präsident Barack Obama bejubelt wurden, mahnte Außenminister Sigmar Gabriel auf der Messe mehr Verantwortungsbewusstsein an.
Klatschen sei einfach. Doch diese Art der Zustimmung reiche leider nicht aus, um die Tendenz in Richtung Aufrüstung und Krieg zu stoppen und umzudrehen. Es müsse endlich wieder um wichtige soziale, religiöse und politische Themen geredet, diskutiert und sich gestritten werden – im positiven Sinne. So solle die  Gesellschaft sich beteiligen bei den Fragen um Frieden, Nächstenliebe und weitere große Themen die sich mit den aktuellen politischen Lagen verknüpfen lassen.

 

„Tragt Freundlichkeit in die Welt!“

Der Eröffnungsgottesdienst erzählt Geschichte und Geschichten der Stadt Berlin

Mit diesem Appell, sich mehr an der Gestaltung der Politik und des öffentlichen Lebens zu beteiligen, waren die Politiker nicht alleine. Mit viel Herz und Humor ermutigte auch Eckhart von Hirschhausen dazu, Freundlichkeit in die Welt zu tragen: Dies könne schon im ganz Kleinen Anfangen. Als Tipp empfahl er, ab und an eine Münze auf die Straße fallen zu lassen. Wer überraschendes Glück erlebe, sei danach nämlich viel hilfsbereiter. Neben aller Heiterkeit warnte der Klavier-Kabarettist Bodo Wartke in seinem Lied „Nicht in meinem Namen“ davor, vorschnell Religion als Streitursache zu missbrauchen oder missbrauchen zu lassen.

 

Spiel und Spaß sind genauso wichtig

Natürlich durfte neben diesen ernsten Themen auch der Spaß nicht fehlen. So gab es viel Raum und Zeit, sich bei Sport, Tanz und Musik oder dem Feiern eines gemeinsamen Gottesdienstes zu treffen. Besonders auf sich aufmerksam machten mit Spiel und Spaß das Zentrum Jugend und das Zentrum Kinder: Hier war es dank vieler Mitmach-Aktionen laut und bunt.

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Abschlussgottesdienst in Wittenberg

Auch der Markt der Möglichkeit, der Markt der Innovation und andere Zentren boten vielfältige Angebote. Wer auf der Suche nach Impulsen und Antworten zu verschiedenen Themen suchte, war hier bestens aufgehoben. Seinen Abschluss fand der 37. Kirchentag dieses Jahr ausnahmsweise fernab vom eigentlichen Veranstaltungsort. Zu einem letzten Festakt – dem Abschlussgottesdienst – machten sich viele der Besucher auf nach Wittenberg.

 

„Hier stehen wir – und wollen anders. Jetzt gehen wir – und können anders!

Nun blicke ich nach ein paar Tagen zurück und frage mich was bleibt, von diesem Event und dem Wunsch anders zu handeln und Teil einer Friedensbewegung zu sein?
Für mich bleibt die Erfahrung, Teil einer unglaublich vielfältigen Weltgemeinschaft sein zu dürfen. Die Hoffnung, dass viele Menschen lieber Frieden suchen als Streit, egal aus welcher Region, Religion oder Orientierung sie kommen und der Wunsch Berlin als Stadt bald genauso bunt und weltoffen wiederzusehen.

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Kerzenmeer zum Ausklang des Tages in der Messe Berlin

 

 

Text: Saskia B. Vortisch

Fotos: Saskia B. Vortisch

Infos: https://www.kirchentag.de/

 

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San Marco – Refugio mit Familientradition

Hoch auf einem Felssporn thronend ist das Refugio San Marco die älteste Schutzhütte in den Dolomiten. Wanderer werden hier von drei Generationen der Familie Ossi herzlich empfangen und köstlich bewirtet.

