Wandern auf Teneriffa: Ein Erlebnis für sämtliche Sinne

Unsere Mitarbeiterin Cara Koehler war für unseren Reiseblog auf Teneriffa unterwegs. Dort hat sie sich nicht nur mit Marion Helbig, der Autorin des MM-Wanderführers „Teneriffa“, zu einer Wanderung getroffen, sondern auch die reizvollen Landschaften Teneriffas und die kanarische Küche kennengelernt. Und da Cara US-Amerikanerin ist, gibt es den Blog heute zusätzlich zur deutschen Version auch auf Englisch.

Ostersonntag, morgens um viertel vor zehn. Wir sind auf dem Weg, um die Autorin des MM-Wanderführers „Teneriffa“ Marion Helbig zu treffen. Sie hat uns zu einer Wandertour durch die Schlucht „Barranco de Ruiz“ in Teneriffas grünem, und heute etwas regnerischem Nordteil eingeladen.
“Ich glaube, heute können wir die Wandertour vergessen, Cara.” sagt mein Freund. Dicke Regentropfen fallen vom Himmel und schlagen auf unserer Windschutzscheibe auf. Und tatsächlich teilt uns Marion am Treffpunkt ihrer Wanderfirma Der Wanderstab in Puerto de la Cruz mit, dass der Weg heute durch die starken Regenfälle zu rutschig ist. Inzwischen klart der Himmel langsam leicht auf, und Marion, deren Buch schon in dritter Auflage beim Michael Müller Verlag erscheint, schlägt einen Spaziergang an der Küste zwischen San Pedro und Puerto de la Cruz mit anschließendem Kaffee vor.

Aussichtspunkt über einer Plantage in San Pedro

Aussichtspunkt über einer Plantage in San Pedro.

Während der Feiertage sind besonders viele Familien, aber auch Jogger auf dem Pfad unterwegs – wir bewundern ihre Trittsicherheit und Geschicklichkeit, mit der sie den Pfad entlangrennen. Nach kurzer Wegstrecke erreichen wir ein erst kürzlich renoviertes altes Gutshaus aus dem 17. Jahrhundert, das derzeit leider für Touristen geschlossen ist. Die mächtigen Palmen werfen ihre Schatten auf die Fassade.

Das alte Gutshaus von einem Portugieser aus dem 17. Jahrhundert

Das alte Gutshaus eines Portugiesen aus dem 17. Jahrhundert.

Seit fast einem Jahrzehnt lebt Marion schon auf der größten Kanareninsel. Entsprechend kennt sie sie wie ihre Westentasche und hat viel Interessantes und Spannendes zu berichten. Unser Gespräch dreht sich um einheimische Gerichte, die natürlich viel mit der Landwirtschaft der Insel zu tun haben: Früher waren Rohrzucker und der daraus produzierte Rum das wichtigste Standbein der Insel; heute sind es Bananen, Avocados und Kartoffeln. Da dauert es nicht lang, bis wir unsere gemeinsame Leidenschaft für Wandern und Kulinarisches feststellen.

Landwirtschaft im Nordosten von Teneriffa

Landwirtschaft im Nordosten von Teneriffa.

Wir folgen dem Weg bergauf, bis sich ein neuer Küstenabschnitt vor uns auftut. Direkt an der Steilküste klebt die Ruine der Casa Hamilton und oberhalb davon die alte dampfbetriebene Wasserpumpanlage La Gordejuela. Dank der 1905 von der englischen Familie Hamilton erbauten Anlage war es möglich, die umliegenden Bananenplantagen mit Wasser zu versorgen – revolutionär für die damalige Zeit. Die kanarischen Inseln leiden teilweise an großer Wasserknappheit, wobei Teneriffa von den Passatwolken profitiert, die zumindest den Norden der Insel mit genügend Regenwasser versorgen.

Die Ruine der Casa Hamilton klebt an der Steilküste.

Die Ruine der Casa Hamilton klebt an der Steilküste. (© Marion Helbig)

Die unglaubliche geologische und botanische Vielfalt Teneriffas entdeckt man am besten zu Fuß bei Wanderungen in den höchst unterschiedlichen Regionen der Insel. Teilweise glaubt man sich an den Drehort eines Fantasyfilms versetzt. Und in der Tat beabsichtigte Ridley Scott, der berühmte Regisseur von Alien, sein neues episches Opus Exodus im Nationalpark Teide zu drehen. Doch die Parkverwaltung verweigerte die Genehmigung dafür, da die vielen beteiligten Tiere die Landschaft “verschmutzen” würden.

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Die weiße Mondlandschaft von Vilaflor.

Im Teide-Nationalpark glitzert am Fuße des 3718 m hohen Vulkans pechschwarzes vulkanisches Gestein in der Sonne. Nach der beeindruckenden schwarzen Mondlandschaft bildet der lichtgrüne, duftende Nadelwald, den man beim Abstieg nach Vilaflor durchwandert, einen bizarren Kontrast, wie er sich so vom blassen Boden und dem hellblauen Himmel abhebt.
Aber nicht nur die optischen Reize sind überwältigend, auch der Nase bieten sich berauschende Dufterlebnisse. Marion macht uns auch darauf aufmerksam. Sie kennt sich bestens in der Pflanzenwelt der Insel aus. Der Strauch, den wir auf ihr Geheiß hin anfassen, um dessen Duft zu erschnuppern, riecht unserer Meinung nach irgendwie nach Gummibärchen.

