Thüringen: Urlaub am See

Thüringen gilt als das grüne Herz Deutschlands. Aber das Bundesland hat auch eine wunderschöne blaue Seite. Urlaub am See ist heute das Motto unserer Autorin Heidi Schmitt. Sie zeigt, wo man in Thüringen herrliche Badeplätze und abwechslungsreiche Reviere für Wassersport findet, oder wo man als Wanderer oder Radler immer das Wasser im Blick hat. Und sie hat sogar einen unterirdischen See ausfindig gemacht.

An der Bleilochtalsperre @ Heidi Schmitt

Seenland Thüringen

Urlaub am See liegt voll im Trend. Mit dem Stand-up-Board über die Wasseroberfläche gleiten oder mit einem netten Getränk den Sonnenuntergang an einem See genießen, die Kinder beim Sandburgenbauen beobachten oder nach einer langen Wanderung die Beine ins kühle Nass hängen – das wär’s jetzt! Thüringen ist reich an kleinen und richtig großen Seen. Das Highlight ist das „Thüringer Meer“, wie die Einheimischen die Saalekaskade nicht ohne Übertreibung nennen. Weitere Stauseen setzen im grünen Thüringer Wald stahlblaue Tupfer. Ein bisschen Finnlandfeeling kommt an den Plothener Teichen auf, wo über 600 Teiche im August und September für das „Starenwunder“ sorgen. Nicht vergessen seien die großen Flüsse wie Saale und Werra, wo man ebenfalls Aktivurlaub am Wasser verbringen kann.

Wo sich Aktive nass machen können

 „Thüringer Meer“ werden die Stauseen an der Saale nicht zu unrecht genannt. Auf rund 80 Kilometern wird die Saale durch die Bleilochtalsperre, die Hohenwartetalsperre und die Talsperren Walsburg, Burgkhammer und Eichicht aufgestaut. Die einst zum Hochwasserschutz und zur Energiegewinnung errichteten Stauseen sind heute das beliebteste Naherholungs- und Urlaubsgebiet im Thüringer Schiefergebirge. Freizeitkapitäne tummeln sich hier ebenso wie gemütliche Genießer im Ausflugsschiff. Schwimmen, paddeln, segeln, angeln – jeder findet hier sein Plätzchen für viel Wasserspaß. Seeblick gibt’s für Besucher im Saalburger Märchenwald oder auf der Sommerrodelbahn Saalburg ebenso, wie für Mountainbiker oder Wanderer, die die Stauseen umrunden. Alle Infos und Adressen gibt es in Heidi Schmitts Thüringen-Führer ab S. 150.

Heiß und trocken – dafür ist die Mitte Thüringens berüchtigt. Wie schön, dass man auch nach einem Städtebesuch z. B. in der Landeshauptstadt Erfurt oder in der Goethestadt Weimar Abkühlung findet. Die Erfurter (Bagger-)Seen nördlich der Landeshauptstadt dienen der Naherholung und liegen in Fahrraddistanz zur Stadt. Aktivitäten von Baden bis Windsurfen gibt’s u. a. am Stotternheimer bzw. Alperstedter See.

Südlich zwischen Erfurt und Weimar liegt der Stausee Hohenfelden, der zu vielfältigen Freizeitaktivitäten wie Baden, Segeln, Angeln, Mountainbiken und Klettern oder zum Wellness-Genuss einlädt.

Der Kiessee in Breitungen @ Heidi Schmitt

Das Lebenselixier Wasser prägt auch die Kulturlandschaft  im Südwesten. Das Werratal zwischen Thüringer Wald und Thüringer Rhön lässt sich besonders gut mit dem Fahrrad entlang des Werratalradwegs erkunden, ist aber auch wanderbar. Ab Themar gibt es Flusserlebnis pur im Kajak, im Kanu oder im Schlauchboot. Bei Breitungen bieten mehrere Badeseen Gelegenheit zur sommerlichen Abkühlung – mit und ohne Textil. Weiter östlich zieht sich das Saaletal durch Thüringen. Das romantische Burgenland kann man mit dem Fahrrad oder auf Schusters Rappen erkunden. Ab Rudolstadt sind Ausflüge mit Paddelboot oder Touristenfloß möglich.

Unterwegs mit dem Ausflugsschiff auf der Bleilochtalsperre @ Heidi Schmitt

Wer im Thüringer Osten Urlaub macht, der findet am „Zeulenrodaer Meer“ (ebenfalls ein Stausee) ein schönes Strandbad mit aufgeschüttetem Sandstrand sowie Bootsverleih. Ein guter Ausgangspunkt, um das Thüringer Vogtland mit seinen Burgen kennenzulernen.

Sandstrand und Strandpalmen in Zeulenroda @ Heidi Schmitt

Wenn das Wetter nicht mitspielt: die Regenalternativen

Tolle Erlebnisbäder in den genannten Regionen lassen auch Regentage vergessen. Im Saalemax in Rudolstadt kommen Rutschenfans auf ihre Kosten und ganz Mutige stürzen sich den „Free Fall“ mit 45 Prozent Gefälle hinunter. Hawaiianisches Feeling unter Palmen kommt in der tropischen Badewelt Waikiki in Zeulenroda auf. In der Avenida Therme  am Stausee Hohenfelden kann man sich auf Erlebnisrutschen austoben oder ganz der Entspannung in der mallorquinischen Saunenwelt hingeben. 