Am Warmwasser scheiden sich bekanntlich die Geister. Natürlich kommt man gut ein paar Tage ohne aus, aber warum selbst in Hütten mit der Anmutung einer Autobahnraststätte nur eiskaltes Wasser aus der Leitung läuft, lässt sich einer Solarzelle wohl kaum vermitteln. Und wie lange hält die Münze durch, falls es doch einen Duschautomaten gibt? Egal. Das Rifugio San Marco hat einen sensationellen ‚Wellnessbereich’ zu bieten: eine Warmwasserdusche unter freien Himmel. Mit dem schroffen Massiv der Marmarole im Genick und den zerzausten Spitzen der Cinque Torri im Blick, kann man genüsslich den Staub und Schweiß von den geschundenen Knochen spülen.

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Königlicher Blick auf den Monte Pelmo

Das mag auf eine falsche Fährte führen, denn die kleine Schutzhütte aus Naturstein besticht vor allem durch ihre Ursprünglichkeit – und die Herzlichkeit der Wirtsfamilie. Während die Enkel Emma und Marino Lolek mit dem zotteligen Hund Bongo auf der Wiese herumtollen, pflückt Oma Iva in dem kleinen Gemüsegarten Salat fürs Abendessen. Opa Marino Ossi schmeißt die Bar und späht mit dem Fernglas auf die Forcella, ob alle Bergsteiger auch wieder heil zurückkehren. Dann kommt Tanja mit ihrem Block auf die Terrasse und trägt jedem Gast persönlich vor, was die Küche Köstliches zu bieten hat: erster Gang, zweiter Gang – dolce vita.

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Opa Marino schmeißt die Bar, Hund Bongo begrüßt die Gäste und Mutter Tanja kocht.

Ein richtiger Familienbetrieb, jeder macht mit, jeder mischt mit, und hinter den Kulissen wird auch mal gezankt: ‚Wir sind doch kein Autogrill’ schimpft Tanja, wenn im August die Sommerfrischler Latte Macchiato bestellen. Der Opa geht die Sache etwas entspannter an: Kaffee ist Kaffee, und wenn’s ihm zu bunt wird, heißt es einfach: bar chiuso. Dann muss Tanja einspringen: bedienen, putzen, waschen, und der Oma in der Küche helfen: Vollgas von früh bis spät, da macht sie mehr Strecke als ein Tourengänger.

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Salat und Gemüse vom Garten direkt auf den Tisch

Seit 17 Jahren bewirtet die Familie Ossi das Rifugio, das auf einem Felsvorsprung am Fuße der Cima Bel Pra wie ein Adlerhorst über den Cadore-Tal thront. San Marco ist die älteste Schutzhütte in den Dolomiten, im Jahre 1895 vom Venezianischen Alpenverein errichtet, und trotz kleiner Umbauten und all den Brandschutzauflagen hat sie ihren ursprünglichen Charme bewahrt. Behutsam hält Marino Ossi mit seinen Tischlerarbeiten die Hütte im Stand. Alles ist stimmig, bis ins kleinste Detail – oben im Waschraum plätschert nur kaltes Wasser aus dem Hahn.

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Auf einem Felssporn über dem Cadore-Tal

Das Rifugio San Marco ist wirklich ein Zufluchtsort, und ein grandioser Logenplatz. Hauptdarsteller in dem steinernen Spektakel ist der König der Dolomiten, der Antelao. Mit seinen steil aufragenden Felsplatten scheint er den Himmel kitzeln zu wollen, während um seine Krone kleine weiße Wölkchen tänzeln. Ein imposanter Riese direkt vor der Haustür, zum Greifen nah, und doch in weiter Ferne. Seit einem gewaltigen Bergsturz auf dem Plattenschuss der Laste im Herbst 2014 wird aus Gefahr vor weiteren Abgängen von dem Aufstieg auf dem Normalweg abgeraten. Und auch die anderen Gipfel rund um San Marco haben es in sich: die Sorapiss-Umrundung, oder die Durchquerung der Marmarole entlang der Dolomitenhöhenwege: ‚Luftige Kletterei’ würde Hauleitner sagen.

