Reisen und damit Geld verdienen

Reisen als Job, das war zumindest vor der Corona-Pandemie der Traum vieler Blogger und Autoren. Reisen, Zeit im Ausland verbringen und darüber berichten, klingt nach wenig Arbeit, aber wie kann ich als Reisejournalist mit meinen Texten Geld verdienen? Wer soll das lesen und wie erreiche ich meine Zielgruppe?

Reisejournalismus ist mittlerweile das Thema vieler Blogs, daher gehen wir an dieser Stelle nicht weiter darauf ein. Wer sich neben Online-Marketing und Blogaufbau lieber dem klassischen Reiseführer in gedruckter Form zuwenden will, für den haben wir hier ein paar Informationen zusammengestellt, wie Ihr den steinigen Weg von der ersten Idee zum Reiseführer-Buch leichter geht.

1. Im Michael Müller Verlag als Reisejournalist*in anheuern

Als Autor*in einen sogenannten „Allrounder“ zu schreiben– also einen Reiseführer, der sämtliche reiserelevanten Themen abdeckt – für diesen Verlag zu machen, ist ungefähr so, als müsste man „den Mount Everest mit einem Zahnstocher abtragen“. Dieses Zitat stammt von Thomas Schröder, der den Megabestseller des Verlags geschrieben hat: Mallorca, und zwar ohne Ballermannklischees.

Akribische Recherche ist die Basis jedes Reiseführers @ MMV

2. Als Journalist akribisch recherchieren

Als Reisejournalist ist man nicht nur ein Reiseleiter, der über seine Erlebnisse berichtet oder digitaler Nomade, der die Zeit im „verlängerten Urlaub“ fürs Schreiben nutzt. Man ist auch akribischer Rechercheur, der einen subjektiven Schreibstil entwickeln soll, um ein Urlaubsziel möglichst authentisch einzufangen. Man ist ein Autor, dessen Reiseberichte möglichst ehrlich sind und ohne PR-Sprech der Tourismusbüros auskommen. Dass dabei auch kritisiert werden darf, bleibt eines der großen Erfolgsgeheimnisse des Erlanger Bücherhauses.
Wer dabei Informationen recherchiert, die in anderen Büchern vernachlässigt wurden, hat häufig das Interesse auf seiner Seite.

3. Neuauflagen oder Wie man mit seinem Werk verwächst
Alle zwei Jahre überarbeiten Reisebuchautoren ihre Reiseführer. Das bedeutet, sie kämmen jeden Satz noch einmal auf seine Richtigkeit durch, gehen noch einmal in alle Restaurants und Museen, sind noch einmal von Pontius bis Pilatus unterwegs und schießen noch einmal Fotos, als würden sie ihr Gebiet zum ersten Mal bereisen.

Das Schöne daran: Während man mit der ersten Auflage (an der man mindestens neun Monate arbeitet) noch keinen überragenden Gewinn erzielt hat, ändert sich das mit den Folgenummern, für die man dieselben Prozente erhält. Doch auch der Verlag gewinnt: Denn mit jeder Neuauflage verwächst der Autor noch stärker mit seinem Werk. Spätestens mit der 3. Auflage enthalten die Bücher ein (aktuelles) Wissen, dem so schnell kein Mitbewerber etwas entgegensetzen kann.

4. Härtetest Lektorat
Das Lektorat ist der Härtetest für jeden Autor. Während es für den Verlag ein zeitaufwändiger, aber notwendiger Posten ist – vor allem bei Erstauflagen! –, muss man sich als Autor zusammenreißen, um nicht um jeden gekürzten Absatz zu kämpfen.
Dabei gilt: Nicht immer hat der Lektor recht, wenn es um stilistische Dinge geht, die die Eigenständigkeit eines Schreibers ausmachen. Bei orthographischen Geschichten sollte man den Meistern der deutschen Rechtschreibung (die natürlich noch sehr viel mehr sind) allerdings voll und ganz vertrauen.

5. Ist man als Reisejournalist auch Fotograf?
Ja! Im Michael Müller Verlag liefert der Autor die Fotos weitgehend selbst. Dabei wird keine Hochglanzqualität erwartet. Skurrile Shots, die das Ungewöhnliche des Alltags einfangen, sind gern gesehen. Lest dazu unseren Beitrag zum Thema „Wie fotografiere ich für einen Reiseführer?“

6. Der Zeitfaktor und die Zweifel
Geht das Typoskript – endlich – zur Druckerei, beginnt die Zitterei: Sind die Farben in guter Qualität? Funktioniert die Klebebindung? Wurden die Neuerungen allesamt eingearbeitet? Ist auf dem Cover was schief gelaufen?
Fischt man ein Vorabexemplar aus dem Briefkasten, denkt man an die ganzen Recherchen und Reisen, die man für die 200 bis 1.000 Seiten unternommen hat:
Bei „Norwegen“ war Kollege Armin Tima sechs Monate unterwegs (den Job der kompletten Niederschrift hatte er noch vor sich), bei „Lübeck“ kam unser Autor Matthias Kröner mit 70 Halbtagesrecherchen aus (die komplette Niederschrift hatte er noch vor sich). Man blickt auf die Restaurants und Unterkünfte, für die man sich entschieden hat – und beginnt zu zweifeln:
Stimmen die Öffnungszeiten der Museen noch, die man vor einigen Monaten mit viel Arbeit recherchiert hat? Sind im Kapitel zur Stadtgeschichte die Zahlen richtig? Und hat man auch genügend Tipps für Leute mit schmaler Geldbörse?

7. Die Zielgruppe
Zuletzt: Im Michael Müller Verlag schreibt man für eine sehr weite Zielgruppe: Man schreibt für neugierige Reisende zwischen 30 und 70 Jahren, die das eigene Erlebnis schätzen und auf eigene Faust unterwegs sind.
Nicht mehr zwingend mit Rucksack, doch noch genauso begierig auf Erkenntnisse, die über den Tellerrand des Klischees hinausgehen.

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

<span>%d</span> Bloggern gefällt das: