Algarve – Tudo bem!

Wer an die Algarve, in die südlichste der sieben Regionen Portugals reist, kommt mit 99-prozentiger Sicherheit in Faro, der Hauptstadt der Ostalgarve an. Das „Ende“ Europas ist als Urlaubsregion längst kein Geheimtipp mehr. Erblickt man die Hotelburgen in Albufeira, Lagos oder Olhos de Água, ergreift der oder die Individualreisende schnell die Flucht…und wird belohnt!
Mit dem Mietwagen geht es auf der (mautfreien!) Nationalstraße 125 Richtung Westen, der erste Stopp heißt Ferragudo, ein beschauliches Dörfchen, dessen weiße Häuser am Hügel über dem Meer festzukleben scheinen. Ein malerisches Kastell wacht über die Bucht, wo das Meer auf den Rio Arade trifft. Nur einen Kilometer vom Dorfkern entfernt, auf der anderen Seite des Hügels, befindet sich der Praia Grande, eine ruhige Badebucht. Keine Wolke trübt den blauen Himmel, die Sonne strahlt und das Wasser glitzert einladend – doch der Atlantik kennt im April noch keine Gnade mit Schwimmern, und so erlauben die sehr frischen Wassertemperaturen nur ein kurzes Planschen, welches aufgrund der beißenden Kälte weithin hörbar durch lautes Prusten und Schnauben begleitet wird.
Wenn abends die Essensuche beginnt, kommt es auf den richtigen Riecher an: Immer der Nase nach, bis ein Restaurant mit großem, schwelenden Holzkohlegrill gefunden ist, auf dem der Fang des Tages zubereitet wird. Und mit Meerblick schmeckt die Dorade mit Salzkartoffeln und Salat sowieso am besten.

Abendstimmung im Hafen von Ferragudo. Grillen ist Chefsache.

Abendstimmung am Hafen von Ferragudo. Grillen ist Chefsache.

 

Abendstimmung in Ferragudo.

Der Charme des Fischerdörfchens konnte weitestgehend erhalten werden.

In Sagres, seines Zeichens Hochburg der europäischen Surfcommunity, bläst immer ein heftiger Wind über die Plateaus, die sich aus dem Meer erheben. Zwei Landausläufer wagen sich besonders weit in den tosenden Atlantik hinaus: Auf dem einen befindet sich die Fortaleza de Sagres, eine Wehrburg aus dem 15. Jahrhundert, deren Umgebung aufgrund der mannigfaltigen Tier- und Pflanzenwelt unter Naturschutz steht; auf dem anderen das Cabo de São Vicente, das Ende der „Alten Welt“. An den bis zu 60 Meter hohen Klippen sitzen hier die einheimischen Angler, die geduldig darauf warten, den Fang des Tages aus den tosenden Fluten zu fischen.

Die einzigartige Flora am Ende Europas steht unter Naturschutz.

Die einzigartige Flora am Ende Europas steht unter Naturschutz.

 

Nervenkitzel, auch wenn mal nichts an den Haken geht: Am Cabo de São Vicente krachen die Wellen gegen die Klippen, auf denen Fischer auf den großen Fang warten.

Nervenkitzel, auch wenn mal nichts an den Haken geht: Am Cabo de São Vicente krachen die Wellen gegen die Klippen, auf denen Fischer auf den großen Fang warten.

Zeit, eine algarvische Spezialität zu probieren: der Sepia-Tintenfisch – eine hervorragende Wahl, wie der Kellner betont. Man solle nur darauf achten, den kleinen Schnabel nicht mitzuessen, da dieser sehr hart und entsprechend unangenehm beim Kauen sei. Sonst sei aber jeder Teil des Tintenfischs genießbar – bei Portugiesen bleibe häufig nicht einmal der Schnabel übrig. So stehen wenig später die dampfenden Teller mit zehn, größeren und kleineren Kopffüßlern im leckeren Knoblauch-Kräuter-Sud und Salzkartoffeln vor uns. Als ich mit meinem Messer einen der größeren in Angriff nehme, gibt es eine Überraschung:
Mein Teller färbt sich langsam, aber stetig tiefschwarz… Doch weder werde ich ohnmächtig, noch will sich der Geist des Sepia an mir rächen – ich habe mein Abendessen schlicht nicht „sem tinta“ (ohne Tinte) bestellt…Der aufmerksame Kellner bemerkt meine Verwunderung und serviert augenzwinkernd einen Medronho-Schnaps, um den Schrecken zu lindern. Tudo bem!

Was man an der Algarve unbedingt probieren muss, wie man bestellt und abseits des Massentourismus die „echte“ Region am Südwestrand Europas entdeckt? 
Die gerade erschienene 21. Auflage des Reiseführers „Portugal“ aus dem Michael Müller Verlag enthält natürlich auch alles Wissenswerte über die Algarve. 
Noch detaillierter und ausführlicher wird Portugals Süden im „Algarve“ Reiseführer vorgestellt.
portugal

Fotos und Text © Johannes Endler

 

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