In der Toskana- Therme in Bad Sulza @ Therme Bad Sulza

Heilsames Thermalwasser sprudelt in Thüringen reichlich aus den Tiefen. Zum Abtauchen, Relaxen und Wellnessen laden die Thermen in Bad Salzungen (Werratal), Bad Lobenstein (Nähe Saalestauseen) und Bad Sulza (nördlich der Saale-Stadt Jena) ein.

Ans Wasser gebaut – die schönsten Plätze zum Übernachten

Den Top-Platz am bzw. im See finden Wasserfans im Treibhouse, einem luxuriösen Hausboot auf der Bleilochtalsperre. Das Glucksen des Wassers hört man jedoch auch in den schwimmenden Hütten am Alperstädter See bei Erfurt

Der Campingplatz Kloster an der Bleichlochtalsperre @ Heidi Schmitt

Baden, Grillen, Chillen – das könnt Ihr unter anderem auf dem Campingplatz Kloster am Bleilochstausee   und auf dem Campingplatz Portenschmiede am Hohenwarte-Stausee. Empfehlenswert sind auch der Campingplatz am Kiessee in Breitungen   und der Campingplatz Hohenfelden, beide liegen ebenfalls direkt am Wasser. (In der Hauptsaison unbedingt vorher reservieren.) Einer meiner Lieblingsbadeseen ist der Bergsee Ratscher bei Schleusingen. Das weitläufige Strandbad ist top und der (einfache) Campingplatz bietet alles, was für entspannte Ferien nötig ist.

Wer’s ein bisschen luxuriöser mag und sich kulinarisch verwöhnen lassen will, ist im Bio-Seehotel Zeulenroda richtig. Dort genießt ihr von den Zimmern aus den Blick über den See, es gibt ein Spa und ihr könnt vielfältige Aktivitäten von Yoga bis Volleyball ausprobieren.

Das Bioseehotel in Zeulenroda @ Heidi Schmitt

Wenn man schon mal da ist: Wasser, Kultur und Erlebnisse für die ganze Familie

Für Familien mit kleineren Kindern sind die Feengrotten Saalfeld ein Muss. Bei der Besichtigung wandert man durch eine faszinierende Tropfsteinhöhle, die sogar mit einem unterirdischen See aufwarten kann. Rund herum ist ein wahres Kinderparadies mit Spielplätzen, Abenteuerwald und Feenwipfelschloss entstanden.

Feengrotten Saalfeld – der Märchendom @ Feengrotten

Krokodile, Haie und bunte Karibikfische gefällig? Wasserfreaks mit einem Hang zur Exotik erleben im Meeres-Aquarium Zella-Mehlis (Thüringer Wald) die geheimnisvolle Unterwasserwelt tropischer Ozeane.

Im Meeresaquarium Zella Mehlis @ Heidi Schmitt

Das Schloss Burgk  thront hoch über der Saale und vereint Stilelemente von Gotik, Barock, Rokoko und Historismus. Sehenswert ist die verschwenderische Innenausstattung, hörenswert ein Konzert auf der historischen Silbermann-Orgel. Der Ausblick vom Saaleturm (am Besucherparkplatz Schloss Burgk) über die Saaleschleife lohnt die Aufstiegsmühen.

Schloss Burgk @ Heidi Schmitt

Eine ganz besondere Augenweide ist der türkisgrün schimmernde See des Kießlichbruchs. Über den einstigen Schieferbergbau informiert das Technische Denkmal Historischer Schieferbergbau Lehesten. Ein Spazierweg führt um den See herum.

Der Kießlichbruchsee in Lehesten @ Heidi Schmitt

Im Thüringer Freilichtmuseum Hohenfelden  kann man 35 historische Häuser aus Thüringer Dörfern bestaunen und eine – ebenfalls originalgetreu wieder aufgebaute – Bockwindmühle in Aktion erleben.

Lecker: wo viel Wasser, da auch viel Fisch

Wer zum Thüringer Seen-Abenteuer aufbricht, sollte seine Angel nicht vergessen (über die jeweiligen Angelkarten informieren die Tourismusbüros). Zander, Hecht, Salmoniden, Barsch, Karpfen oder Aal – hier kann einem Petrijünger einiges an den Haken gehen. Die heimischen Fische findet man auf den Speisekarten der meisten Restaurants. Unbedingt probieren sollten Fischfans das typische Gericht Karpfen in Soße mit Thüringer Klößen (gibt’s z. B. im Hotelrestaurant Kranich in Saalburg – Seeblick inklusive).

Hinweis: Wegen der Corona-Pandemie kann es bei den beschriebenen Sehenswürdigkeiten und in den gastronomischen Betrieben zu Einschränkungen kommen.

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