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Auf der Marmarole-Runde

Für Bergsteiger, die auf allzu ausgesetzte Turneinlagen verzichten möchten, hat Edi, der Mann von Tanja und ausgebildeter Bergführer, eine montane Umrundung der Marmarole ausgetüfftelt. In vier bis fünf Tagen geht es durch das wildromantische Hochtal von St. Vito, abseits der ausgetretenen Steige rund um den Falzarego-Pass, in einen nahezu vergessenen Teil der Dolomiten, eine stille fast verwunschene Landschaft. Und auf der Südflanke des ‚marmonen’ Massivs scheinen sich die Hüttenwirte fast zu überschlagen, um kulinarisch mit der Familie Ossi mithalten zu können.

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In gut ausgeschilderter Einsamkeit trifft man höchstens mal auf einen Steinbock.

Eine geschmeidige Tour zum Saisonauftakt oder auch für Familien. Und das besonders Schöne an der Runde ist, dass man zum Abschluss wieder auf San Marco landet. Wenn man oben auf der Forcella Piccola in der tief stehenden Abendsonne das rote Dach der Hütte glänzen sieht und die Fußsohlen bereits brennen, geht es nur mehr ‚hangparallel’. Bald hört man Bongo bellen, dann ist es geschafft. Erstmal die Stiefel runter und einen Aperitif in dem kleinen Pavillon auf dem Felsvorsprung schlürfen – mit Blick auf seine Majestät. Und dann kommt auch schon Tanja rüber und fragt: primo, secondo? – Duschen nicht vergessen!

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Fantastische Belohnung nach der Wanderung: Gipfelglühen

Text: Paul Mayer

Fotos: Thilo Mössner

Infos: Webseite: Rifugio San Marco

Lage: in den östlichen Dolomiten auf dem Col de chi da Os auf 1.823 m ü. M. bei Cortina d’Ampezzo

Öffnungszeiten: Mitte Juni bis Ende September. Dieses Jahr eröffnet die Hütte am
20. Juni 2017.

Rifugio San Marco auf YouTube:

 

 

Nachwuchsparlament und Buchtage in Berlin 2017

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Links: Aktion zur Förderung von Toleranz © Börsenverein; Rechts: Die Eröffnung der Buchtage

Von Montag, den 12. Juni bis Mittwoch, den 14. Juni durfte ich gemeinsam mit 99 anderen Nachwuchskräften auf die Buchtage nach Berlin fahren und am Nachwuchsparlament teilnehmen. Mit dabei waren Azubis aus Buchhandlungen und Verlagen, Studierende aus buchnahen Studiengängen und Volontäre, die aus ganz Deutschland angereist sind.

Das Thema der diesjährigen Buchtage und des Nachwuchsparlaments lautete „Werte-Wandel-Verantwortung“, und da Frankreich 2017 Ehrengastland auf der Frankfurter Buchmesse ist, stand das Programm ganz im Zeichen des deutsch-französischen Austauschs.

Den Auftakt der Veranstaltung machten Frank Richter (Geschäftsführer Stiftung Frauenkirche Dresden), Alexander Skipis (Hauptgeschäftsführer Börsenverein) und Horand Knaup (Redakteur beim Spiegel). In einer Podiumsdiskussion zum Thema „Demokratie und Meinungsfreiheit“ erörterten sie, wie wichtig Pressefreiheit in den Medien ist. Außerdem kamen sie zu dem Ergebnis, dass sich immer mehr Menschen nur noch digital über Nachrichten und Neuigkeiten in der Welt informieren. Durch den Wunsch, alles kostenlos lesen zu können, leide die Qualität, so dass es langfristig dringend erforderlich sei, ein angemessenes Preismodell einzuführen.

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Von links nach rechts: Alexander Skipis, Horand Knaup, Judith Hoffmann und Frank Richter 

Danach wurden wir in Gruppen eingeteilt und haben an verschiedenen Workshops teilgenommen und anschließend Buchhandlungen und Verlage in Berlin besucht. In meinem Workshop haben wir den Vortrag „Wie Publishing Startups und neue Verlage vom digitalen Wandel profitieren“ von Fabienne Riener (COO des Sourcefabric-Instituts) gehört und uns anschließend mögliche Innovationen in der Branche überlegt und gegenseitig vorgestellt. Dabei ist zum Beispiel die Idee, einer Jobbörse im Tinderformat aufgekommen.

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Fabienne Richter stellt Publishing Startups vor

Die Exkursion führte mich zum be.bra Verlag, einem kleinen unabhängigen Verlag, der 1995 gegründet wurde. Die erste Publikation war ein Currywurstführer quer durch Berlin und mittlerweile ist das Programm ziemlich breit. Es beinhaltet Sachbücher zu aktuellen Themen, zur deutschen Geschichte, zu Berlin, Brandenburg und anderen Regionen, aber auch historische Kriminalromane und eine Reihe mit japanischer Literatur. Die Verlagsmitarbeiter haben sich und den Verlag vorgestellt und am Ende hat jeder noch das Buch Wildes Berlin geschenkt bekommen, welches die skurrilsten Hauptstadtbewohner in ihrem natürlichen Lebensraum vorstellt, mit dabei der Prenzlbiber, die Reinickendorfer Füchse und das Köpenicker Rotwild.

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Links: Die Mitarbeiter des be.bra Verlags; Rechts: Buch Wildes Berlin © be.bra Verlag

Abends fand noch ein Get-Together mit gemeinsamem Abendessen statt, so dass alle Teilnehmer die Möglichkeit hatten, sich auszutauschen und besser kennen zu lernen.

Am Dienstagmorgen ging es dann direkt weiter mit der Parlamentssitzung und der Wahl der Nachwuchssprecher. Gewählt wurde für zwei Jahre und entschieden haben wir uns für Cleo Ciba, Volontärin im Bereich Marketing und Unternehmensentwicklung beim Lingen Verlag in Köln, und Philipp Nawroth, Auszubildender der Buchhandlung Osiander in Reutlingen.

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Rechts: Die frisch gewählten Nachwuchssprecher Cleo Ciba und Philipp Nawroth                        © Börsenverein

Bei der offiziellen Eröffnung der Buchtage im Anschluss wurde verkündet, dass die kanadische Schriftstellerin, Essayistin und Dichterin Margaret Atwood den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2017 erhält, der zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse im Oktober verliehen werden wird. Ihre Romane und Sachbücher zeichnen sich besonders durch ihr politisches Gespür und die Hellhörigkeit für gefährliche, unterschwellige Entwicklungen und Strömungen aus.

Einer der Höhepunkte der Veranstaltung war die Rede von Bundesminister für Justiz und Verbraucherschutz, Heiko Maas. Vordergründung thematisierte er in seiner Rede den Rechtspopulismus und die Verrohung der Kommunikation in sozialen Netzwerken und in der Gesellschaft. In erster Linie verteidigte Herr Maas allerdings das Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz und erntete dafür im Anschluss zahlreiche Kritik von Verlegern diverser Sachbuchverlage im Publikum. Letztendlich entscheidet sich aber erst in zwei Wochen, ob das Gesetz wie geplant vom Bundestag verabschiedet wird.

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Bundesminister Heiko Maas während seiner Rede

Abends fand dann der unterhaltsamste Teil der Buchtage statt, das Mitgliederfest im Haubentaucher. Dort hatte der Nachwuchs die Möglichkeit, sich mit namhaften Persönlichkeiten aus der Branche zu vernetzen und sich vielleicht auch schon bei dem ein oder anderen Verleger vorzustellen. Ein besonderes Highlight an dem Abend war der musikalische Auftritt des franko-ruandischen Autors und Musikers Gaël Faye.

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Links: Das Mitarbeiterfest; Rechts: Musiker Gaël Faye

Der Mittwoch war dann noch mal vollgepackt mit einer Reihe von Vorträgen zum Tagungsthema Werte, Wandel und Verantwortung und dem deutsch-französischen Austausch. Da sich viele Vorträge allerdings überschnitten haben, musste und durfte jeder selbst entscheiden, woran er teilnehmen wollte.

Ich habe dieses Jahr das erste mal an den Buchtagen teilgenommen und finde es super, dass der Börsenverein uns Nachwuchskräften diese Chance ermöglicht. Ich habe viele neue und interessante Menschen kennen gelernt und mich über Themen ausgetauscht, die mir bislang noch neu oder nicht ganz klar waren. Vor allem fand ich es interessant, wie viele buchnahe Unternehmen es neben Verlagen und Buchhandlungen noch gibt, die man bisher noch nicht so auf dem Schirm hatte.

