Högschde Konzentration

Entspannt wird - hoffentlich - erst am 13. Juli.

Entspannt wird – hoffentlich – erst am 13. Juli.

Es könnte definitiv schlechter sein: Auf 15.000 Quadratmetern direkt am Atlantikstrand, welchen Bundes-Jogi für seine morgendlichen Joggingrunden ausgiebig nutzt, erstreckt sich das „Campo Bahia“ bei Santo André, das Quartier der DFB-Elf während der Weltmeisterschaft. Zwar hatten die WM-Gastgeber der deutschen Nationalmannschaft offiziell 83 (!) Quartiere angeboten, doch die genügten offenbar den Ansprüchen des DFB nicht – kurzerhand baute man sich selbst eine Herberge unter Palmen.
Jeweils 6 Spieler teilen sich eine der 14 Villen, was „eine besondere WG-Atmosphäre“ schaffen und damit den Teamgeist stärken soll, wie Manager Oliver Bierhoff unlängst verlauten ließ.
Die Austragungsorte aller drei Vorrundenspiele der deutschen Auswahl liegen im tropischen Norden des Landes: Salvador da Bahia, Recife und Fortaleza.
Salvador, wo Deutschland gestern Abend Ronaldo, Pepe und Co. schwindlig gespielt hat, war bis 1763 Hauptstadt Brasiliens und liegt an der „Allerheiligenbucht“ – in der Vergangenheit ging es dort allerdings eher unheilig zu, denn bis Ende des
19. Jahrhunderts florierte hier der Sklavenhandel.
Die Stadt ist bis heute sehr afrikanisch geprägt, was sich vor allem in der Musik und der lokalen Küche bemerkbar macht. Auch heute noch leidet die Stadt unter extrem hoher Kriminalität – im letzten Jahr wurden 2.234 Morde registriert, was Salvador Rang 13 der gewalttätigsten Städte der Welt sichert.
Die nächste Station ist dann Fortaleza, ebenfalls direkt am Meer gelegen und für die spektakulären, umliegenden Strände bekannt, die ein Mekka für Kite- und Windsurfer sind. Zahlreiche Barracas, Strandbuden, welche für die zahlreichen Touristen das Caipirinha-Feeling Realität werden lassen, reihen sich entlang der Küste auf. Tatsächlich aber ist der Mix aus Zuckerrohrschnaps, dem Cachaça, Limetten, Zucker und Eis nicht das Nationalgetränk der Brasilianer, sondern das Bier – im Glas Chopp, in der Flasche Cerveja genannt. Damit lässt sich das deftige Nationalgericht, die Feijoada, der Bohneneintopf mit verschiedenen Fleischsorten, Wurststückchen und Speck, hervorragend hinunterspülen.

Es geht nichts über ein "leichtes Sommergericht": Die Feijoada.

Es geht nichts über ein „leichtes Sommergericht“: Die Feijoada.

Schließlich trifft die Nationalelf in Recife auf die USA und mit Chefcoach Jürgen Klinsmann auf ihren Ex-Bundestrainer. In Recife, was zu Deutsch schlicht „Riff“ bedeutet, sollten Fans allerdings sowohl im Wasser als auch an Land Vorsicht walten lassen:
In den Küstengewässern sind hohe Populationen von Bullenhaien, Hammerhaien und Tigerhaien ansässig – die maritime Gefahr allerdings verblasst neben der Tatsache, dass die Mordrate in Recife doppelt so hoch wie die Rio de Janeiros ist.
Hierhin soll es für Deutschland’s Elf – dank „Högschder Konzentration und Disziplin“ – am 13. Juli ja gehen. Und damit das Freudentänzchen nach dem gewonnenen Finale dann nicht allzu mitteleuropäisch-steif ausfällt, hier noch zwei Möglichkeiten sich auf den richtigen Rhythmus einzugewöhnen.

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