Im Nationalpark Las Cañadas del Teide.

Im Nationalpark Las Cañadas del Teide.

Möglicherweise sind dies aber nur die ersten Anzeichen von Hunger – und so ist es uns nur recht, dass Marion uns am Ende der Wanderung zu ihrer Lieblings-Guachinche bringt, wo wir einige der typischen kanarischen Köstlichkeiten genießen dürfen. Guachinches sind nur zeitweise geöffnete Garagenwirtschaften, in denen einfache, zünftige Speisen und der örtliche vino tinto zu äußerst zivilen Preisen gereicht werden.

Abierto heißt geöffnet! Eine Guachinche in der Nähe von La Orotava.

Abierto heißt geöffnet! Eine Guachinche in der Nähe von La Orotava.

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Typische kanarische camarones (Garnelen)

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Frittiertes Knoblauchhänchen

 

 

 

 

 

 

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Papas arrugadas

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Quesillo (Flan)

 

 

 

 

 

 

Marion Helbig und Jörg Brandt bieten mit ihrer Firma Der Wanderstab geführte Wanderungen für spanisch-, englisch- und deutschsprachige Gruppen und Reisende an.

Die Wanderfirma von Marion Helbig: Der Wanderstab

Die Wanderfirma von Marion Helbig: Der Wanderstab

Der Wanderführer Teneriffa und der Reiseführer Teneriffa liegen beide in komplett überarbeiteter Neuauflage vor.

MM-Wandern Teneriffa, 3. Auflage 2014

MM-Wandern Teneriffa, 3. Auflage 2014

Teneriffa, 7. Auflage 2014

Teneriffa, 7. Auflage 2014

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tenerife Hiking : A 5-Sense Experience

Easter Sunday, quarter to ten in the morning. We’re driving to meet MM Verlag’s Tenerife hiking guide author Marion Helbig, who has offered to have us join her tour of the Barranco de Ruiz on Tenerife’s lusher – today rainier – northern coast.“We can forget the hike, Cara,” says my boyfriend. Fat raindrops are falling on the windshield.
Indeed when we find Marion at Der Wanderstab (Marion’s hiking company) meeting point in Puerto de la Cruz, she tells us the trail in the Barranco will be too slippery to hike today. By now, though, the sky is clearing up and Marion, whose MM Tenerife hiking guide has just been printed in its 3rd edition, offers to take us for coffee and do a short hike along the cliff-lined coast between San Pedro and Puerto de la Cruz.
Despite the holiday, many families and even more joggers are out on the trail today – I watch in wonder as they spring along the paths with sure-footedness, weaving politely in and out of walkers. Not long into the walk, we come upon an estate, unfortunately temporarily closed for tourists, but recently painted a radiant yellow-ochre. The heavy palms around the property cast shadows onto the façades. Marion has been living in Tenerife for a good decade and knows her way around on and off the trails. Talk moves from the people of Tenerife to the island’s agriculture – originally centered on sugarcane production, nowadays hailed for bananas, avocados, and potatoes – and we quickly find a common love of traveling not only for new hiking adventures, but for the (perhaps counterproductive) purpose of savoring the local cuisine.
After leaving the former manor, we walk on, mostly uphill, over a bridge to access a coastal region that is home to mysterious Casa Hamilton, which now stands in ruins (although this seems to add to its romantic quality). Marion points out old water pump station just above Casa Hamilton and notes its former importance for collecting and distributing fresh water in Tenerife. She adds that some of the Canary Islands have had trouble obtaining fresh water in the past, but that Tenerife was provided for thanks to the Passat clouds.
A hike through any given region on the island of Tenerife, the largest in the Canarian chain, is a rewarding in terms of the sheer geological diversity, one that I would liken to being on the set of a Star Wars film production. As a matter of fact, famed Alien director Ridley Scott expressed interest in filming his new epic Exodus in the Teide region of Tenerife, but park conservationists wouldn’t permit him to use a range of livestock for fear that they would “pollute” the grounds. Around the base of the Teide, for example, jet-black volcanic rock glimmers in the sunlight, giving the impression that a million insects’ eyes are watching you. In contrast, on the trail from Vilaflor up to the rare moonscapes, the wind whistles through the green, fragrant pines, which form a unique palette against the chalky earth and lapis sky. So far, all of the hikes have been a heady olfactory experience – Marion knows the flora well and encourages us to run our hands along one particular bush, which we delight to find smells like gummy bears.
As you’ve probably noticed already, we started to get hungry after our little walk. Shortly thereafter Marion brought us to lunch at one of her favorite guachinches, where we continued trading stories and experiences on Tenerife, not least those which involved Canarian food!

*Der Wanderstab is the hiking tour company that Marion along with Jörg Brandt run on Tenerife and cater to English, Spanish, and German-speaking groups and individuals.

Text und Fotos: © Cara Koehler

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