Mir hat es so gut gefallen, dass ich direkt einer AG zur Vorbereitung der Buchtage 2018 beigetreten bin. Ich werde nächstes Jahr also wieder mit dabei sein und kann allen Nachwuchskräften wirklich nur empfehlen, sich zu bewerben.WhatsApp Image 2017-06-16 at 13.57.b22

Text: © Anique Hoffmann, Bilder: © Anique Hoffmann (außer siehe Bildunterschrift)

Anique Hoffmann studiert Buchwissenschaft und Ökonomie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und ist studentische Mitarbeiterin beim Michael Müller Verlag.

Um an den Buchtagen teilnehmen zu können, hat sie eine Power-Point-Präsentation zum deutsch-französichen Austausch erstellt. Unter allen Bewerbern wurden die 100 besten ausgewählt, die dann nach Berlin zum Nachwuchsparlament fahren durften.

 

8 Dinge, die ich in Australien lernte

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1. Wildlife

Schon beim Landeanflug hielt ich Ausschau nach den ersten Kängurus, fest davon überzeugt, dass es in Australien nur so wimmelt von den flauschigen Beuteltieren. Doch überraschenderweise sitzt nicht in jedem zweiten Busch ein wildes Tierchen und es ist gar nicht so einfach, sie überhaupt in der freien Natur zu entdecken. Erst am 10. Tag unserer Reise an der Ostküste entlang in Richtung Cairns erspähten wir eine kleine Herde auf einem Fußballplatz mitten im Ort. Ich war richtig glücklich, endlich welche entdeckt zu haben! Und wie sie da so stehen und grasen, könnte man fast denken es wären Rehe – aber nur, bis sie dann davon hüpfen. Die Chance, einen Koala zu Gesicht zu bekommen, ist noch viel kleiner. Die meisten wild lebenden Tiere gibt es an der Südküste. Da kann man dann schon eher mal Glück haben und ein kleines Bärchen entdecken.01-Tiere

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2. BBQ

BBQ ist ganz groß in Down Under! An jedem Strand und in jedem Park findet man Picknick-Tische und fast immer steht direkt daneben ein elektrischer BBQ-Grill, den man einfach kostenlos benutzen kann. Man drückt nur auf einen Knopf und schon kann das Grillen losgehen. Danach macht man ihn einfach wieder sauber und der Nächste kann mit dem BBQ-Spaß beginnen. Was in Deutschland undenkbar ist, scheint hier super zu funktionieren. Wir haben nicht einen schmutzigen Grillplatz gesehen, obwohl sie besonders für Partys oft genutzt werden!02-BBQ

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3. Plastik, Plastik, Plastik!

Wenn man hier mit vier kleinen Sachen an die Kasse geht, kann es gut sein, dass man den Supermarkt mit zwei Tüten verlässt. Man kennt das ja aus den USA, dass Einkäufe direkt eingetütet werden, aber hier ist das genauso üblich. Sagt man dann, man brauche keine Tüte, wird man komisch angeschaut. Und obwohl in Australien quasi jedes Tier seinen eigenen Beutel hat, habe ich nie einen Menschen gesehen, der einen eigenen Beutel mit in den Laden gebracht hätte.03-Plastik

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4. Teures Australien

Manchmal vergisst man, wie gering die größte Insel der Welt bevölkert ist. Nur 24 Millionen Menschen wohnen hier und das bei einer Fläche, die etwa 20-mal so groß wie Deutschland ist. Das ist auch einer der Gründe, warum Lebensmittel hier gerade für unsere Verhältnisse unglaublich teuer sind. Im Restaurant zahlt man pro Gericht mindestens 20, eher 30 $, und selbst in kleinen Imbissen zahlt man nie weniger als 10 $. Da erscheint es natürlich sinnvoll, seine Mahlzeiten selbst zuzubereiten. Aber auch die Preise in den Supermärkten sind wesentlich höher als bei uns. Allerdings haben diese in letzter Zeit Konkurrenz bekommen: Vor ein paar Jahren hat Aldi die ersten Läden in Down Under eröffnet – und das Konzept scheint auch hier anzukommen. Mittlerweile gibt es nämlich schon etliche Filialen des bisher einzigen Discounters im Lande. Es ist schon verrückt, so weit weg von Zuhause bei Aldi einkaufen zu gehen, vor allem weil es dort praktisch genau so aussieht wie bei uns, und auch einige Produkte gleich sind.04-Preise

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5. Obst

Obst schmeckt hier soo gut! Überall gibt es kleine Obstläden und Straßenstände. Das Obst, das dort verkauft wird, kommt praktisch direkt vom Baum oder Strauch. Zum Beispiel gibt es kleine, dicke Bananen, sogenannte Lady Fingers, die genauso schmecken, wie eine Banane schmecken muss. Oder kleine Ananasfrüchte, die gar nicht sauer sind, sondern nur süß und saftig. Je nachdem durch welche Region man fährt, sieht man Plantagen der unterschiedlichsten, exotischen Früchte. Besonders Macadamia Nüsse gibt es in allen Variationen, und mit Schokolade überzogen sind sie ein super Mitbringsel.

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6. Strände

Wenn man die Ostküste entlang fährt, reiht sich ein Strand an den anderen, und alle sind wunderschön. Der Sand ist so fein, dass es leise knirscht, wenn man darüber läuft, und er ist so weiß, wie auf einer Traumstrand-Postkarte. Auch das Wasser ist immer super sauber und türkis. Man sollte allerdings wirklich nur ins Wasser gehen, wenn Rettungsschwimmer in der Nähe sind. Denn es gibt nicht nur gefährliche Tiere, sondern vor allem auch unberechenbare und leicht zu unterschätzende Strömungen, die einen schnell aufs offene Meer hinaustragen. Deshalb gibt es sehr viele beaufsichtigte Strände. Verrückt ist aber, dass die überwachten Bereiche oft nur wenige Meter lang sind und man auch wirklich nur dort ins Wasser gehen darf. Selbst an den großen und bekannten Stränden, wie zum Beispiel dem Bondi Beach in Sydney, geht jeder nur innerhalb des kleinen, mit Fahnen abgesteckten Bereichs baden.06-Strände

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7. Menschen

Die Menschen hier wirken nicht nur total entspannt, sondern sind auch super freundlich. Überall wird man mit „Hi, how are you“ begrüßt. Und hilfsbereit sind sie auch. Einmal haben wir jemanden an der Straßenbahnhaltestelle nach dem Weg gefragt. Als dann aber direkt seine Bahn kam, ist er einfach nicht eingestiegen, nur um uns weiterzuhelfen! Außerdem findet man in jedem noch so kleinen Ort eine Touristeninformation und es lohnt sich immer, dort vorbeizuschauen. Es gibt kostenloses WLAN und man bekommt Karten von der Umgebung. Man kann sich aber auch einfach über mögliche Aktivitäten in der Nähe informieren oder verschiedene Touren buchen.07-Menschen

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8. Sportsclubs

Australien ist eine Nation voller Spielwütiger. In fast jedem Ort gibt es einen Sportsclub. Oft sind sie riesig und super modern mit vielen verschiedenen Restaurants, Hotels und Spielplätzen für Kinder. Der größte Bereich besteht aber immer aus dutzenden blinkenden Spielautomaten und anderen Glücksspielen. Schon morgens kommen die ersten Zocker in die Clubs und bleiben nicht selten den ganzen Tag dort, um ihr Glück zu versuchen. Aber auch das Wetten ist hier ganz groß. Es gibt zum Beispiel Pferde- oder Hunderennen, die sogar im Fernsehen übertragen werden.

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© pixabay

 

Tipps und ausführliche Hintergrundinfos im Reiseführer „Australien – Der Osten“:

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Reiseführer

.Text: © Anique Hoffmann, Bilder: © Anique Hoffmann (außer siehe Bildunterschrift)

Anique Hoffmann studiert Buchwissenschaft und Ökonomie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und ist studentische Mitarbeiterin beim Michael Müller Verlag.